Manchester Citys Akademie war schon immer Nebensache

Ein Jahrzehnt lang wurde der Etihad Campus als Fußball-Antwort auf La Masia verkauft. Ein Fließband von Talenten, das Citys Dynastie erhalten würde, während die Rivalen um die Reste kämpfen. Die Realität ist ernüchternd: Citys Akademie hat seit 2017 genau einen Stammspieler hervorgebracht – Phil Foden – und selbst dessen Weg war bis zum letzten Jahr der Ära Sergio Agüero versperrt.

Die Zahlen entlarven das Fließband

Die Statistiken sind vernichtend. Seit der Saison 2015/16 hat City über 1,5 Milliarden Euro für Transfers ausgegeben, während ihre Akademie-Abgänger in dieser Spielzeit zusammengerechnet 147 Premier-League-Minuten absolviert haben. Vergleichen Sie das mit Ajax, das den gesamten Champions-League-Halbfinal-Kader von 2018/19 für 500 Millionen Euro verkaufte. Oder sogar Chelsea, dessen Cobham-Abgänger über 200 Millionen Euro Reingewinn erzielten, während Citys Talente an Anderlecht verliehen und dann für einen Bruchteil ihres Potenzials verkauft werden.

Die Liste der weggeworfenen Talente liest sich wie eine griechische Tragödie: Jadon Sancho, Brahim Diaz, Romeo Lavia, James Trafford, Cole Palmer – alle blühen jetzt anderswo auf, nachdem City sie für entbehrlich hielt. Sancho allein ist mehr wert als die kombinierte Verkaufssumme aller Akademie-Produkte, die City seit 2015 verkauft hat.

Die 100-Millionen-Euro-Wette auf Bouaddi beweist: Sie haben aufgegeben

Die Verfolgung des 17-jährigen Ayyoub Bouaddi von Lille für ein mögliches 100-Millionen-Euro-Paket ist kein Strategiewechsel – es ist ein Geständnis. City ist sich der eigenen Jugendarbeit so unsicher, dass sie einen Neunjährigen Teenager für einen neunstelligen Betrag kaufen, anstatt den selbst ausgebildeten Spielern zu vertrauen. Das ist keine Evolution; das ist Panik, getarnt als Ambition.

Das Modell des Klubs ruht nun auf drei Säulen:

  • Kauf von etablierten Stars in ihrer Blüte (Haaland, Grealish, Dias)
  • Abwerben hoch gehandelter Teenager aus anderen Ligen (Bouaddi, Echeverri)
  • Horten von Talenten, die nie eine Chance bekommen, bevor sie gewinnbringend verkauft werden (das Sancho-Syndrom)

Keine dieser Säulen beinhaltet Beförderungen aus den eigenen Reihen. Die Akademie dient der Bilanz, nicht der ersten Mannschaft.

Aber was ist mit der Foden-Ausnahme?

Die Verteidigung ist vorhersehbar: City verweist auf Phil Foden als Beleg, dass das System funktioniert. Doch Foden ist die Ausnahme, die die Regel bestätigt – ein Jahrhunderttalent, das sich trotz der Zurückhaltung des Klubs durchsetzte. Er debütierte mit 17, wurde aber erst mit 22 Stammspieler, und das nur, weil David Silva ging. Guardiola hat zugegeben, dass er lieber fertige Produkte kauft; Foden überlebte aufgrund seiner Brillanz, nicht aufgrund der Vereinspolitik.

Selbst jetzt hat City Foden zum Ergänzungsspieler degradiert und rotiert ihn für 100-Millionen-Euro-Neuzugänge aus. Wenn die Akademie wirklich funktionierte, warum gibt der Klub dann 100 Millionen für einen 17-jährigen französischen Mittelfeldspieler aus, wenn sie bereits Rico Lewis, Oscar Bobb und James McAtee im Kader haben? Die Antwort ist, dass Guardiola weder seinem eigenen Urteil noch der Arbeit der Akademie vertraut.

Bis 2026 wird diese Strategie implodieren

Hier ist die konkrete, überprüfbare Vorhersage: Bis zum Ende der Saison 2025/26 wird Manchester City mindestens 300 Millionen Euro für Spieler unter 21 von anderen Klubs ausgegeben haben, während kein Akademie-Abgänger unter 23 Jahren mehr als 15 Premier-League-Einsätze in einer Saison für den Klub absolviert haben wird. Die 100-Millionen-Euro-Ablöse für Bouaddi wird sich als überteuertes Eintrittsticket für einen Freizeitpark erweisen, den City vor Jahren aufgegeben hat – nur dass sie den Park selbst gebaut haben und sich nun weigern, die Fahrgeschäfte zu nutzen.

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