Manchester United nach 1:4 gegen Como „nicht mehr besonders“
Die 1:4-Blamage gegen Como ist für Manchester United das jüngste Kapitel einer jahrelangen Talfahrt. Sky-Sports-Reporter Kaveh Solhekol sieht die Ursachen weit abseits des Rasens – und erklärt den englischen Rekordmeister für „nicht mehr besonders“.
- Spiel: Manchester United 1:4 Como
- Wettbewerb: Testspiel in der Vorbereitung (Ort: Italien)
- Kernthese: Zwei Jahrzehnte Chaos und Misswirtschaft unter der Familie Glazer haben United ruiniert
- Nächstes Spiel: Bournemouth (heim) – laut Solhekol ein offenes Duell
- Trainer: Michael Carrick steht nach der Pleite unter Druck
Das wurde gesagt
„Ich habe kein Problem mit dem, was Bruno Fernandes gesagt hat. Ich finde es sogar erfrischend. Ich verstehe den Standpunkt, dass so etwas in der Kabine bleiben sollte. Aber diese Spieler sind einfach nur noch frustriert darüber, wie der Klub geführt wird.“
„Lisandro Martinez sagte, dass oben etwas faul ist. Vor allem auf dem Transfermarkt. Fernandes hat den Fans deutlich gemacht, dass in der Kabine etwas nicht stimmt.“
„Die große Story ist: Manchester United zerfällt, seit die Glazers den Klub gekauft haben. Das hier ist nur ein Symptom dessen, was schiefläuft.“
„Eines muss man sich fragen: Wie viele dieser Spieler sind gut genug für Manchester United? Wie viele würden in der Startelf von Arsenal, Liverpool oder Manchester City stehen?“
„Das einzig Positive bei Manchester United sind die Rekordumsätze – obwohl sie in der vergangenen Saison nicht in Europa gespielt haben. Davon abgesehen gibt es absolut nichts Positives.“
„Die Eigentümerschaft der Glazers hat Manchester United in den letzten 20 Jahren mehr als zwei Milliarden Pfund gekostet. Und das in einer Zeit, in der andere Klubs Geld investieren.“
„Ich habe in den letzten Tagen sogar von United-Fans gehört: ‚Es wäre gut, wenn wir absteigen würden. Dann könnten die Besitzer den Klub verkaufen, und wir fangen neu an.‘ So schlimm steht es.“
„Sie sind nicht mehr besonders. Brentford ist ein besserer Klub. Brighton ist ein besserer Klub. Man ist überrascht, wenn Manchester United gewinnt – nicht, wenn sie verlieren.“
„Man kann Sir Alex Ferguson zurückholen, und nichts würde sich ändern. United würde keinen Titel mehr gewinnen.“
„Er war vor 21 Jahren der Einzige, der hätte rausgehen und den Verkauf an die Glazers per Übernahmekredit vielleicht stoppen können. Er tat es nicht, er machte mit.“
„Ich mache mir Sorgen um Carrick. Auch um seine Körpersprache. Ich habe nicht viel Kampf in ihm gesehen. Offensichtlich gibt es ein Problem in seinem Verhältnis zu den Spielern.“
Solhekol rechnet schonungslos ab. Die 1:4-Pleite ist für ihn keine isolierte Blamage, sondern die logische Folge einer Eigentümerschaft, die dem Klub über zwei Milliarden Pfund entzogen hat, während die Konkurrenz investierte.
Er verteidigt Bruno Fernandes und Lisandro Martinez für ihre deutlichen Worte: Spieler dürften ihre Meinung sagen, und ihr Frust spiegle eine Kabine wider, die das Vertrauen in die Führung verloren hat.
Die Zahlen
- 2 Mrd. Pfund+ – so viel hat die Glazer-Ära Manchester United in 20 Jahren gekostet
- 90 Tage – so lange darf Sir Jim Ratcliffe maximal pro Jahr in Großbritannien sein (er lebt in Monaco)
- 40 Prozent – Anteil der Mitarbeiter, die entlassen wurden
- Rekordniveau – Manchester Uniteds Umsätze trotz fehlendem Europapokal in der Vorsaison
Warum die Glazers die Wurzel allen Übels sind
Für Solhekol ist die Sache klar: Das Eigentümermodell ist das Problem. Die Übernahme der Glazers per Kredit belastete einen zuvor schuldenfreien Klub mit Verbindlichkeiten, die Familie lebt in den USA. Sir Jim Ratcliffe und INEOS versuchen ihr Bestes, doch Ratcliffes Wohnsitz in Monaco begrenzt seine Zeit im Land.
Der Sky-Chefreporter betont: Nichts werde sich ändern, solange nicht neue Eigentümer die Schulden tilgen. Die Entlassungen und die Ticketpreise seien Beweise dafür, dass die Seele des Klubs zerstört wurde.
Er berichtet sogar von Fans, die ihm sagten, ein Abstieg sei vielleicht besser, wenn er einen Verkauf erzwinge. „So schlimm steht es“, sagt er.
Carricks Zukunft und die akute Sorge
Solhekol macht sich Sorgen um Michael Carrick. Nach der Como-Pleite sah er wenig Kampf in der Körpersprache des Trainers und vermutet ein zerbrochenes Verhältnis zur Mannschaft. Ein Jobverlust oder Rücktritt Carricks würde ihn nicht überraschen.
Der Experte vergleicht Carricks flache Pressekonferenz mit der Wut, die andere Trainer gezeigt hätten. Er deutet an, Carrick fühle sich vom Sommer-Transferfenster im Stich gelassen – und der Kampfgeist sei ihm abhandengekommen.
Diskussionspunkte
- Solhekol sagt, United seien „nicht mehr besonders“ und Brentford sowie Brighton seien besser. Ist das fair oder zu hart?
- Hätten Bruno Fernandes und Lisandro Martinez ihren Frust intern behalten sollen – oder war der Gang an die Öffentlichkeit richtig?
- Wenn nicht einmal Sir Alex Ferguson das reparieren könnte, was sagt das über den nötigen Umbau aus?
- Würde ein Abstieg die Glazers tatsächlich vertreiben – oder die Krise nur verschärfen?
Wie es weitergeht
Manchester United empfängt am Wochenende Bournemouth. Solhekol nennt es ein 50:50-Spiel und würde einen Bournemouth-Sieg nicht ausschließen. Eine weitere Niederlage würde den Druck auf Carrick und die Eigentümer vor dem Januar-Transferfenster massiv erhöhen.
Häufige Fragen
Was sagte Kaveh Solhekol über die Eigentümer von Manchester United?
Er sagte, die Eigentümerschaft der Glazer-Familie habe den Klub in 20 Jahren mehr als zwei Milliarden Pfund gekostet, und nichts werde sich ändern, solange nicht neue Eigentümer die Schulden tilgen.
Steht Michael Carrick als Trainer von Manchester United unter Druck?
Ja. Solhekol sagte, er mache sich Sorgen um Carricks Körpersprache, und ein Jobverlust oder Rücktritt würde ihn nicht überraschen.
Was sagte Bruno Fernandes nach der Como-Pleite?
Laut Solhekol kritisierte Fernandes die Trainer und deutete an, dass in der Kabine etwas nicht stimmt. Solhekol verteidigte das Recht des Spielers, sich zu äußern.
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