Manchester Citys Jugendproduktion: Ein zynisches Arbitrage-Geschäft

Ein Klub, der das teuerste Team der Fußballgeschichte zusammengekauft hat – und dessen Akademie die größten Talente hervorbringt, die dann für andere spielen. Das ist die Realität bei Manchester City.

Zahlen lügen nicht: Verkauf der Zukunft für die Gegenwart

Seit 2016 haben die Citizens über 200 Millionen Pfund mit Akademieabsolventen eingenommen. Jadon Sancho, Cole Palmer, Romeo Lavia, James Trafford, Morgan Rogers – alle vor ihrem 21. Geburtstag für Millionen abgegeben. Im gleichen Zeitraum gaben sie über 1,5 Milliarden für etablierte Stars aus. Das Muster: fertige Produkte kaufen, Potenzial verkaufen.

Das ist keine Kritik an der Akademie-Qualität. Citys Jugendabteilung ist wohl die beste Englands. Sie gewann die U18-Meisterschaft und brachte Phil Foden, Rico Lewis und Oscar Bobb hervor. Doch nur Foden schaffte den Durchbruch bei Pep Guardiola. Bobb bleibt Randfigur, Lewis stagniert. Der Rest wird zu Geld gemacht.

Die Konsequenzen zeigen sich jetzt

Citys Modell funktioniert, solange Geld keine Rolle spielt. Doch der Klub steckt in seiner ersten echten Krise unter Guardiola. Kevin De Bruyne ist 33, Bernardo Silva will weg. Das Mittelfeld, einst Neid der Liga, wirkt angejahrt. Und wo sind die internen Lösungen?

  • Cole Palmer, für 40 Millionen an Chelsea verkauft, gilt heute als einer der besten Angreifer der Premier League. City ersetzte ihn mit Matheus Nunes – nie voll überzeugt.
  • Romeo Lavia, für 14 Millionen an Southampton abgegeben, dirigiert nun Chelseas Zentrum. Citys Sechserrolle hängt an Rodri – unersetzlich und zunehmend überlastet.
  • Jadon Sancho, mit 17 für eine Kleinigkeit verkauft, blühte in Dortmund auf und spielt nun bei einem Rivalen. Citys Flügel hinken seit zwei Saisons hinterher.

Es geht nicht nur um Geld. Es geht um Identität. Citys Akademie lehrt Guardiolas Fußball-Philosophie. Doch die Absolventen werden aussortiert. Die Botschaft an jeden Youngster: Deine Ausbildung bereitet dich darauf vor, für jeden zu spielen – nur nicht für City.

Die Gegenrede: Mit Kindern gewinnt man keine Champions League

Kritiker verweisen auf Real Madrid, die auch Galácticos kaufen und Talente verkaufen. Doch Madrids Akademie brachte Nacho, Carvajal, Casemiro und Vinicius Jr. hervor. City hat keine solche Linie. Ihr einziger Top-Akademiespieler des letzten Jahrzehnts ist Foden.

Die Antwort: Citys Besitzer investierten 200 Millionen in die Akademie, nicht um Bilanzen zu glätten. Sie wollten eine sich selbst tragende Elite. Das ist gescheitert. Der Klub springt zwischen Kauf von Lösungen und Ausquetschen alternder Stars. Wenn Rodris Beine nachgeben, wird City einen Ersatz für 100 Millionen kaufen. Das ist keine Strategie – das ist Panik.

City wird innerhalb von zwei Saisons zahlen

Bis Ende 2025/26 wird Manchester City die Champions League verpassen. Das Mittelfeld wird im Umbau sein, die Abwehr schwerfällig, und der Klub wird weitere 400 Millionen für Flickschusterei ausgeben. Die Akademie wird derweil den nächsten Cole Palmer hervorbringen – der die Meisterschale für andere stemmt.

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