In einer Entwicklung, die die Debatte über die Schiedsrichterstandards in der Premier League neu entfacht hat, erklärte der ehemalige Schiedsrichterassistent und Gesetzesanalyst der BBC Sport, Darren Cann, dass das zweite Tor von Manchester United gegen Nottingham Forest hätte aberkannt werden müssen. Das Tor, erzielt von Matheus Cunha in der 67. Minute, brachte United mit 2:1 in Führung und erwies sich letztlich als entscheidend in einem hitzigen Aufeinandertreffen im Old Trafford.
Der Vorfall
Beim Stand von 1:1 wurde eine Ecke in den Strafraum von Forest gebracht. Als der Ball hereinflog, berührte ein United-Verteidiger unbeabsichtigt den Ball, der dann den Arm eines Forest-Spielers traf, bevor er zu Cunha fiel, der ihn ins Tor volleyte. Der Schiedsrichter auf dem Feld winkte die Proteste ab, und der VAR überprüfte die Szene, fand jedoch keinen klaren und offensichtlichen Fehler und ließ das Tor stehen.
Cann argumentiert jedoch, dass die Spielregeln falsch interpretiert wurden. „Wenn ein Tor direkt aus einem Handspiel erzielt wird, selbst wenn es unbeabsichtigt ist, sollte es aberkannt werden“, erklärte Cann in seiner Analysesshow. „Der Ball traf eindeutig den Arm eines Forest-Verteidigers, bevor das Tor erzielt wurde. Gemäß Regel 12 muss jedes Tor, das von einem Spieler erzielt wird, der den Ball mit der Hand berührt, selbst unbeabsichtigt, annulliert werden.“
VAR-Kontroverse
Das VAR-Protokoll geriet in die Kritik, da viele sich fragten, warum die Überprüfung die Entscheidung auf dem Feld nicht aufhob. Cann deutete an, dass der VAR möglicherweise annahm, das Handspiel sei von einem Verteidiger und nicht vom Angreifer begangen worden, aber das sei irrelevant. „Das Gesetz gilt für jeden Spieler der angreifenden Mannschaft, der den Ball in der Vorbereitung eines Tores mit der Hand berührt. Es spielt keine Rolle, ob es ein Verteidiger oder ein Mittelfeldspieler ist; wenn der Ball einen Arm trifft und das Tor kurz danach erzielt wird, sollte es aberkannt werden.“
Diese Interpretation hat eine breite Debatte unter Experten und Fans ausgelöst. Einige argumentieren, dass das Handspiel nicht absichtlich war und daher akzeptabel sei, aber Cann ist unmissverständlich: „Die Absicht wird in diesem speziellen Gesetz nicht berücksichtigt. Nur das Ergebnis zählt. Und das Ergebnis ist, dass ein Tor nach einem Handspiel der angreifenden Seite erzielt wurde.“
Auswirkung auf das Spiel
Der Trainer von Nottingham Forest, Nuno Espírito Santo, war nach dem Spiel wütend und behauptete, die Entscheidung habe seiner Mannschaft einen wertvollen Punkt gekostet. „Wir fühlen uns ungerecht behandelt. Das Tor hätte nicht zählen dürfen. Es ist ein klares Handspiel, und es hat das Spiel verändert“, sagte er.
Für Manchester United hielt der Sieg sie im Rennen um die europäischen Plätze, aber die Kontroverse droht ihre Leistung zu überschatten. Interimstrainer Michael Carrick spielte das Problem herunter und erklärte: „Wir nehmen den Sieg mit und machen weiter. Solche Entscheidungen gehen manchmal für einen und manchmal gegen einen.“
Expertenmeinung
Canns Analyse hat Gewicht, angesichts seiner jahrzehntelangen Erfahrung im Profifußball. Er betonte, dass der Vorfall die Notwendigkeit einer besseren Ausbildung der Offiziellen unterstreicht. „Schiedsrichter und VAR müssen dieses Gesetz absolut klar verstehen. Es gibt keinen Spielraum für Interpretationen, wenn ein Tor aus einem Handspiel resultiert, selbst wenn es unbeabsichtigt ist. Wir brauchen Konsistenz.“
Die Premier League hat noch keine Stellungnahme abgegeben, aber dieser Vorfall wird wahrscheinlich beim nächsten Trainertreffen diskutiert werden. Im Laufe der Saison könnten solche Entscheidungen große Auswirkungen auf den Titelkampf oder den Abstiegskampf haben.
Fazit
Während Manchester United die drei Punkte feiern mag, wird die Debatte über die Rechtmäßigkeit ihres Siegtores anhalten. Darren Canns maßgebliches Urteil verleiht den Argumenten für eine strengere Durchsetzung der Handspielregeln Gewicht. Für Nottingham Forest ist es ein Fall von „Was wäre gewesen“, und für die Liga eine weitere Erinnerung daran, dass die Anwendung der Regeln noch in Arbeit ist.