Everton gegen Nottingham Forest – Spieltags-Vorschau

Formcheck
Everton geht mit angezogener Handbremse in diese Partie: Seit fünf Ligaspielen sieglos (2 Unentschieden, 3 Niederlagen), dabei nur drei Tore erzielt. Sean Dyches Mannschaft zeigt sich zu Hause im Goodison Park defensiv stabil, aber offensiv fehlt die Durchschlagskraft – der xG-Wert pro Spiel gehört zu den schwächsten der Liga. Die 0:1-Niederlage gegen Fulham legte offen, dass Everton kaum Chancen aus dem Spiel heraus kreiert. Nottingham Forest dagegen ist unter Nuno Espírito Santo in Topform: Vier Spiele ungeschlagen (2 Siege, 2 Remis), darunter ein beachtliches Unentschieden gegen Liverpool und ein cleverer 2:0-Erfolg gegen West Ham. Auswärts präsentiert sich Forest stabil – nur ein Gegentor pro Spiel auf fremdem Platz – und steht verdient in der oberen Tabellenhälfte. Das Team von der Insel glänzt mit Selbstvertrauen und einer klaren Umschaltphilosophie.

Die Schlüsselduelle
1. Kampf ums Mittelfeld – Gueye gegen Gibbs-White: Evertons Antrieb kommt vor allem über Idrissa Gueye, der mit aggressivem Pressing und vielen Balleroberungen agiert. Morgan Gibbs-White hingegen lässt sich immer wieder zwischen die Linien fallen und gibt Forest kreative Impulse, die Evertons eng stehendes 4-4-2 oft nicht verteidigen kann. Geht Gueye raus und attackiert, entstehen Räume für Elliot Anderson; bleibt er tief, hat Gibbs-White Zeit zum Drehen und Kann Anthony Elanga füttern. Dieses Duell wird maßgeblich darüber entscheiden, wer das Spiel kontrolliert.

2. Die Flügel – McNeil gegen Aina & Elanga gegen Mykolenko: Dwight McNeil ist mit seinen Zügen nach innen Evertons gefährlichste Waffe, aber Forests Ola Aina ist körperlich präsent und schnell genug, um ihn abzuschirmen. Auf der anderen Seite stellt Elangas explosive Geschwindigkeit Vitaliy Mykolenkos Stellungsspiel auf die Probe. Dyche könnte James Garner zur Unterstützung schicken, doch dann entstehen Räume für Forests Überzahl im zentralen Mittelfeld. Dazu kommt: Forest schaltet schnell um und sucht früh Elanga – das könnte Evertons hohe Abwehrkette und die gelegentliche Unsicherheit bei Standards ausnutzen.

3. Luftduelle – Tarkowski gegen Wood: Chris Wood liefert sich ein klassisches Zweikampf-Duell mit James Tarkowski. Tarkowski gewinnt die meisten ersten Bälle, aber Woods Kopfball-Ablagen in die Schnittstellen für Elanga und Hudson-Odoi sind Forests bevorzugtes Mittel, um Evertons Pressing zu überbrücken. Everton muss zudem auf lange Diagonalbälle auf Morgan Gibbs-White achten, der oft spät in den Strafraum kommt. Auf der Gegenseite hat Forest mit Murillo einen Innenverteidiger, der mutig nach vorne geht – Dominic Calvert-Lewin sollte deshalb immer wieder zurückkommen, um Forests Spielaufbau zu stören.

Prognose
Evertons Verzweiflung im eigenen Stadion wird diese Partie hitzig machen, aber die mangelnde Kreativität gegen eine gut organisierte Forest-Mannschaft, die bei Kontern glänzt, spricht eine klare Sprache. Forests Beweglichkeit im Mittelfeld und Elangas Tempo werden zwei klare Chancen kreieren – und eine davon nutzen. Everton mag per Standard treffen, doch Forests Selbstvertrauen und taktische Klarheit geben den Ausschlag. Prognose: Everton 1:2 Nottingham Forest – ein Ergebnis, das Evertons Abstiegssorgen verstärkt und Forests Europa-Träume weiter beflügelt.