Manchester Citys Suche nach einem neuen Rodri geht in die falsche Richtung
Die Panik ist spürbar. Rodri ist zu Barcelona gewechselt, und die Meister suchen fieberhaft nach einem gleichwertigen Ersatz. Doch die Lösung liegt die ganze Zeit vor ihrer Nase: Mateo Kovačić, der kroatische Taktgeber, der seit August das Mittelfeld von City dirigiert – ohne dass es jemand so richtig wahrnimmt.
Die stille Entwicklung eines Seriensiegers
Kovačić kam als Randfigur nach Manchester, ein Chelsea-Abstauber, der als nicht mehr benötigt galt. Doch seine Karriere ist eine einzige Jagd nach Titeln: vier Champions-League-Triumphe, drei englische Meisterschaften, ein WM-Finale. Er ist der ultimative Gewinner, einer, der alle um ihn herum besser macht, ohne selbst im Rampenlicht zu stehen.
Bei Real Madrid lernte er sein Handwerk unter Zinédine Zidane und sog die Anforderungen des Spitzenfußballs auf. Beim FC Chelsea reifte er zum Box-to-Box-Spieler, doch sein wahrer Wert liegt in seiner Stellungsspiel-Intelligenz und seiner Pressingresistenz. Bei City, unter Pep Guardiola, wurde er zum tiefsten Mittelfeldspieler umfunktioniert – eine Rolle, die seiner Ruhe unter Druck und seiner Fähigkeit, mit einem einzigen Dribbling Linien zu durchbrechen, perfekt entgegenkommt.
Die taktischen Argumente für Kovačić als Rodris Erben
Rodri war das Metronom, der Spieler, der keinen Pass verschwendete und keinen Zweikampf verlor. Kovačić bietet ein anderes Profil: beweglicher, progressiver und wohl auch kreativer. Seine Statistiken in dieser Saison sind außergewöhnlich: eine Passquote von 91 %, 2,1 Key Passes pro Spiel und 1,8 erfolgreiche Dribblings pro Partie. Er gehört zu den Top fünf Mittelfeldspielern bei Ballvorstößen in das letzte Drittel – eine Eigenschaft, die Guardiola bei seiner Sechs sonst selten schätzt.
- Gegen Arsenal spielte er 112 Pässe, die meisten aller City-Spieler in dieser Saison, und gewann 100 % seiner Zweikämpfe (4/4).
- In der Champions League gewann er 3,2 Kopfballduelle pro Spiel – mehr als Rodri in der Vorsaison (2,8).
- Sein Pressing ist ansteckend: Cities Ballgewinne pro Spiel steigen um 15 %, wenn er startet.
Die Sorge ist seine defensive Disziplin: Er ist kein Schild im selben Sinne, und sein Instinkt, nach vorne zu gehen, kann Lücken hinterlassen. Doch Guardiolas System verlässt sich nicht mehr so sehr auf einen sitzenden Sechser wie früher; die Außenverteidiger rücken nach innen, die Innenverteidiger treten heraus, das Mittelfeld rotiert. Kovačićs Intelligenz erlaubt ihm, sich anzupassen, und seine Fähigkeit, den Ball aus dem Pressing herauszutragen, ist eine Waffe, die Rodri nie besaß.
Warum die Zweifler Unrecht haben
Die Kritiker werden sein Alter (30) und seine mangelnde Physis anführen. Sie werden sagen, er sei nicht der natürliche Nachfolger, City brauche einen jüngeren, dominanteren Spieler. Doch die Geschichte widerspricht. Als Rodri selbst von Atlético Madrid verpflichtet wurde, galt er als Risiko, als Spieler, der Zeit zur Anpassung brauchen würde. Kovačić hat sich bereits angepasst, und seine Erfahrung in Druckspielen ist unbezahlbar.
Zudem ist die Jagd nach einem "neuen Rodri" eine Fehldiagnose des Problems. Citys Kader basiert auf kollektiver Struktur, nicht auf individueller Brillanz. Sie haben drei Titel in Serie mit einem rotierenden Mittelfeld gewonnen, von İlkay Gündoğan über Bernardo Silva bis zu Kevin De Bruyne. Das System ist der Star, und Kovačić ist das perfekte Rädchen.
Das Fazit: Kovačić wird die Zweifler bis Mai zum Schweigen bringen
Meine Prognose ist einfach: Am Ende der Saison wird Mateo Kovačić als zentraler Mittelfeldspieler in der PFA-Mannschaft des Jahres stehen. Er wird 40 Spiele absolviert haben, eine Schlüsselfigur in Citys Titelverteidigung sein und jeden Kritiker zum Schweigen gebracht haben, der einen spektakulären Neuzugang forderte. Die Lücke, die Rodri hinterlassen hat, wird längst vergessen sein – nicht weil City seinen Klon gefunden hat, sondern weil sie den Mut hatten, einer anderen Art von Genie zu vertrauen.
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