Erster Premier-League-Punkt: Spurs erkämpfen sich 0:0 bei Nottingham Forest
Der Tottenham Hotspur hat am Samstagnachmittag seinen ersten Punkt der Premier-League-Saison eingefahren – mit einem 0:0 beim Nottingham Forest im City Ground. Das mäßige Ergebnis beendet eine schwierige Auftaktphase für die Nordlondoner, die zuvor beide Ligaspiele verloren hatten.
Nach einer turbulenten Woche, in der der Klub Richarlison abgab und wichtige Spieler verletzt fehlten, zeigte die Elf von Ange Postecoglou eine diszipliniertere Defensivleistung. Doch das Remis offenbarte erneut ein wachsendes Problem: mangelnde Durchschlagskraft im letzten Drittel.
Stabile Defensive, aber Offensive weiter harmlos
Das torlose Unentschieden bedeutet, dass Tottenham nun in drei aufeinanderfolgenden Premier-League-Spielen ohne Treffer blieb – ein beunruhigender Trend, der die Geduld von Fans und Vereinsführung auf die Probe stellen dürfte. Der Zu-Null-Erfolg ist positiv, aber die zugrunde liegenden Statistiken geben Anlass zum Nachdenken: In den ersten drei Ligaspielen gelang den Spurs nur ein einziges Tor – und das beim Auftakt gegen Leicester City.
Postecoglou, bekannt für seine offensive Spielphilosophie, scheint seine Herangehensweise angesichts der aktuellen Limitierungen anzupassen. Ohne die Kreativität von James Maddison, der verletzt fehlt, und mit einem formschwachen Son Heung-min mangelt es den Spurs an Ideen im Spielaufbau. Gegen Forest hatten sie viel Ballbesitz, erspielten sich aber kaum klare Torchancen – ein wiederkehrendes Problem, das schnellstmöglich behoben werden muss.
Defensiv gab es jedoch ermutigende Zeichen. Die Abwehrkette, angeführt von Cristian Romero und Micky van de Ven, wirkte organisierter als in den Vorwochen, und Neuzugang Archie Gray brachte im Zentrum mehr Energie ins Spiel. Doch das letzte Drittel bleibt problematisch: Die Verbindung zwischen Sturm und Mittelfeld war abgehackt, oft misslang der letzte Pass.
Einordnung: Ein Punkt zum Aufbauen?
Dieses Unentschieden muss in einem größeren Kontext gesehen werden. Tottenhams Saisonstart war herausfordernd, mit Auswärtsspielen bei Leicester und dem Heimspiel gegen Arsenal – ein hartes Auftaktprogramm. Doch die zugrunde liegenden Probleme sind tiefergehend. Der Verkauf von Richarlison an einen saudischen Klub, für eine Ablöse von Berichten zufolge rund 60 Millionen Pfund, hat Gehälter freigesetzt und Geld eingebracht, gleichzeitig aber auch die Offensive geschwächt. Der Abgang des Brasilianers, der Anfang der Woche bestätigt wurde, bedeutet, dass Son und Dejan Kulusevski eine schwere Last bei den Toren tragen müssen.
Das Ergebnis lässt die Spurs mit nur einem Punkt aus neun möglichen in den unteren Tabellenregionen zurück. Obwohl es noch früh ist, ist der Abstand zu den Top vier bereits sichtbar. Für einen Klub mit Tottenhams Ambitionen ist das ein beunruhigender Anblick.
Trotzdem gibt es Positives zu vermelden. Die defensive Stabilität im City Ground ist ein Fundament, und Postecoglous Elf zeigte Moral, um unter schwierigen Umständen auswärts etwas zu holen. Die Rückkehr von Maddison sowie Neuzugänge wie Luka Vuskovic und Bailey Cadamarteri könnten in den kommenden Wochen frischen Wind in die Offensive bringen.
Wie geht es für die Spurs weiter?
Die Länderspielpause gibt Postecoglou nun wertvolle Zeit, um auf dem Trainingsplatz an den offensiven Schwächen zu arbeiten. Es wartet ein voller Terminkalender, mit einem London-Derby bei Chelsea im Stamford Bridge am Horizont. Diese Begegnung wird ein harter Test für Tottenhams Ansprüche, und der Trainer muss vielleicht sein System anpassen, um sicherzustellen, dass die Mannschaft mehr zwingende Chancen herausspielt.
Vorerst geht es jedoch darum, auf diesem ersten Punkt aufzubauen. Ein Zu-Null-Spiel in Nottingham ist ein Schritt, aber die Spurs müssen ihre defensive Entschlossenheit in offensive Durchschlagskraft ummünzen. Wenn sie ihre Torausbeute nicht verbessern, könnte die Saison zum Kampf um einen europäischen Platz werden.
- Tottenham hat in drei Spielen nur drei Gegentore kassiert, aber nur ein Tor erzielt – eine negative Tordifferenz, die das Ungleichgewicht verdeutlicht.
- Das erste Zu-Null-Spiel der Saison gibt der zuletzt kritisierten Abwehr Selbstvertrauen.
- Mit Richarlisons Abgang sollen Son und Kulusevski die Offensive führen, doch beide warteten bisher auf ihren ersten Treffer.
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