Manchester Citys Akademie verkauft Spieler, die nie für die erste Mannschaft vorgesehen sind
Seit Eröffnung der 200-Millionen-Euro-Akademie vor fünf Jahren hat kein Absolvent den Stammplatz erobert. Das Gerüst der ersten Elf wird gekauft, nicht selbst ausgebildet. Die Akademie ist ein Franchise-Unternehmen, kein Entwicklungsweg – eine Maschine zur Gewinnerzielung, nicht zur Spielerproduktion.
Die Zahlen lügen nicht, aber sie täuschen
Seit 2016 hat City über 250 Millionen Euro mit Akademie-Verkäufen eingenommen: Jadon Sancho, Brahim Diaz, Romeo Lavia, Cole Palmer, Liam Delap, Morgan Rogers. Beeindruckend in der Bilanz. Doch der Vergleich mit der ersten Mannschaft: Phil Foden steht allein da. Kein anderer Akademie-Spieler kam auf mehr als 20 Ligaeinsätze pro Saison. Laut vereinseigenen Daten absolvieren nur 3,2 % der Akademie-Spieler überhaupt eine Premier-League-Minute für City – der schlechteste Wert der Big Six.
Währenddessen haben Manchester United mit Rashford, Greenwood, McTominay und Garner Eigengewächse hervorgebracht, Chelsea mit James, Mount, Abraham und Chalobah, Liverpool mit Alexander-Arnold, Jones und Elliott. City? Sie verleihen, sie verkaufen, sie wiederholen. Die Akademie ist ein Profitcenter, keine Talenteschmiede.
Das Modell: Asset-Stripping unter anderem Namen
Citys Strategie ist klar: Die besten jungen Talente aus ganz Großbritannien und Europa einsammeln und dann mit Aufschlag verkaufen. Die Akademie ist eine Kaderschmiede – für andere Klubs.
- Romeo Lavia: für 10 Mio. Euro von Anderlecht geholt, nach einer Leihe für 14 Mio. an Southampton verkauft. Jetzt bei Liverpool 50 Mio. wert. City sicherte sich eine Rückkaufklausel, die nie genutzt wurde.
- Cole Palmer: für 42,5 Mio. an Chelsea verkauft, obwohl Pep Guardiola ihn als „besonders“ bezeichnete. Citys Bewertung siegte über die fußballerische Logik.
- Liam Delap: für 15 Mio. an Ipswich verkauft nach einem einzigen Kurzeinsatz. Ein Stürmer mit 15-Mio.-Preisschild und 30 Premier-League-Minuten.
Jeder Verkauf wird als „Reingewinn“ im Sinne des Financial Fairplay gefeiert – aber was ist mit den Opportunitätskosten? City vertraut seinen Akademie-Spielern nicht, wenn Verletzungen zuschlagen: Man denke an die 50 Mio. für Kalvin Phillips, der auf der Bank schmorte, während Lavia verkauft wurde.
Aber was ist mit den Vorteilen für FFP?
Verteidiger werden sagen, Citys Akademie-Verkäufe seien essenziell für die Einhaltung der Financial-Fairplay-Regeln. Der Verkauf von Eigengewächsen als Reingewinn erlaubt es dem Klub, teure Stars zu kaufen. Das stimmt – und genau das ist das Problem. Die Akademie dient dem Transfermarkt, nicht der ersten Mannschaft. Sie ist zu einem zynischen Bilanzierungsinstrument verkommen, um Ausgabenregeln zu umgehen, während man die Elite der Liga hortet. Das Ergebnis ist ein Zweiklassensystem: City kauft das fertige Produkt, während es eine Fabrik von Vermögenswerten für den Rest der Liga entwickelt.
Das Gegenargument, City habe Foden hervorgebracht – und ein Superstar rechtfertige das ganze System – ist intellektuell bankrott. Foden ist ein Ausnahmetalent, das bei jedem Klub durchgebrochen wäre. Die Aufgabe der Akademie ist es, einen stetigen Strom von Kaderspielern zu produzieren. Citys produziert einen stetigen Strom von Schecks.
Bis 2030 wird Citys Akademie 500 Mio. Euro Umsatz erzielt haben – aber keinen einzigen neuen Stammspieler hervorgebracht haben
Wenn City seine Philosophie nicht ändert, ist das Muster vorgezeichnet. Die Investition in die Akademie hat keine sich selbst tragende Maschine geschaffen, sondern einen Profitmotor, der eine auf Direktkäufen basierende Transferstrategie kaschiert. Der Klub, der sich Innovation auf die Fahnen schreibt, bleibt im alten Modell des Erfolgskaufs stecken – verkleidet als Akademietugend. Der nächste Cole Palmer wird verkauft, nicht befördert. Der nächste Foden wird bereits gehandelt.
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