In einer Saison, die oft mehr versprochen als gehalten hat, hat der Hull City eine Leistung mit Biss, Disziplin und nicht wenig Qualität gezeigt und sich drei unbezahlbare Punkte in der CBS Arena gesichert. Liam Millar, der kanadische Flügelstürmer, der von Basel ausgeliehen ist, war der Held, sein Treffer in der zweiten Halbzeit entschied das Spiel zugunsten der Tigers. Das 1:0 dürfte eine Welle der Erleichterung durch die mitgereisten Fans geschickt haben. Dies war mehr als ein Sieg – es war ein Statement einer Mannschaft, die allzu oft nur geblendet hat.

Millars magischer Moment

Das Spiel war eine angespannte, taktische Angelegenheit, in der beide Teams nur schwer zu klaren Torchancen kamen. Coventry hatte, beflügelt von der lautstarken Heimunterstützung, den größeren Ballbesitz, doch die Abwehr von Hull, angeführt vom zuverlässigen Alfie Jones, stand sicher. Dann, in der 67. Minute, wurde der Bann gebrochen: Ein schneller Konter, eingeleitet durch eine kluge Balleroberung im Mittelfeld von Jean-Michaël Seri, schickte Millar auf der linken Seite. Der 24-Jährige zog nach innen, umkurvte zwei Gegenspieler und schlenzte den Ball ins kurze Eck von Torhüter Ben Wilson. Ein Tor individueller Brillanz, ein Moment purer Klasse, der eine ansonsten zerfahrene Partie erhellte.

Defensivmeisterleistung

Millar wird zu Recht die Schlagzeilen bekommen, doch der Sieg basierte auf einer soliden Defensive. Cheftrainer Liam Rosenior, der in einigen Kreisen für die Inkonstanz seiner Mannschaft kritisiert wurde, stellte sein Team so auf, dass es kompakt und schwer zu überwinden war. Die Viererkette mit Lewie Coyle, Sean McLoughlin, Jacob Greaves und Matty Jacob war herausragend und beschränkte Coventry auf Distanzschüsse. Torwart Ryan Allsop strahlte Sicherheit aus, beherrschte den Strafraum und parierte in der Nachspielzeit einen wichtigen Schuss von Einwechselspieler Ellis Simms. Dies war eine Leistung, die die taktische Disziplin zeigte, die Rosenior die ganze Saison vermitteln will – und sie zahlte sich aus.

Kontext und Charakter

Der Sieg hat über die drei Punkte hinaus große Bedeutung. Er stoppt eine besorgniserregende Serie, in der Hull nur eines von fünf Spielen gewann, und entfernt die Tigers weiter von der Abstiegszone. Für die Fans, die den langen Weg in die Midlands auf sich genommen hatten, war es eine Erinnerung an das Potenzial, das in dieser Mannschaft steckt. Das MKM Stadium hat in den letzten Jahren viele Höhen und Tiefen erlebt, doch unter der Führung von Acun Ilıcalı gibt es neuen Ehrgeiz. Dieses Ergebnis gegen eine Mannschaft, die letzte Saison das Championship-Play-off-Finale erreichte, zeigt, dass Hull City mit den besseren Teams der Liga mithalten kann. Es war ein charaktervoller Auswärtssieg, der zuletzt oft vermisst wurde, und er lässt für künftige Aufgaben hoffen.

Blick nach vorn

Die Herausforderung für Rosenior und seine Spieler besteht nun darin, diesen Schwung mitzunehmen. Im nächsten Spiel kehrt Hull ins MKM Stadium zurück und trifft dort auf ein Team aus dem Tabellenmittelfeld, das selbst dringend Punkte braucht. Konstanz war das ganze Saison das Stichwort, und die Tigers müssen nun beweisen, dass sie eine Serie positiver Ergebnisse starten können. Wenn Millar in dieser Form spielt und die Defensive so stabil bleibt wie in Coventry, gibt es guten Grund für Optimismus. Die Länderspielpause bietet Gelegenheit, sich neu zu formieren, aber die Grundlagen sind gelegt. Wenn Hull diese Intensität und Organisation Woche für Woche abrufen kann, braucht man sich um den Klassenerhalt keine Sorgen zu machen. An diesem Tag zeigten die Tigers ihre Zähne – und der Rest der Liga sollte das zur Kenntnis nehmen.

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