Michael Carrick: Manchester United trotz sieben siegloser Spiele nicht unregierbar

Manchester United Cheftrainer Michael Carrick hat die These zurückgewiesen, Old Trafford sei ein unregierbarer Klub – trotz sieben siegloser Spiele und wachsenden Drucks vor dem Premier-League-Spiel am Sonntag gegen Bournemouth. Carrick verriet zudem, dass er diese Woche mit Sir Alex Ferguson gesprochen hat, und betonte, er vertraue seiner Mannschaft, das Ruder herumzureißen.

  • Partie: Manchester United gegen Bournemouth, Premier League, Sonntag
  • Druck: Carrick bangt nach sieben Spielen ohne Sieg um seinen Job
  • Unruhe im Kader: Lisandro Martinez und Bruno Fernandes kritisierten Transferpolitik und Taktik
  • Rückhalt: Carrick sprach diese Woche mit Sir Alex Ferguson und Ole Gunnar Solskjaer
  • Letztes Ergebnis: 4:1-Klatsche in der Champions League bei Como – "inakzeptabel"
  • Brisanz: Bei ausbleibender Trendwende droht der dritte Trainerwechsel in ebenso vielen Spielzeiten

Das wurde gesagt

"Nein."

— Michael Carrick auf die Frage, ob Manchester United ein unregierbarer Klub sei

"Man muss vorsichtig sein, wenn man einfach sagt, wir laufen nicht. Wir haben über einen langen Zeitraum viele Spiele gewonnen, und dieses Pressing-Gerede – Pressing ist nur ein kleiner Teil des Fußballs."

— Michael Carrick über die Kritik am Pressing seiner Mannschaft

"Es gibt alle möglichen Varianten, die als Pressing bezeichnet werden. Was ist es eigentlich? Wozu machst du es? Ist es deine Stärke? Deckst du damit andere Räume ab?"

— Michael Carrick hinterfragt die Verwendung des Begriffs 'Pressing'

"Derzeit wird das Wort nur so herumgeworfen. Man muss nicht zwingend pressen, um Fußballspiele zu gewinnen. Manchmal ja, manchmal nein. Laufstatistiken definieren auch nicht zwangsläufig Fußballspiele."

— Michael Carrick über Laufdaten

"Wir müssen einfach zu vielem zurückfinden, was wir in der letzten Saison und in bestimmten Phasen dieser Saison gemacht haben."

— Michael Carrick über die Rückkehr zur Form

"Ich spreche mit beiden ziemlich regelmäßig. Da ist nichts Besonderes dabei. Ich stehe beiden nah. Diese Woche war es nicht anders."

— Michael Carrick über Gespräche mit Sir Alex Ferguson und Ole Gunnar Solskjaer

"Ich vertraue ihnen definitiv, zu 100 Prozent. Am Sonntag werden wir eine andere Mannschaft sein. Wir müssen am Sonntag eine andere Mannschaft sein."

— Michael Carrick über seine Spieler

Carricks Antwort auf die These vom 'unregierbaren' Klub war knapp, doch seine weiteren Aussagen offenbaren einen Trainer, der von der Erzählung um seine Mannschaft genervt ist. Er räumt ein, dass der Auftritt in Como "inakzeptabel" war, weist aber die Behauptung zurück, sein Team laufe oder presse nicht genug. Pressing sei nur ein Aspekt des Spiels, und Laufstatistiken entschieden keine Ergebnisse. Die Aussagen zeigen: Carrick hält die Kritik von Ex-Profis und Fan-Kanälen für übervereinfacht und unfair.

Die Zitate belegen auch, dass Carrick auf seine Beziehungen zu Ferguson und Solskjaer setzt. Ferguson, der Carrick 2006 von Tottenham holte und 2017 sein Abschiedsspiel leitete, ist regelmäßig im Stadion und ein wichtiger Ratgeber. Solskjaer, der vor der Saison zum Trainingsgelände nach Trondheim fuhr, um Zeit mit Carrick und seinem Stab zu verbringen, meldete sich diese Woche. Das Netzwerk gibt Carrick Stabilität – vor den Ergebnissen schützt es ihn aber nicht.

Die Zahlen

  • 7 — Spiele ohne Sieg vor der Partie gegen Bournemouth am Sonntag
  • 4:1 — Champions-League-Niederlage bei Como am Mittwoch
  • 3 — Trainerwechsel in ebenso vielen Spielzeiten, sollte Carrick seinen Job verlieren
  • 8 — Langzeit-Trainer, darunter Ralf Rangnick, die seit Sir Alex Fergusons Abschied 2013 entlassen wurden
  • 85 — Fergusons bevorstehender Geburtstag – der Schotte ist weiterhin regelmäßig im Stadion

Warum Carricks Pressing-Verteidigung wichtig ist

Carricks Argument, Pressing sei "nur ein kleiner Teil des Fußballs", ist eine direkte Antwort auf den häufigsten Vorwurf gegen sein Team: zu wenig Laufarbeit gegen den Ball. Ex-Profis und Fan-Kanäle stürzen sich auf die Laufstatistiken, doch Carrick hält dagegen, dass Pressing verschiedene Formen haben kann – Räume abdecken, Stärken schützen – und Laufdaten allein keine Spiele entscheiden. Der taktische Subtext: Carrick glaubt, mit Kompaktheit und Ordnung statt hektischem Anrennen gewinnen zu können. Bournemouths laufstarkes Mittelfeld wird diese These prüfen.

Aufstellung und Ansatz gegen Bournemouth werden zeigen, ob Carrick auf dieser Philosophie beharrt oder anpasst. Da Führungsspieler Lisandro Martinez und Bruno Fernandes öffentlich Transferpolitik und Taktik hinterfragten, muss Carrick eine Kabine führen, die nicht geschlossen hinter ihm steht. Die Rückkehr zu "Dingen, die wir letzte Saison gemacht haben", deutet auf eine vertrautere Struktur hin – womöglich mit mehr Kontrolle statt Chaos. Ob das den ersten Sieg in acht Anläufen bringt, ist die unmittelbare Frage.

Der Druck wird durch die Vielzahl an Ex-Profi-Medien und Fan-Kanälen verstärkt. Carrick räumt das indirekt ein, indem er sein Team gegen "Gelegenheitsbeobachter" verteidigt. Dieses Ökosystem macht jeden United-Trainerjob intensiver – doch Carrick weigert sich, deswegen den Klub als unregierbar zu akzeptieren. Seine Überzeugung wird am Sonntag bewertet.

Diskussionspunkte

  • Carricks Zurückweisung des 'unregierbar'-Labels ist respektabel – zeigt sie aber einen Trainer, der das Ausmaß der Krise bei Old Trafford nicht erkennt?
  • Lisandro Martinez und Bruno Fernandes gingen mit Kritik an die Öffentlichkeit – Zeichen für einen verlorenen Trainer oder für gesunde Selbstkritik?
  • Sollten Carricks frühere Erfolge ihm mehr Zeit verschaffen, oder macht sieben Spiele ohne Sieg Bournemouth zum Pflichtsieg?
  • Wäre eine Carrick-Entlassung der dritte Wechsel in drei Spielzeiten – und liegt das Problem tiefer als beim Trainer?

Wie es weitergeht

Carrick geht mit seiner Mannschaft in das Premier-League-Spiel am Sonntag gegen Bournemouth – in dem Wissen, dass alles außer einer überzeugenden Leistung die Spekulationen um seine Zukunft anheizen wird. Mit Ferguson und Solskjaer an seiner Seite hat er Rückhalt, doch die Geduld der Vereinsführung wird an Ergebnissen gemessen. Ein Sieg würde den unmittelbaren Druck nehmen und Carrick Zeit für seine Ideen geben; eine Niederlage könnte den dritten Trainerwechsel in ebenso vielen Spielzeiten auslösen – und die langfristige Planung des Klubs weiter infrage stellen.

Häufig gestellte Fragen

Ist Manchester United laut Michael Carrick unregierbar?

Nein. Carrick antwortete auf die Frage, ob der Klub unregierbar sei, mit einem einzigen Wort: "Nein".

Mit wem hat Michael Carrick diese Woche gesprochen?

Carrick bestätigte Gespräche mit Sir Alex Ferguson und Ole Gunnar Solskjaer und sagte, er spreche mit beiden regelmäßig.

Wie war Manchester Uniteds letztes Ergebnis vor Bournemouth?

United verlor am Mittwoch 1:4 in der Champions League bei Como – ein Auftritt, den Carrick als "inakzeptabel" bezeichnete.

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