Oscar beendet Karriere mit 34 nach Herzproblem
Der frühere Chelsea- und Brasilien-Mittelfeldspieler Oscar hat mit 34 Jahren seinen sofortigen Rücktritt vom Profifußball bekanntgegeben. Grund ist ein schwerwiegendes Herzproblem, das der Spieler als Beinahe-Tod-Erlebnis beschrieb. In einer Stellungnahme sagte Oscar: „Ich spürte, wie mein Körper entglitt.“ Der offensiv denkende Mittelfeldspieler war zuletzt für Shanghai Port in der Chinese Super League aktiv. Auf ärztlichen Rat hin beendet er nun seine Karriere.
Der Herzschock, der seine Karriere beendete
Oscar enthüllte, dass das Herzproblem während einer Routine-Trainingseinheit auftrat. Er beschrieb, sich unwohl gefühlt zu haben und dann ein „Entgleiten“ des Körpers erlebt zu haben. Medizinisches Personal griff schnell ein, weitere Untersuchungen deckten die zugrunde liegende Herzerkrankung auf. Die genaue Art der Erkrankung wurde nicht veröffentlicht, doch die Ärzte empfahlen ein sofortiges Karriereende, um lebensbedrohliche Risiken zu vermeiden. Oscar sagte, er sei dankbar zu leben und dass die Gesundheit seiner Familie an erster Stelle stehe.
Eine glanzvolle Karriere von São Paulo bis Stamford Bridge
Oscar dos Santos Emboaba Júnior, kurz Oscar, begann seine Karriere bei São Paulo, bevor er zu Internacional wechselte. Seine Leistungen erregten die Aufmerksamkeit von Chelsea, das ihn 2012 für 25 Millionen Pfund verpflichtete. Er verbrachte fünf Spielzeiten an der Stamford Bridge, erzielte 38 Tore in 203 Einsätzen und gewann 2014/15 die Premier League, 2013 die Europa League und 2015 den League Cup. Seine Kreativität, sein Spielverständnis und sein Torinstinkt machten ihn zum Publikumsliebling, auch wenn seine Zeit in England gelegentlich von schwankender Form überschattet wurde.
2017 wechselte Oscar für die damalige Rekordsumme von 60 Millionen Pfund zu Shanghai SIPG (heute Shanghai Port) in die Chinese Super League. Viele Fans hielten den 25-Jährigen für zu jung, um Europa zu verlassen, doch das finanzielle Paket war einmalig. In sieben Spielzeiten in China wurde er zum bestbezahlten Spieler der Liga und zur Integrationsfigur: 62 Tore und 102 Vorlagen in 215 Einsätzen. Zudem absolvierte er 48 Länderspiele für Brasilien (12 Tore) und stand im Kader der 2014er-WM, die das Halbfinale erreichte.
Auswirkungen auf den brasilianischen Fußball und Chelsea-Vermächtnis
Mit Oscars Rücktritt schließt sich das Kapitel eines Spielers, der einst der nächste große Zehner Brasiliens werden sollte. Bei Chelsea wurde er oft im offensiven Mittelfeld oder auf dem Flügel eingesetzt, seine beste Form zeigte er unter José Mourinho in der Meistersaison 2014/15, in der er in allen Wettbewerben acht Tore und acht Vorlagen beisteuerte. Seine Kreativität und sein Pressing waren entscheidend für Mourinhos Konterfußball. In der Folge sank seine Form, und junge Talente wie Eden Hazard und Willian verdrängten ihn, was letztlich zum China-Wechsel führte.
Für Brasilien war Oscar unter Luiz Felipe Scolari und Dunga Stammspieler, aber seine internationale Karriere erreichte nie die erhofften Höhen. Beim 3:1-Erfolg gegen Kroatien im Auftaktspiel der WM 2014 traf er sehenswert und steuerte drei Vorlagen bei, doch für den WM-Kader 2018 wurde er nicht nominiert. Sein Abgang aus dem Spitzenfußball mit 25 sorgte für Diskussionen – viele meinten, er hätte in Europa mehr erreichen können.
Wie es weitergeht
Mit dem Ende seiner Spielerkarriere hat Oscar seine nächsten Schritte noch nicht bekanntgegeben. Er hat Interesse bekundet, im Fußball zu bleiben, möglicherweise als Trainer oder Botschafter. Aufgrund seiner Erfahrungen im europäischen und asiatischen Fußball könnte er ein wertvoller Mentor für junge Brasilianer sein. Seine Gesundheit hat jedoch Priorität, und er will sich zunächst vollständig erholen, bevor er über seine Zukunft entscheidet.
Oscars Rücktritt ist eine eindringliche Erinnerung an die Risiken, denen Sportler selbst in ihrer Blütezeit ausgesetzt sind. Mit 34 hätte er noch mehrere Jahre spielen können, doch seine Gesundheit ging vor. Chelsea-Fans werden ihn als wichtigen Teil einer Meistermannschaft in Erinnerung behalten, Chinas Fußballfans als einen der größten Importe der Liga.
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