Financial Fair Play ist eine Lüge, die die Reichen den anderen erzählen

Punktabzüge für Everton und Nottingham Forest waren keine Gerechtigkeit. Sie waren Theater. Ein Nebelvorhang, der uns glauben machen soll, das System funktioniere, während Europas Elite ungestraft jede Regel umgeht. Die Profit and Sustainability Rules (PSR) der Premier League sind eine Farce – und die Beweise häufen sich.

Die Bestrafungslücke: Zwei Systeme, eine Ungerechtigkeit

Everton verlor zehn Punkte, weil es die Verlustgrenze um 19,5 Millionen Pfund in drei Jahren überschritt. Nottingham Forest vier für ein Plus von 34,5 Millionen. Unterdessen liegen gegen Manchester City 115 Anklagepunkte über neun Jahre vor – und der Fall zieht sich hin. Barcelona, 1,3 Milliarden Euro verschuldet, verpflichtet weiter Spieler durch ‚Hebel‘, die jeden Bankrotteur erröten ließen. Juventus, in der Serie A mit zehn Punkten Abzug bestraft, gab letzten Sommer 200 Millionen Euro aus. Die Botschaft ist klar: Bestrafe die Kleinen, schütze die Großen.

Sehen Sie sich die Daten an. Seit Einführung der PSR 2013/14 wurden nur sieben Klubs sanktioniert: drei in England, zwei in Italien, einer in Spanien, einer in der Türkei. Alle im Mittelfeld oder untere Tabellenhälfte. Kein einziger Champions-League-Stammgast. Das System wurde entworfen, um die Hierarchie zu erhalten, nicht um Fairness durchzusetzen.

Wie die Reichen tricksen, ohne Regeln zu brechen

Drei Methoden erlauben der Elite, frei zu investieren und dennoch compliant zu wirken:

  • Aufgeblähte Sponsoring-Deals: Manchester Citys 67,5 Millionen Pfund pro Jahr von Etihad war doppelt so hoch wie das, was Arsenal von Emirates bekam. Nach UEFA-Prüfung sank es auf 50 Millionen – immer noch verdächtig. Newcastles Verbindungen zu saudischen Sponsoren folgen dem gleichen Drehbuch.
  • Verkäufe an Schwesterklubs: Chelsea verkaufte Hotels an sich selbst für 76,5 Millionen Pfund, um die Bilanz zu retten. Juventus verkaufte Spieler gegenseitig zu überhöhten Preisen. Die Regeln erlauben es.
  • Gestundete Zahlungen und Abschreibung: Chelsea gab Enzo Fernández einen Achtjahresvertrag, um seine Ablöse von 106,8 Millionen auf acht Jahre zu strecken – nur 13,35 Millionen pro Jahr. Die UEFA schloss dieses Schlupfloch nach einem Fenster, aber nur für europäische Wettbewerbe.

Diese Tricks sind nicht illegal. Sie sind vollkommen legal. Das ist der Betrug.

Das Gegenargument: Regeln sind Regeln – aber es sind die falschen Regeln

Verteidiger der PSR sagen, die Regeln seien klar und transparent; Klubs, die sie brechen, verdienten Strafe. Sie verweisen auf Evertons rücksichtslose Ausgaben unter Farhad Moshiri – 500 Millionen Pfund für Spieler, zwei Abstiegskämpfe. Forests schnelle Ausgabenschwemme nach dem Aufstieg. Beide brachen die Regeln. Fall abgeschlossen.

Das ignoriert die strukturelle Ungleichheit. PSR erlaubt Verluste von 105 Millionen Pfund über drei Jahre, aber das basiert auf einem festen Betrag vor Berücksichtigung der Einnahmen. Manchester Uniteds Verluste von über 300 Millionen seit 2020 würden die Grenze sprengen, doch sie berufen sich auf ‚zulässige Abzüge‘ für Infrastruktur, Jugend- und Frauenfußball. Nottingham Forest gab 250 Millionen für Spieler in zwei Spielzeiten bei 50 Millionen Einnahmen aus – das ist leichtsinnig. Aber City gab seit 2008 netto eine Milliarde für Transfers aus und verwandelte sich vom Mittelfeldklub zum Dynastie.

Das System bestraft Ambition, nicht Verantwortungslosigkeit. Brentford, Brighton und Bournemouth geben im Rahmen ihrer Möglichkeiten aus. Sie fordern die Top Sechs selten heraus. Die Decke ist in den Regeln eingebaut.

Das Urteil: PSR wird durch eine Gehaltsobergrenze ersetzt – aber die Ungleichheit bleibt

Bis 2026 wird die Premier League voraussichtlich eine ‚Kostenquote für den Kader‘ einführen, ähnlich den neuen UEFA-Regeln: Klubs dürfen nur 70 Prozent ihrer Einnahmen für Gehälter, Transfers und Berater ausgeben. Das zementiert den Vorteil der Klubs mit hohen Einnahmen. Manchester Uniteds 600 Millionen Einnahmen erlauben ein Budget von 420 Millionen. Brentfords 150 Millionen erlauben 105. Der Abstand bleibt.

Meine konkrete Prognose: Bis 2027 wird mindestens ein Premier-League-Klub unter den neuen Regeln absteigen – ein Aufsteiger mit geringen Einnahmen, nicht einer der ‚Big Six‘, der zu viel ausgegeben hat. Das System wird sich ein weiteres Opfer holen, während die Elite durch kreative Buchführung ihr Wettrüsten fortsetzt. Financial Fair Play ist eine Leitplanke für die Reichen, kein Hindernis.

Eingeordnet unter: Meinung | LA Premier League Home