Conte dementiert „fortgeschrittene Verhandlungen" mit Man United – BBC Sport weiß aber: Er ist interessiert
Antonio Conte hat „fortgeschrittene Verhandlungen" mit einem Klub dementiert, nachdem berichtet worden war, er habe Gespräche mit Manchester United über die Nachfolge von Michael Carrick geführt. Der Italiener reagierte auf Berichte, er habe die vollständige Kontrolle über die Transferpolitik gefordert. BBC Sport weiß jedoch: Conte ist am Job bei den Red Devils interessiert.
- Schlagzeile: Conte sagt, es gebe mit keinem Klub Gespräche in einem „fortgeschrittenen Stadium".
- Kontext: Italienische Medien berichteten, Conte habe mit dem United-Vorstand über die Nachfolge von Carrick gesprochen.
- Zentrales Dementi: Conte wies Berichte über finanzielle Forderungen und den Wunsch nach vollständiger Kontrolle als „unbegründet" zurück.
- Was BBC Sport weiß: Conte ist heiß auf den Trainerjob bei Manchester United.
- Status Carrick: Bleibt aller Voraussicht nach für das Premier-League-Spiel am Sonntag gegen Bournemouth im Amt.
- Weitere Kandidaten: Auch Eddie Howe und Julian Nagelsmann sollen ein Auge auf den Posten geworfen haben.
Das sagte Conte
„Mein Name wurde mit zahlreichen Klubs in Verbindung gebracht, aber derzeit gibt es keine Verhandlungen in einem fortgeschrittenen Stadium."
„Ich habe Berichte über finanzielle Forderungen und den Wunsch nach vollständiger Kontrolle gelesen, die ich angeblich bereits gegenüber den genannten Klubs erhoben haben soll, sowie über Vorbehalte gegenüber dem, was als meine ‚starke Persönlichkeit' bezeichnet wurde. Diese Berichte sind unbegründet."
„Sollte sich eine konkrete Möglichkeit ergeben, ist das der Moment, um Gespräche mit dem betreffenden Klub zu führen und gemeinsam die Bedingungen einer möglichen Einigung zu prüfen – unter angemessener Berücksichtigung der Bedürfnisse beider Seiten sowie der Qualitäten und der Herangehensweise, die meine Arbeit als Trainer ausmachen."
Contes Stellungnahme ist sorgfältig formuliert. Er dementiert nicht, Gespräche mit United geführt zu haben – nur dass diese Verhandlungen in einem „fortgeschrittenen Stadium" seien. Das lässt die Möglichkeit offen, dass erste Gespräche stattgefunden haben, während er den konkreten Details des Berichts der „La Repubblica" widerspricht.
Das Dementi finanzieller Forderungen und des Wunsches nach vollständiger Kontrolle ist bedeutsam. Genau solche Bedingungen können einen Deal schon vor dem Start blockieren, und Conte will offenbar verhindern, dass ihm sein Ruf als Trainer, der Autonomie einfordert, bei künftigen Verhandlungen vorauseilt. Sein letzter Satz liest sich wie der eines Mannes, der die Tür offen hält.
Warum Contes Dementi differenzierter ist, als es aussieht
Antonio Conte ist ablösefrei zu haben, nachdem er Napoli am Ende der vergangenen Saison verlassen hat – dort gewann er in seiner ersten Spielzeit den Serie-A-Titel und in seiner letzten die Supercoppa Italiana. Diese Bilanz macht ihn für einen Manchester-United-Vorstand attraktiv, der begonnen hat, mögliche Nachfolger für Michael Carrick zu identifizieren.
Doch Contes Hang, die Kontrolle über Transfers einzufordern, ist bekannt. Der Bericht der „La Repubblica", er habe die vollständige Kontrolle über Uniteds Transferpolitik verlangt und wolle sein eigenes Trainerteam in Old Trafford installieren, passt ins Bild. Contes Dementi dieser konkreten Vorwürfe ist der Versuch, die Debatte vor einer möglichen formellen Anfrage zurückzusetzen.
Uniteds Interesse an Eddie Howe und Julian Nagelsmann gibt dem Vorstand Optionen. Howe, der frühere Newcastle-Trainer, und Nagelsmann, der ehemalige Deutschland-Coach, sollen beide ein Auge auf den Job haben. Dieser Wettbewerb könnte erklären, warum Conte seine Position öffentlich klarstellen will – er möchte nicht als schwieriger Verhandlungspartner dastehen, während Konkurrenten verfügbar sind.
Auch der Zeitpunkt ist aufschlussreich. Carrick bleibt für das Premier-League-Spiel am Sonntag gegen Bournemouth im Amt, doch Quellen haben BBC Sport mitgeteilt, dass United den Prozess der Suche nach möglichen Nachfolgern begonnen hat. Dieser Prozess ist nun öffentlich – und Contes Stellungnahme ist Teil davon.
Diskussionspunkte
- Conte dementiert „fortgeschrittene" Gespräche, aber nicht Gespräche an sich – ist er sparsam mit der Wahrheit oder steuert er nur die Erwartungen?
- Will United Conte, muss der Klub seine Forderung nach Kontrolle akzeptieren. Ist der Vorstand nach Jahren der Dysfunktion bereit, diese Macht abzugeben?
- Howe und Nagelsmann sind die sichereren, moderneren Optionen. Braucht United Contes Siegermentalität oder einen Neuaufbau mit einem jüngeren Trainer?
- Carrick bleibt gegen Bournemouth im Amt. Eine deutliche Niederlage könnte den Prozess beschleunigen und United zum Handeln zwingen.
Wie es weitergeht
Carrick betreut United am Sonntag im Premier-League-Spiel gegen Bournemouth. Ein gutes Ergebnis würde den unmittelbaren Druck nehmen; ein schlechtes würde die Suche nach einem Nachfolger verschärfen. Uniteds Vorstand prüft bereits Kandidaten, mit Conte, Howe und Nagelsmann im Kreis der Anwärter. Contes öffentliche Klarstellung dürfte weiteren Kontakt nach sich ziehen, doch eine formelle Anfrage käme wohl erst nach der Partie gegen Bournemouth.
Häufige Fragen
Führt Antonio Conte fortgeschrittene Gespräche mit Manchester United?
Nein. Conte sagte, es gebe mit keinem Klub „keine Verhandlungen in einem fortgeschrittenen Stadium", obwohl BBC Sport weiß, dass er am Job interessiert ist.
Wer kommt sonst für die Nachfolge von Michael Carrick infrage?
Der frühere Newcastle-Trainer Eddie Howe und der ehemalige Deutschland-Coach Julian Nagelsmann sollen beide ein Auge auf den Job haben.
Bleibt Michael Carrick gegen Bournemouth im Amt?
Ja. Carrick bleibt aller Voraussicht nach für das Premier-League-Spiel am Sonntag gegen Bournemouth im Amt.
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