Tony Pulis: "Ich fühle mich betrogen" – Stoke fordert Klarheit über FA Cup 2011 nach City-Urteil

Tony Pulis hat nach dem Schuldspruch gegen Manchester City wegen Verstößen gegen die Mehrheit der 115 Finanzregeln sein Gefühl der Ungerechtigkeit offenbart. Er sagte, er fühle sich "betrogen", und fragte, wann Stoke City seinen FA Cup von 2011 zurückbekommt. Der ehemalige Stoke-Trainer sprach exklusiv mit Chris Bevan von BBC Sport.

  • Wer: Tony Pulis, ehemaliger Trainer des FC Stoke City (50 Jahre im Fußball als Spieler und Trainer).
  • Was: Manchester City wurde schuldig gesprochen, gegen die Mehrheit der 115 Finanzregeln verstoßen zu haben.
  • Wann: Urteil am Freitag verkündet; Pulis' Aussagen vor 6 Minuten veröffentlicht.
  • Auswirkung: Stoke verlor das FA-Cup-Finale 2011 mit 0:1 gegen Manchester City; Pulis fühlt sich betrogen.
  • Nächstes: Manchester City wird voraussichtlich Berufung einlegen; Punktabzug und eine hohe Geldstrafe sind wahrscheinlicher als eine Neuverteilung der Trophäe.

Was gesagt wurde

"Wann bekommen wir unseren FA Cup? Das ist die Frage, die mir alle Stoke-Fans seit der Nachricht am Freitag stellen, dass Manchester City schuldig gesprochen wurde, gegen die Mehrheit der 115 Finanzregeln verstoßen zu haben, die ihnen vorgeworfen werden."

— Tony Pulis im Gespräch mit BBC Sport

"Ich habe genau dasselbe gedacht. Obwohl der Prozess noch lange nicht vorbei ist, weil Manchester City voraussichtlich Berufung einlegen wird, muss ich sagen, dass dieses Urteil und die ganze Situation einen sehr bitteren Nachgeschmack bei mir hinterlassen haben."

— Tony Pulis zum Manchester-City-Urteil

"Meine Stoke-Mannschaft ins FA-Cup-Finale 2011 zu führen, war einer der Höhepunkte – wenn nicht DER Höhepunkt – meiner 50 Jahre im Fußball als Spieler und Trainer."

— Tony Pulis über seine Karriere

"Ich erwarte nicht, dass Manchester City mich oder den Verein anruft und den FA Cup 2011 sowie die Siegermedaillen, die ihre Spieler erhalten haben, zurückgibt. Ich glaube auch nicht ernsthaft, dass andere Trophäen und Titel zurückgegeben werden. Ein Punktabzug und eine hohe Geldstrafe erscheinen weit wahrscheinlicher."

— Tony Pulis über mögliche Strafen

"Aber ich fühle mich trotzdem betrogen. Was auch immer als Nächstes passiert, wir werden diesen Tag nie zurückbekommen und nie die Chance haben, in Stoke-on-Trent mit dem Pokal und den Medaillen zu feiern, für die wir so ehrlich gekämpft haben. Nach dem Regelbruch durfte Manchester City das stattdessen tun."

— Tony Pulis über seine Frustration

Die Aussagen von Pulis fangen die rohe Emotion eines Trainers ein, der Stoke City zu ihrem ersten FA-Cup-Finale in der Vereinsgeschichte geführt hat. Sein Gefühl der Ungerechtigkeit rührt nicht nur von der Niederlage her, sondern auch von dem Wissen, dass Manchester City später schuldig gesprochen wurde, gegen genau die Regeln verstoßen zu haben, die fairen Wettbewerb gewährleisten sollen. Dass er sich betrogen fühlt, findet bei Fans aller Vereine Widerhall, die während der Dominanzphase von City zwischen 2009 und 2018 benachteiligt wurden.

Er würdigte zudem Stoke-Eigentümer, die Familie Coates, für ihre jahrzehntelange finanzielle Unterstützung und hob das Ungleichgewicht der Ressourcen zwischen den beiden Vereinen in diesem Finale hervor. Pulis' Worte dürften die Debatte über rückwirkende Strafen befeuern und darüber, ob Vereine wie Stoke jemals echte Gerechtigkeit erfahren können.

Die Zahlen

  • 115: Gesamtzahl der Finanzregeln, gegen die Manchester City verstoßen haben soll.
  • 1:0: Ergebnis des FA-Cup-Finals 2011, Manchester City besiegte Stoke City.
  • Yaya Touré erzielte das Siegtor und soll angeblich das Zehnfache dessen verdient haben, was Stoke an einen Spieler zahlte; seine Ablöse bei der Verpflichtung 2010 vom FC Barcelona überstieg die Kosten von Stokes gesamter Startelf.
  • 2009–2018: Zeitraum von Manchester Citys Dominanz, der von den Regelverstößen betroffen war.

Analyse: Warum Stokes Herzschmerz von 2011 noch immer schmerzt

Tony Pulis' emotionale Reaktion dreht sich nicht nur um ein einzelnes Spiel; es geht um die strukturelle Ungerechtigkeit, die die finanzielle Landschaft des englischen Fußballs geprägt hat. Manchester Citys 1:0-Sieg gegen Stoke im FA-Cup-Finale 2011 wurde mit einem Kader erzielt, der mit enormen Ausgaben zusammengestellt wurde, darunter Yaya Touré, dessen Gehalt angeblich das gesamte Gehaltsvolumen von Stoke in den Schatten stellte. Für Pulis war dieser Tag der Höhepunkt seiner Trainerkarriere, doch die späteren Enthüllungen werfen einen Schatten auf die Leistung, überhaupt das Finale erreicht zu haben – wenn nicht auf das Ergebnis selbst.

Der Kern von Pulis' Argument ist, dass Manchester City durch seine Verstöße gegen die Finanzregeln ein Team aufbauen konnte, das für Vereine wie Stoke schlicht außer Reichweite war. Zwar wurde City nicht speziell wegen Regelverstößen im Zusammenhang mit dem Finale 2011 schuldig gesprochen, doch der breitere Dominanzzeitraum (2009–2018) umfasste mehrere Trophäen, die laut Pulis durch finanzielles Fehlverhalten belastet sind. "Wir haben verloren, aber gegen ein Team, das schuldig gesprochen wurde, die Finanzregeln gebrochen zu haben", sagt er und betont, dass der Sieg nicht unter fairen Bedingungen errungen wurde.

Mit Blick auf die Zukunft ist die Wahrscheinlichkeit, dass Manchester City den FA Cup 2011 oder andere Trophäen zurückgibt, praktisch null, wie Pulis einräumt. Ein Punktabzug und eine saftige Geldstrafe sind die realistischeren Ergebnisse, doch für Stoke und andere betroffene Vereine werden sie niemals die verpasste Chance ausgleichen, eine große Trophäe zu feiern. Die Frage, wann Stoke "seinen" FA Cup bekommt, bleibt rhetorisch, unterstreicht aber eine tiefere Frustration über ein System, das vielen zufolge keine echte Gerechtigkeit liefert.

Diskussionspunkte

  • Sollte Manchester City gezwungen werden, Trophäen abzugeben, die während des Zeitraums der Finanzregelverstöße gewonnen wurden, oder sind ein Punktabzug und eine Geldstrafe ausreichend?
  • Wenn Citys FA-Cup-Sieg von 2011 rückwirkend belastet ist, sollte Stoke City dann als Mitgewinner anerkannt oder die Trophäe direkt zugesprochen bekommen?
  • Wie können kleinere Vereine wie Stoke jemals fair konkurrieren, wenn die finanzielle Lücke so groß ist – selbst ohne Regelbruch?
  • Wird die erwartete Berufung von Manchester City den Prozess weiter in die Länge ziehen, mögliche Sanktionen verzögern und die Unsicherheit für betroffene Vereine verlängern?

Wie es weitergeht

Manchester City wird voraussichtlich Berufung gegen das Urteil einlegen, was bedeutet, dass der Prozess noch lange nicht vorbei ist. Die Fußballwelt wird das endgültige Ergebnis abwarten, das einen Punktabzug und eine massive Geldstrafe umfassen könnte. Für Stoke City und seine Fans bleibt die Hoffnung auf den FA Cup 2011 fern, doch Tony Pulis' Worte haben die Debatte über Fairness und rückwirkende Gerechtigkeit im englischen Fußball neu entfacht. Die Berufungsverhandlung wird der nächste wichtige Termin sein, bei dem es um nichts weniger als die Integrität der Finanzregeln der Premier League geht.

Häufig gestellte Fragen

Wann bekommt Stoke City seinen FA Cup?

Tony Pulis erwartet nicht, dass Manchester City den FA Cup 2011 zurückgibt. Er glaubt, dass ein Punktabzug und eine hohe Geldstrafe wahrscheinlicher sind und keine Trophäen zurückgegeben werden.

Was sagte Tony Pulis zur Strafe für Manchester City?

Pulis sagte, er fühle sich betrogen, und ein Punktabzug und eine hohe Geldstrafe seien weit wahrscheinlicher, als dass City Trophäen zurückgibt. Er erklärte zudem, dass er nicht erwartet, dass andere Trophäen oder Titel zurückgegeben werden.

Verdiente Yaya Touré zehnmal mehr als die Stoke-Spieler?

Laut Tony Pulis soll Yaya Touré zum Zeitpunkt des FA-Cup-Finals 2011 angeblich das Zehnfache dessen verdient haben, was Stoke an einen seiner Spieler zahlte, und allein seine Ablösesumme überstieg die von Stokes gesamter Startelf.

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