Howes Newcastle: Vom Umbruch am Scheideweg
Eddie Howe hat den Newcastle United für immer verändert. Das steht außer Frage. Doch je näher die entscheidenden Monate der Saison 2025/26 rücken, desto mehr stellt sich die Frage, ob der Trainer an St. James' Park noch der richtige ist, um den nächsten Schritt zu gehen.
Die Transformation unter Howe
Als Howe im November 2021 übernahm, steckte Newcastle tief im Abstiegskampf. Er führte den Klub in die Sicherheit, dann auf Platz vier und in die Champions League. Der Spielstil wechselte von direktem Konterfußball zu einem hochpressenden, ballbesitzorientierten System. Howes Arbeit auf dem Trainingsplatz verbesserte Spieler wie Joelinton, der vom glücklosen Stürmer zum dominanten Mittelfeldspieler wurde, und die Abwehr wurde eine der besten der Liga.
Unter seiner Ägide qualifizierte sich Newcastle zweimal für den Europapokal und erreichte das Ligapokalfinale. Das Transfersystem entwickelte sich mit der Verpflichtung von Dan Ashworth als Sportdirektor, doch Ashworth wechselte zu Manchester United, ohne seine Vision vollständig umzusetzen. Howes Fähigkeit, Neuzugänge schnell zu integrieren, war ein Markenzeichen – Spieler wie Bruno Guimaraes und Alexander Isak blühten unter seiner Führung auf.
Gründe zur Skepsis
Trotz dieser Erfolge haben die jüngsten Ergebnisse Zweifel aufkommen lassen. Newcastle gewann nur zwei der letzten acht Ligaspiele und verlor Punkte gegen untere Tabellenhälften. Die Pressingintensität, die ihre besten Auftritte prägte, hat nachgelassen, und das Team tut sich schwer, tief stehende Abwehrreihen zu knacken. Verletzungen von Schlüsselspieler wie Isak und Joelinton offenbarten fehlende Breite im Kader, aber auch taktische Starrheit wird kritisiert. Gegen Topteams wirkt Howes Ansatz oft zu vorsichtig, mit Fokus auf Defensivstabilität statt Angriffslust.
Hinter den Kulissen soll die Newcastle-Führung prüfen, ob Howe langfristigen Erfolg garantieren kann. Der Klub will in die Top vier der Premier League und um Titel mitspielen. Manche glauben, dass ein Trainer mit mehr Titel-Prestige nötig ist. Namen wie Julian Nagelsmann und Thomas Tuchel wurden genannt, doch es gab noch keine Kontaktaufnahme.
Statistischer Kontext
Newcastles Punkteschnitt pro Spiel fiel von 1,89 in der Saison 2022/23 auf 1,63 in dieser Spielzeit. Die erwarteten Tore (xG) pro Partie sanken von 1,7 auf 1,4, während die erwarteten Gegentore leicht stiegen. Diese Zahlen deuten auf einen Rückgang der Leistung hin, nicht nur der Ergebnisse. Defensiv bleiben sie stark, aber der Offensivfluss, der sie vor zwei Jahren so gefährlich machte, hat nachgelassen.
Im Sommer gab Newcastle über 150 Millionen Pfund aus, doch die Neuzugänge konnten nicht alle überzeugen. Sandro Tonalis Sperre wegen Wettverstößen war ein Schlag, Harvey Barnes hatte mit Verletzungen zu kämpfen. Im Januar wurde nur ein Leihspieler für die rechte Abwehrseite geholt – ein Zeichen für finanzielle Zwänge durch FFP.
Wie geht es weiter für Howe und Newcastle?
Die kommenden Spiele werden entscheidend sein. Newcastle trifft in den nächsten fünf Partien auf Aston Villa, Tottenham und Chelsea. Eine schlechte Serie könnte sie in die untere Tabellenhälfte rutschen lassen und den Druck auf Howe erhöhen. Umgekehrt könnte ein starker Endspurt den Europapokal sichern und ihm mehr Zeit verschaffen. Der Vorstand gilt als geduldig, erwartet aber Fortschritte. Howes Fähigkeit, seine Taktik anzupassen und mehr aus dem Kader herauszuholen, wird über sein Schicksal entscheiden. Bessern sich die Ergebnisse bis Saisonende nicht, ist eine Trennung unvermeidlich. Howe bleibt vorerst im Amt, aber die Uhr tickt.
Verwandte Artikel
Kategorisiert unter: Trainer-News | LA Premier League Home