Manchester United: Trainer überperformen, aber schlechte Transfers halten den Klub im Mittelfeld

Manchester United hat seit 2016 in der Premier League 56 Punkte mehr geholt als erwartet – doch die durchschnittliche erwartete Platzierung ist Rang neun. Die zugrunde liegenden Zahlen legen nahe, dass die Probleme tiefer liegen als auf der Trainerbank. Nach einem Netto-Transferdefizit von 1,4 Milliarden Pfund steht vor allem die Kaderplanung unter Beschuss.

  • Punkte-Überperformance: 669 tatsächliche Punkte gegenüber 613 erwarteten seit 2016 – die fünftbeste Ausbeute der Liga.
  • Netto-Ausgaben: 1,4 Mrd. Pfund seit 2016 – 40 Prozent mehr als jeder andere Premier-League-Klub.
  • Erwartete Platzierung: Im Schnitt Rang neun zwischen 2021/22 und 2025/26.
  • Trainerbilanz: Michael Carrick ist der achte dauerhafte Cheftrainer seit dem Rücktritt von Sir Alex Ferguson 2013.
  • Letztes Ergebnis: 0:3-Heimniederlage gegen Bournemouth erhöht den Druck auf Carrick.
  • Schlüsselfiguren: Christopher Vivell (Leiter Kaderplanung) und Jason Wilcox (Sportdirektor) stehen nun unter Beobachtung.

Die Zahlen

  • 669 – Manchester Uniteds tatsächliche Premier-League-Punkte seit 2016, die fünftbeste Ausbeute der Liga.
  • 613 – Der erwartete Punktewert, bedeutet 56 Punkte mehr als erwartet.
  • 56 – Die Überperformance-Marge; nur Everton hat seit 2016 eine größere Überperformance unter den Premier-League-Klubs.
  • 1,85 – Michael Carricks durchschnittliche Punkte pro Spiel als Trainer, verglichen mit einem erwarteten Schnitt von 1,37.
  • 1,37 – Carricks erwartete Punkte pro Spiel in seiner Amtszeit.
  • 3 – Punkte weniger als erwartet, die United in dieser Saison unter Carrick geholt hat.
  • 71 – Punkte in der vergangenen Saison beim dritten Platz, bei einem erwarteten Wert von 61.
  • 8 – Anzahl der Male in den letzten 10 Saisons, in denen United besser abschloss als erwartet.
  • 9. – Uniteds durchschnittliche erwartete Platzierung zwischen 2021/22 und 2025/26.
  • 14. – Wo sie 2023/24 unter Erik ten Hag hätten landen sollen, als sie tatsächlich Achter wurden.
  • 1,4 Mrd. £ – Netto-Ausgaben seit 2016, 40 Prozent mehr als jeder andere Klub.
  • 8 von 10 – Saisons, in denen Uniteds Netto-Ausgaben-Rang höher war als ihr erwarteter Punkte-Rang.
  • 0 – Saisons, in denen ihr erwarteter Punkte-Rang höher war als ihr Netto-Ausgaben-Rang.
  • Nur Tottenham – Hat unter den Premier-League-Klubs eine höhere negative Differenz zwischen Kaderkosten und -wert als United.
  • 6 – Klubs, einschließlich United, deren Kaderwert niedriger ist als die Kosten; die Mehrheit hat Wert geschaffen.

Was gesagt wurde

„Der Grund, warum die Leute in der Kabine sind, ist, dass jemand sie empfohlen hat. Michael Carrick hat nicht all diese Spieler auf dem Platz ausgesucht. Das ist nicht Michael Carricks Aufgabe. Also, wer ist der Leiter der Kaderplanung? Wer ist der Sportdirektor? Dort sollten jetzt alle Augen hinsehen.“

— Gary Neville, Sky-Sports-Experte, in seinem Podcast nach der Niederlage gegen Bournemouth

Nevilles Kommentare treffen den Kern des Problems: Die Männer auf der Trainerbank werden an einem Kader gemessen, den andere zusammengestellt haben. Der Fokus verschiebt sich nach oben, wo Christopher Vivell und Jason Wilcox die Schlüsselrollen innehaben.

Wilcox sah sich insbesondere nach der jüngsten Champions-League-Niederlage gegen Atlético Madrid öffentlicher Kritik von Verteidiger Lisandro Martínez ausgesetzt. Seit Wilcox‘ Ankunft im April 2024, zunächst als Technischer Direktor, waren die Erfolge auf dem Transfermarkt begrenzt.

Analyse: Warum Carrick Zeit verdient und die Kaderplanung das eigentliche Problem ist

Die Statistik zeichnet ein klares Bild: Manchester Uniteds Trainer haben aus ihren Kadern konstant mehr herausgeholt, als die zugrunde liegenden Leistungsdaten vermuten lassen. Michael Carrick kommt auf durchschnittlich 1,85 Punkte pro Spiel bei einem erwarteten Schnitt von 1,37 – die größte Überperformance aller United-Trainer seit 2016. Sogar Erik ten Hag, Ralf Rangnick, José Mourinho und Ole Gunnar Solskjær übertrafen die erwarteten Punkte. Ruben Amorim ist die einzige Ausnahme.

Doch die Kehrseite ist verheerend. Uniteds durchschnittliche erwartete Platzierung zwischen 2021/22 und 2025/26 ist Rang neun. Der achte Platz 2023/24 hätte eigentlich Rang 14 sein müssen. Der Kader ist einfach nicht gut genug, um um Titel zu kämpfen, und die Schuld liegt bei der Kaderplanung. Seit 2016 liegt Uniteds Netto-Ausgabenvolumen von 1,4 Mrd. Pfund 40 Prozent über dem jedes anderen Klubs, doch ihr erwarteter Punkte-Rang war in keiner der letzten 10 Saisons höher als ihr Netto-Ausgaben-Rang. Teure Verpflichtungen wie Manuel Ugarte, Matthijs de Ligt, Leny Yoro, Joshua Zirkzee und Benjamin Šeško rechtfertigen ihre Ablösesummen bislang nicht. Andere, darunter Rasmus Højlund, Antony, Jadon Sancho, Raphaël Varane und Romelu Lukaku, stammen aus der Zeit vor dem aktuellen Regime, verstärken aber die kumulierte Verschwendung. Laut Transfermarkt (gezahlte Ablösen und Marktwerte) hat nur Tottenham eine höhere negative Differenz zwischen Kaderkosten und -wert als United. Bis der Klub diese Probleme in der Kaderplanung löst, werden die Trainer weiterhin den Preis zahlen.

Diskussionspunkte

  • Sollte United an Carrick festhalten und die Kaderplanung verantwortlich machen, statt erneut den Trainer zu wechseln?
  • Hat Gary Neville recht, wenn er auf Vivell und Wilcox zeigt, oder sind die Trainer weiterhin in der Verantwortung?
  • Wie können Uniteds Netto-Ausgaben so hoch und der Kaderwert gleichzeitig so niedrig sein? Ist das die schlechteste Kaderplanung der Liga?
  • Ist United bei einer durchschnittlich erwarteten Platzierung von neun mittlerweile tatsächlich ein Mittelfeldklub?

Wie es weitergeht

Manchester Uniteds nächster Gegner ist in der Quelle nicht genannt, doch der unmittelbare Fokus liegt auf der Reaktion des Klubs auf die Niederlage gegen Bournemouth. Der Vorstand erwog den vierten Trainerwechsel in vier Jahren, gab Carrick jedoch eine Gnadenfrist. Alle Augen werden auf das nächste Spiel gerichtet sein und darauf, ob die zugrunde liegenden Zahlen endlich in Leistungen münden.

Häufig gestellte Fragen

Um wie viele Punkte hat Manchester United seit 2016 überperformt?

Sie haben 56 Punkte mehr geholt als erwartet: 669 tatsächliche Punkte gegenüber einem erwarteten Wert von 613.

Wer ist Manchester Uniteds Leiter der Kaderplanung und Sportdirektor?

Christopher Vivell ist der Leiter der Kaderplanung, Jason Wilcox der Sportdirektor.

Wie lautet Michael Carricks Punkte-pro-Spiel-Bilanz als Manchester-United-Trainer?

Carrick kommt in seiner Amtszeit auf durchschnittlich 1,85 Punkte pro Spiel bei einem erwarteten Schnitt von 1,37.

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