Nuno trifft West-Ham-Führung nach Abstiegsbestätigung
West Ham Uniteds Trainer Nuno Espirito Santo führt Krisengespräche mit der Klubführung nach dem Abstieg in die Championship. Das für Montag angesetzte Treffen entscheidet darüber, ob er bis zum Saisonende im Amt bleibt oder sofort entlassen wird.
Hintergrund: Eine desaströse Saison
West Ham beendete die Premier League auf Platz 18 und gewann nur acht von 38 Spielen. Die 35 Punkte sind die wenigsten in einer kompletten Erstliga-Saison seit 2011/12. Defensive Schwächen – 68 Gegentore – waren ein Hauptgrund.
Nuno ersetzte Julen Lopetegui im Oktober, erreichte aber nur eine Siegquote von 28 Prozent. Die Hammers verloren 12 der letzten 18 Partien, darunter ein 0:5-Debakel bei Manchester City. In der Auswärtstabelle waren sie das schlechteste Team der Liga: vier Punkte aus 57 möglichen.
Taktische Probleme und Statistiken
Nunos bevorzugtes 4-3-3 brachte keine defensive Stabilität. West Ham belegte Platz 19 bei den erwarteten Gegentoren (xGA 71,2) und Platz 20 bei den Schüssen aufs Tor pro Spiel (6,8). Besonders anfällig war man bei Standards: 14 Gegentore nach ruhenden Bällen, der zweitschlechteste Wert der Liga.
Im Angriff erzielte man nur 41 Tore – die wenigsten aller Nicht-Absteiger. Trotz Jarrod Bowen und Lucas Paquetá gelang es dem Team selten, hochkarätige Chancen herauszuspielen: durchschnittlich 1,2 xG pro Spiel (Platz 16).
Was das Treffen entscheiden wird
Klubchef David Sullivan und Technischer Direktor Tim Steidten werden über Nunos Zukunft diskutieren. Drei Szenarien sind wahrscheinlich:
- Einvernehmliche Trennung: Nuno geht mit einer Abfindung, West Ham sucht einen Championship-erfahrenen Trainer.
- Entlassung: Fristlose Kündigung, die eine Klausel auslöst, die die Zahlung im Abstiegsfall reduziert.
- Beibehaltung: Unwahrscheinlich angesichts der desaströsen Saison und Fanprotesten nach der letzten Heimniederlage gegen Aston Villa.
Nunos Vertrag läuft bis 2027, was eine Entlassung teuer macht. Der Klub könnte jedoch einen klaren Schnitt bevorzugen, um für die Championship neu aufzubauen.
Historischer Vergleich: Andere vom Abstieg betroffene Trainer
Die Situation erinnert an Scott Parker bei Fulham 2020/21 – ein Trainer, der das Team konkurrenzfähig hielt, aber letztlich abstieg und im Einvernehmen ging. Parkers Fulham hatte 28 Punkte; West Hams 35 zeigen eine etwas bessere Leistung, aber die Geduld der Bosse ist erschöpft.
Wie geht es weiter für West Ham?
Der Klub muss einen Trainer mit Erfahrung im Championship-Aufstiegskampf verpflichten. Namen wie Carlos Corberán (Ex-West Brom) und Liam Rosenior (Ex-Hull) werden bereits gehandelt. Der Ausgang der letzten fünf Spiele ist weniger wichtig als die Planung für August. Nunos Abschied scheint unvermeidlich.
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