Brentford – ein Trick, der bald erkannt wird
Brentford belegt Platz drei in der Premier League bei Toren aus Standardsituationen. Und Platz 17 bei den erwarteten Toren aus dem Spiel heraus. Das ist keine Laune, sondern eine strukturelle Schwäche, die sich als Strategie tarnt. Thomas Franks Team hat eine Identität aus toten Bällen geformt, aber die Geschichte des Fußballs zeigt: Solche Abhängigkeiten werden irgendwann entlarvt – und dann wird der Absturz brutal.
Von Wimbledon bis Stoke: Das Standard-Mirage
Die Premier League hat das schon gesehen. In den späten 1990ern lebte Wimbledons 'Crazy Gang' von langen Einwürfen und Eckball-Routinen und erreichte Platz sechs. Doch als die Gegner anpassten – tiefer standen, Läufer blockten, Zonenmarkierung nutzten – wurden die Schwächen im offenen Spiel offensichtlich. Zwei Jahre später stiegen sie ab. Stoke City unter Tony Pulis folgte einer ähnlichen Kurve: kurze Dominanz durch Standards, die einen Mangel an technischer Qualität im Mittelfeld kaschierte. 2018 stiegen sie ab.
Das Muster ist klar. Ein standard-lastiger Ansatz kann ein Team ein oder zwei Saisons tragen, aber er ist keine nachhaltige Basis für den Klassenerhalt. Gegnerische Analysten widmen der Vorbereitung ruhender Bälle heute viel mehr Zeit. Die Margen schrumpfen, und Brentford fehlt möglicherweise die nötige Kreativität aus dem Spiel heraus, um das zu kompensieren.
Zahlen, die Fans erschrecken sollten
Brentfords Effizienz bei Standards ist bemerkenswert: 15 Tore aus Ecken und Freistößen, fast 40 Prozent ihrer Gesamtausbeute. Doch im offenen Spiel beträgt ihr erwarteter Torwert pro 90 Minuten (xG) nur 0,8 – der drittniedrigste der Liga. Nur Sheffield United und Burnley kreieren weniger aus strukturierten Angriffen. Die Warnsignale sind überall:
- Brentford hat nur 2,1 torvorbereitende Aktionen aus dem Spiel pro 90 Minuten – der niedrigste Wert aller Nicht-Absteiger.
- Ihre Passquote im letzten Drittel liegt bei 68 Prozent, schlechter als alle bis auf drei Teams.
- Nur 12 Prozent ihrer Tore entstehen aus Kontern, weit unter dem Ligadurchschnitt von 19 Prozent.
Diese Überabhängigkeit lässt keinen Raum für Fehler. Wenn ein wichtiger Standardschützer ausfällt oder Schiedsrichter das Blocken strenger ahnden, könnte Brentfords Torausbeute einbrechen. Ihr aktueller Tabellenplatz (Mittelfeld) wirkt geschmeichelt.
Das Gegenargument: Franks System ist gewollt
Befürworter mögen argumentieren, dass Thomas Frank die Grenzen seines Kaders kennt und die Stärken optimiert hat. Brentford ist ein Verein, der auf Daten und Effizienz setzt; ihr Standardtrainer Bernardo Cueva gehört zu den angesehensten der Liga. Die Idee: Wenn man 15-20 Tore aus toten Bällen pro Saison garantieren kann, überlebt man auch mit einem bescheidenen Angriffsspiel. Zudem haben sie Ivan Toney, dessen Abschlussinstinkt den Ansatz weiterentwickeln könnte. Doch die Zahlen sprechen dagegen: Selbst mit Toneys Kopfballstärke hat sich Brentfords xG aus dem Spiel heraus in 18 Monaten nicht verbessert. Gegner beginnen, höher zu pressen und zu verhindern, dass Brentford frühe Ecken erzwingt. Die Daten zeigen, dass Erfolgsquoten bei Standards zum Mittelwert tendieren; die diesjährige Verwertungsquote von 8,2 Prozent aus Ecken ist nicht haltbar. Nur zwei Teams in den letzten zehn Jahren haben über 7 Prozent in aufeinanderfolgenden Saisons gehalten.
Fazit: Brentford wird nächste Saison 16. oder schlechter
Wenn Thomas Frank sein Angriffsspiel nicht im Sommer grundlegend umkrempelt, wird Brentford bis Februar in einen Abstiegskampf geraten. Ihre Standardausbeute wird zwangsläufig nachlassen, und ihre Kreativität aus dem Spiel heraus ist zu schwach, um das auszugleichen. Die konkrete Prognose: Nächste Saison werden sie den 16. Platz belegen, mit weniger als 45 erzielten Toren. Jeder Verein, der kein ausgewogenes Angriffssystem aufbaut, hat den Abstieg verdient.
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