Nach Chelseas demütigender 3:1-Niederlage gegen Nottingham Forest an der Stamford Bridge hat der brasilianische Stürmer Joao Pedro eine deutliche Botschaft an den Kader der Blues gerichtet: Es ist Zeit, dass sich die Spieler steigern und ihre Leistungen selbst in die Hand nehmen. Die Niederlage ist Chelseas sechste in den letzten zehn Premier-League-Spielen und stürzt den Verein tiefer in die Krise.

Joaos Urteil: Keine Ausreden mehr

Nach dem Spiel sparte Joao Pedro nicht mit Kritik an Chelseas alarmierendem Abwärtstrend. „Wir können nicht weiter auf den Trainer oder das System zeigen. Die Spieler auf dem Platz müssen Verantwortung übernehmen“, erklärte er. „Wir haben genug Qualität in der Kabine, aber wir zeigen sie nicht. Es ist Zeit, dass jeder von uns in den Spiegel schaut und sich fragt, ob er alles gibt.“

Die Niederlage sah Chelsea in einer chaotischen ersten Halbzeit drei Gegentreffer hinnehmen, wobei Forest defensive Aussetzer und mangelnde Kohäsion im Mittelfeld ausnutzte. Trotz einer kämpferischen zweiten Halbzeit gelang den Blues nur ein einziger Trosttreffer, was ihre offensive Ineffizienz unterstreicht.

Wo liegt Chelseas Problem?

Die Statistiken zeichnen ein düsteres Bild. Chelsea holte aus den letzten zehn Ligaspielen nur 12 Punkte und rutschte auf den 10. Tabellenplatz ab. Die Tordifferenz ist auf -4 geschrumpft, wobei Abwehrfehler zu einem wiederkehrenden Thema wurden. Auch das Fehlen eines konstanten Torschützen hat sie geplagt, da in dieser Saison kein Spieler zweistellige Ligatore erzielte.

  • Defensive Anfälligkeit: Chelsea hat in den letzten zehn Spielen 18 Gegentore kassiert und nur zwei Zu-Null-Spiele hingelegt.
  • Mittelfeld-Diskonnektivität: Der Motorraum entbehrte Kreativität und defensiver Absicherung, was die Abwehrlinie entblößte.
  • Angriffssorgen: Trotz Ausgaben von über 200 Millionen Pfund für Stürmer in den letzten Transferfenstern bleiben Tore rar.

Joao Pedro, der im letzten Sommer von Watford kam, war einer der wenigen Lichtblicke mit 7 Toren und 4 Vorlagen. Doch auch er erkennt das kollektive Versagen an. „Individuelles Talent bedeutet nichts, wenn wir nicht als Team kämpfen. Wir müssen unsere Einstellung schnell ändern“, fügte er hinzu.

Nächste Schritte für Chelsea

Vor dem entscheidenden Londoner Derby gegen Arsenal wächst der Druck auf Trainer Mauricio Pochettino. Berichten zufolge erwägt der Vorstand einen Trainerwechsel, wenn die Ergebnisse nicht besser werden. Joao Pedro besteht jedoch darauf, dass die Spieler die Schuld auf sich nehmen müssen. „Der Trainer kann nur begrenzt viel tun. Wir sind es, die die Linie überschreiten. Wir müssen Charakter zeigen und das Blatt wenden.“

Die Fans sind unruhig geworden, bei der Niederlage hallten Unmutsbekundungen durch die Stamford Bridge. Die kommenden Wochen werden entscheidend für Chelseas Saison sein, und ob die Mannschaft auf Joao Pedros Weckruf reagieren kann, bleibt abzuwarten.