Hull City war noch nie ein Klub, der im Hintergrund blieb. Von dem berühmten orangefarbenen Auswärtstrikot bis zum bemerkenswerten Aufstieg aus der Asche der Beinahe-Auflösung – die Tigers sind immer ihren eigenen Weg gegangen. Jetzt, wo Acun Ilıcalıs ambitioniertes Projekt Fahrt aufnimmt, taucht ein neuer und eher unerwarteter Vergleich auf: Hull City ist die Dolly Parton der Premier League. Eine Schlagzeile, die Aufmerksamkeit erregt, doch hinter dem Witz verbirgt sich eine tiefe Wahrheit über einen Klub, der sich nicht für seine Träume entschuldigt.

Der unverblümte Ehrgeiz

Dolly Parton sagte einmal: „Finde heraus, wer du bist, und tu es mit Absicht.“ Hull City hat sich unter der Führung des türkischen Medienmoguls dieses Motto zu Herzen genommen. Es gibt keine Schüchternheit bei ihren Ambitionen, keine stille Akzeptanz ihres historischen Platzes in der Fußballpyramide. Sie streben offen den Aufstieg in die Premier League an, und sie schämen sich nicht, dafür Geld auszugeben. Dies ist ein Klub, der durch den Fleischwolf gegangen ist – finanzielle Turbulenzen, Zwangsverwaltung und die Drohung, ganz aus der Football League zu verschwinden – doch hier stehen sie, aufrecht und träumen groß.

Der Vergleich mit Parton, einer Frau, die aus einer Einzimmerhütte in Tennessee ein Imperium aufbaute, kommt nicht von ungefähr, denn auch Hull City hat von Grund auf aufgebaut. Ihre Heimat, das MKM Stadium, ist vielleicht nicht Old Trafford oder Anfield, aber es ist eine moderne, lebendige Arena, in der die Fußballleidenschaft der Stadt neu entfacht wurde. Die Fangemeinde der Tigers, die in den dunkelsten Tagen für ihre Loyalität bekannt ist, wagt es nun zu glauben, dass das gelobte Land der Premier League keine Fata Morgana ist.

Die taktische Identität

Auf dem Platz haben die Tigers einen Stil entwickelt, der so unverwechselbar ist wie Partons paillettenbesetzte Outfits. Unter der Leitung von Cheftrainer Liam Rosenior setzt Hull auf einen besitzorientierten, progressiven Ansatz, der meilenweit von dem pragmatischen, oft verzweifelten Fußball entfernt ist, der frühere Abstiegskämpfe kennzeichnete. Der Fokus auf den Spielaufbau von hinten, mit verteidigern, die sich im Ballbesitz wohlfühlen, und die kreative Freiheit für Spieler wie Jaden Philogene und Regan Slater sprechen für eine Philosophie, die mutig und unterhaltsam ist.

Natürlich ist das ein Risiko. Ein so offenes Spiel in der Championship zu praktizieren, kann angreifbar machen, aber Hull hat eine Widerstandsfähigkeit gezeigt, die darauf hindeutet, dass sie lernen. Die Verpflichtung von Spielern wie Anass Zaroury und Noah Ohio in der Winterpause, beide jung und hungrig, zeigt eine Rekrutierungsstrategie, die nicht auf kurzfristige Lösungen setzt, sondern auf den Aufbau eines Kaders, der langfristig erfolgreich sein kann. Dies ist kein Klub, der sich auf seinen Lorbeeren ausruht; es ist ein Klub in ständiger Bewegung, der immer nach Verbesserung strebt.

Historische Echos

Die Geschichte von Hull City ist ein Wandteppich aus Höhen und Tiefen, und die aktuelle Ära fühlt sich wie der Beginn eines neuen Kapitels an. Der erste Aufstieg des Klubs in die höchste Spielklasse im Jahr 2008 unter Phil Brown war ein Märchen, das mit dem Abstieg und einer anschließenden Achterbahnfahrt endete. Doch es gibt das Gefühl, dass diesmal alles anders ist. Die finanzielle Unterstützung ist real, der Ehrgeiz ist klar, und die Infrastruktur wird gestärkt. Die Akademie, einst eine Quelle der Frustration, produziert nun Talente wie Jacob Greaves, der zu einem Eckpfeiler der Abwehr geworden ist.

Der Parton-Vergleich funktioniert auch wegen der schieren Kühnheit. Wer sonst hätte die Nerven, sich mit einer der kultigsten Figuren der Country-Musik zu vergleichen? Es ist eine kühne Aussage, aber Hull City war noch nie schüchtern. Sie tragen ihren Underdog-Status wie ein Ehrenabzeichen, ähnlich wie Parton ihre Perücken und High Heels. Sie entschuldigen sich nicht dafür, wer sie sind, und sie entschuldigen sich nicht dafür, wohin sie wollen.

Der Weg nach vorn

Im Laufe der Saison finden sich die Tigers in einer hart umkämpften Championship wieder, in der jeder Punkt hart erkämpft ist. Das Aufstiegsrennen ist ein Marathon, kein Sprint, und Hull muss seine Konstanz bewahren und die Formschwankungen vermeiden, die sie in der Vergangenheit geplagt haben. Doch mit einem Kader, der jung, hungrig und zunehmend eingespielt ist, gibt es allen Grund zu der Annahme, dass sie einen Platz unter den ersten sechs und vielleicht sogar einen direkten Aufstiegsplatz erreichen können.

Die Premier League, falls sie es dorthin schaffen, wird eine andere Bestie sein. Die finanzielle Kluft ist riesig, und der Klassenerhalt wäre eine monumentale Herausforderung. Aber wenn es jemand schaffen kann, dann vielleicht ein Klub, der den Geist von Dolly Parton verkörpert – einfallsreich, widerstandsfähig und völlig unverblümt. Hull City träumt nicht nur; sie bauen. Und wie Parton selbst sagen würde: Wenn du den Regenbogen willst, musst du den Regen in Kauf nehmen.

Für die Tigers gab es im Laufe der Jahre reichlich Regen. Doch jetzt, unter den hellen Lichtern des MKM Stadium, beginnt die Sonne zu scheinen, und die Zukunft sieht orange und schwarz aus.

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