Hull Citys alarmierende defensive Fragilität wurde erneut schonungslos offengelegt, als sie sich im Ashton Gate eine 2:4-Niederlage einfingen – ein Ergebnis, das die Tigers im Abstiegskampf der Championship nervös über die Schulter blicken lässt. Trotz einer kämpferischen Aufholjagd in der zweiten Halbzeit war Liam Roseniors Mannschaft ihres eigenen Unglücks Schmied, kassierte zum zweiten Mal in drei Auswärtsspielen vier Gegentore und verlängerte die Sieglosserie auf nun fünf Spiele. Für die treuen mitgereisten Fans, die den langen Weg die M5 herunter auf sich genommen hatten, war es eine vertraute Geschichte aus Versprechen, die durch individuelle Fehler und eine löchrige Abwehr zunichte gemacht wurden, die einfach nicht in der Lage ist, eine Führung zu verteidigen.

Horror erste Halbzeit

Das Spiel war kaum eine Viertelstunde alt, da begann der Nachmittag der Tigers zu bröckeln. Eine gewöhnliche Ecke der Gastgeber fand Rob Dickie, der per Kopf unbedrängt den Ball an dem wie festgenagelt wirkenden Ryan Allsop vorbei ins Tor wuchtete. Wie leicht Bristol City die Hull-Defensive auseinandernahm, war äußerst besorgniserregend und gab den Ton für eine chaotische Anfangsphase vor. Nur zehn Minuten später wurde der Rückstand verdoppelt, als Nahki Wells, ein ständiger Stachel im Fleisch von Hull, nach einem schnellen Konter einnetzte, der die zu hoch stehende Abwehrkette der Gäste entblößte. Die Fans im MKM Stadium, die die Partie auf Leinwänden in East Yorkshire verfolgten, hätten sich die Haare gerauft, als das Mittelfeld der Tigers mit erschreckender Leichtigkeit überspielt wurde. Vor der halben Stunde stand es bereits 3:0. Ein desaströses Missverständnis zwischen Alfie Jones und Sean McLoughlin erlaubte Anis Mehmeti, einzuschieben, Allsop zu umspielen und den Ball ins leere Tor zu rollen. Es war ein Tor, das alles zusammenfasste, was an Hulls Abwehrverhalten falsch ist: zögerlich, verkopft und absolut vermeidbar.

Ein Hoffnungsschimmer

Hull City zeigte nach der Pause Charakter. Rosenior, der seine Mannschaft in der ersten Halbzeit gedemütigt sah, wechselte zur Halbzeit doppelt: Liam Delap und Regan Slater kamen für die wirkungslosen Aaron Connolly und Jean Michaël Seri ins Spiel. Der Wechsel brachte neue Energie ins Spiel der Tigers, und innerhalb von sechs Minuten nach Wiederanpfiff verkürzten sie. Ein Angriff über die rechte Seite, Jaden Philogene, der hellste Lichtblick des Vereins in dieser Saison, zog nach innen und schoss flach ins lange Eck. Es war ein Tor von echter Qualität, und plötzlich fand das Auswärtsende seine Stimme. Vier Minuten später war die Aufholjagd in vollem Gange. Delap, der mit bulligem Ballhalten seine Präsenz zeigte, legte ab auf Ozan Tufan, der aus 20 Metern abzog und den Ball unter die Latte knallte. 3:2, und im Ashton Gate war die Anspannung greifbar. Die Tigers waren in Aufwallung, Bristol City wankte. Hätte Philogenes Schuss aus der Distanz, der nur den Pfosten streifte, sein Ziel gefunden, die Geschichte hätte einen anderen Verlauf nehmen können.

Abwehrprobleme kehren zurück

Aber gerade als Hull City eine bemerkenswerte Aufholjagd zu vollenden drohte, schlug ihre defensive Achillesferse wieder zu. In dem Bemühen, den Ausgleich zu erzielen, entstanden hinten zwangsläufig Räume. In der 78. Minute erwischte ein langer Ball die Abwehr der Tigers auf dem falschen Fuß, und der eingewechselte Tommy Conway, der erst wenige Minuten auf dem Platz stand, zeigte eine für sein Alter bemerkenswerte Ruhe und hob den Ball über den herauseilenden Allsop. 4:2 – die Luft war aus dem Comeback der Huller. Es war der vernichtende Schlag, der das grundlegende Ungleichgewicht in Roseniors Kader offenbarte: Ein Angriff, der Momente der Brillanz erzeugen kann, aber eine Abwehr, die permanent am Rande des Chaos steht. Die Statistiken sind für die Tigers ernüchternd: 14 Gegentore in den letzten fünf Auswärtsspielen – eine Bilanz, die jede Mannschaft in den Abstiegskampf führen würde. Das Fehlen eines dominierenden, erfahrenen Innenverteidigers war offensichtlich; Jones und McLoughlin kämpften beide mit der Physis und Beweglichkeit der Bristol-Angreifer.

Ausblick: Eine Charakterprobe

Für Acun Ilıcalı, den charismatischen Eigentümer des Klubs, der seit seiner Übernahme viel investiert hat, ist dieses Ergebnis eine bittere Pille. Sein ehrgeiziges Projekt, das einen Platz in den Top Sechs anstrebte, ist in Gefahr zu entgleisen. Die Tigers haben nur noch vier Punkte Vorsprung auf die Abstiegszone, und mit einem schweren Restprogramm, einschließlich Heimspielen gegen die aufstiegsorientierten Leicester City und Southampton, wächst der Druck auf Rosenior. Der Cheftrainer, der für seine offensive Philosophie und sein Engagement bei der Entwicklung junger Talente gelobt wird, muss nun einen Weg finden, seine Defensive zu stabilisieren, ohne den kreativen Funken zu opfern, der seine Mannschaft so gefährlich macht. Die Rückkehr des einflussreichen Jacob Greaves, der das Spiel verletzt verpasste, wird entscheidend sein, aber es wird mehr bedürfen. Das Transferfenster im Januar könnte eine Gelegenheit bieten, einen erfahrenen Verteidiger zu verpflichten, aber bis dahin müssen die Tigers schnell aus ihren Fehlern lernen. Das Talent in der Offensive ist unbestreitbar, doch im unerbittlichen Umfeld der Championship ist defensive Stabilität das Fundament einer jeden erfolgreichen Saison. Hull City hat das Werkzeug, um der Gefahr zu entkommen, aber sie müssen größere Widerstandsfähigkeit und Spielmanagement zeigen. Die nächsten Wochen werden über ihre Saison entscheiden, und die Fans im MKM Stadium werden eine Reaktion fordern. Der Kampf um den Klassenerhalt hat gerade erst begonnen.

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