Manchester Citys Jugendakademie ist ein sorgfältig konstruierter Mythos – und die Mauer bröckelt.

Der Etihad Campus produziert reihenweise Highlight-Videos, instagramtaugliche Pokalsiege und einen stetigen Einnahmestrom durch Eigengewächs-Verkäufe. Doch bei aller Rede von einer goldenen Generation: Kein einziges Akademie-Produkt hat sich unter Pep Guardiola als Stammspieler etabliert. Kein einziger.

Die unbequeme Wahrheit über gekauften Erfolg

Zwischen 2017 und 2023 gab City über 100 Millionen Pfund für Jugendspieler anderer Klubs aus: Echeverri, McAtee, Doyle, Harwood-Bellis, Palmer. Sie kauften 17-Jährige aus Südamerika, lockten 15-Jährige aus der League One weg. Das sind keine Akademie-Produkte, sondern importierte Vermögenswerte. Die Akademie selbst ist eine Eliteschule für Spieler, die gewinnbringend verkauft werden – nicht für die erste Mannschaft.

Man vergleiche das mit Manchester Uniteds Class of '92 oder Barcelonas La Masia. Diese Systeme produzierten über ein Jahrzehnt Stammspieler. Citys System brachte Phil Foden hervor – ein echtes Talent in einem Jahrzehnt der Investitionen. Und selbst Foden ist ein Ausreißer; sein Weg wurde geebnet durch den Verkauf von Bernardo Silva und das Altern von David Silva.

Der strukturelle Fehler: Kein Weg nach oben, nur Profit

Guardiola verlangt fertige Weltklasse-Spieler. Warum einen 19-jährigen Innenverteidiger entwickeln, wenn man Rúben Dias für 65 Millionen Pfund kaufen kann? Die Akademie dient den FFP-Regeln, nicht der Mannschaft. Als Cole Palmer Spielzeit wollte, wurde er für 42,5 Millionen Pfund an Chelsea verkauft. James McAtee, einer der talentiertesten Mittelfeldspieler der Championship, wird wohl denselben Weg gehen.

  • In den letzten fünf Jahren verkaufte City Eigengewächse im Wert von über 150 Millionen Pfund: Sancho (früher verkauft, aber dennoch), Brahim Diaz, Angelino, Trafford, Palmer.
  • Nur Phil Foden und am Rande Rico Lewis bestritten mehr als 20 Premier-League-Einsätze in einer Saison.
  • Von der gefeierten 'Class of 2021' (Palmer, McAtee, Doyle, Lavia) ist nur Palmer noch bei einem Big-Six-Klub – und das bei Chelsea.

Der Gegenentwurf: 'Aber das Modell funktioniert – schau auf die Trophäen'

Die Verteidigung: City hat vier Premier-League-Titel in Folge gewonnen. Warum ein Erfolgsrezept ändern? Die Antwort liegt in den FFP-Anklagen, die über dem Klub schweben. Der Akademie-Gewinn ist kein Bonus, sondern eine Notwendigkeit. Ohne die Verkäufe von Palmer, Trafford und anderen hätte City Haaland und Grealish nicht verpflichten können. Das Modell funktioniert nur, solange verkauft wird. Wenn die Musik aufhört und Spieler wie Lewis oder Bobb aus Sparzwang in die erste Elf gezwungen werden, wird die mangelnde Kaderbreite offenbar.

Die Anzeichen sind bereits da. City startete lustlos in die Saison, das Mittelfeld wirkt dünn. Kevin De Bruyne ist 32, Kovacic 31. Es gibt keinen fertigen Nachfolger aus der Akademie. McAtee hätte das sein können, aber er wurde verliehen und wird wohl verkauft.

Das Fazit: City wird die Akademie-Vernachlässigung innerhalb von drei Jahren bezahlen

Bis zur Saison 2026/27 wird Manchester City gezwungen sein, auf einen Akademie-Absolventen als Stammspieler zu setzen – und dieser wird nicht das erforderliche Niveau haben, was den Klub einen Premier-League-Titel kosten wird. Das Ponzi-System kollabiert, wenn FFP sie endlich zwingt, aus dem eigenen Nachwuchs zu schöpfen. Rico Lewis wird ein Kaderspieler sein, kein Retter. Die goldene Generation wird eine Fußnote sein. Und Guardiola, falls er bleibt, wird keinen neuen Foden finden, der ihn rettet.

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