Ilicali unter Beschuss: Hull Citys Aufstiegstraum geplatzt
Acun Ilicali, der türkische Medienunternehmer, der Hull City im Januar 2022 übernahm, sieht sich wachsender Unzufriedenheit der Fans ausgesetzt, da der Zweitligist den Aufstieg in die Premier League zu verpassen droht. Trotz hoher Investitionen gewannen die Tigers nur zwei der letzten zehn Spiele und rutschten auf Platz 12 ab.
Vom Höhenflug zum Stillstand
Ilicalis Übernahme versprach eine neue Ära. Der extravagante Unternehmer, bekannt aus türkischen Reality-Shows, gewann die Fans zunächst mit ambitionierten Plänen und Ausgabenfreude. Doch die Ergebnisse bleiben hinter den Ankündigungen zurück. Der Klub gab im Sommer über 20 Millionen Pfund für Neuzugänge aus, aber die Mannschaft fand nie zusammen. Trainer Liam Rosenior, von Ilicali eingesetzt, steht wegen inkonsistenter Aufstellungen und fehlender taktischer Identität in der Kritik.
Die Saisonstatistik zeigt das ganze Ausmaß. Hull erzielte in 30 Ligaspielen nur 28 Treffer – drittschwächster Wert in der oberen Tabellenhälfte. Defensiv gelangen nur fünf Zu-Null-Spiele. Besonders besorgniserregend ist die Form seit November: Vier Niederlagen in den letzten sechs Heimspielen haben den Heimvorteil im MKM-Stadion zunichte gemacht.
Fan-Proteste und Eigentümer-Modell
Fanorganisationen beginnen, ihre Sorgen laut zu äußern. Eine Petition für ein Forum mit Ilicali sammelte innerhalb einer Woche über 2.000 Unterschriften. Der Hauptvorwurf lautet, der Besitzer stelle mediale Präsenz über fußballerische Strukturen. Ilicalis starke Einbindung in die Klubkommunikation, gemeinsam mit seinem Sohn Arda als Vorstandsmitglied, wird als Mangel an professionellem Management kritisiert.
Vergleiche mit anderen ausländischen Eigentümern in der Championship werden gezogen. Wie Tony Bloom beim Brighton oder die Pozzo-Familie in Watford muss Ilicali lernen, dass Erfolg im englischen Fußball Geduld und einen kohärenten langfristigen Plan erfordert. Der Rückstand auf die Top Sechs beträgt zehn Punkte, und bei 16 verbleibenden Spielen rücken die Play-offs in weite Ferne.
Auswirkungen auf den Premier-League-Traum
Sollte Hull der Aufstieg misslingen, drohen finanzielle Konsequenzen. Die Gehaltsliste ist unter Ilicali um 40 Prozent gestiegen, und das erklärte Ziel, binnen drei Jahren in die Premier League zurückzukehren, könnte Budgetkürzungen erzwingen. Verluste von 15 Millionen Pfund im letzten Geschäftsjahr unterstreichen das Risiko.
Taktisch offenbaren Hulls Schwierigkeiten die Probleme bei der Integration vieler Neuzugänge. Rosenior probierte seit Oktober drei verschiedene Systeme, doch die Mannschaft findet keinen Zusammenhalt. Das Mittelfeldtrio aus Leihgabe Tyler Morton, Kapitän Lewie Coyle und Jean-Michaël Seri wurde von körperlich stärkeren Gegnern überrannt.
- Nur zwei Siege aus zehn Spielen, Torverhältnis von -6 in diesem Zeitraum.
- Ballbesitz fiel von 54 Prozent im September auf 47 Prozent im Januar.
- Stürmer Aaron Connolly traf seit seiner Leihe nur einmal in zwölf Einsätzen.
Was kommt auf Ilicali und Hull City zu?
Das anstehende Spiel gegen den abstiegsbedrohten Rotherham United ist ein Pflichtsieg. Eine Niederlage würde den Druck auf Rosenior erhöhen und Fragezeichen hinter Ilicalis Zukunft aufwerfen. Abgänge von Stammspielern im Winter – darunter Stürmer Benjamin Tetteh – deuten auf einen möglichen Ausverkauf hin, falls der Abwärtstrend anhält. Der Besitzer steht vor einer kritischen Weggabelung: entweder die Klubstruktur auf nachhaltige Fußballentwicklung ausrichten oder die Entfremdung einer Fangemeinde riskieren, die bereits vier Jahre ohne Erstklassigkeit erlebt hat.
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