Aston Villa Sieglos-Serie hält an: Auswärtsremis gegen Hull City
Die Suche nach dem ersten Premier-League-Sieg der Saison geht für Aston Villa weiter. Im Auswärtsspiel beim Aufsteiger Hull City gab es am Samstag ein torloses Remis. Nach drei Spieltagen wartet Villa weiterhin auf den ersten Dreier – ein besorgniserregender Start für einen Klub mit Ambitionen auf die Top Acht.
Defensive Stabilität, aber Offensive harmlos
Im MKM Stadium war Villa über weite Strecken spielbestimmend und erspielte sich die klareren Chancen. Doch eine Mischung aus konsequenter Huller Abwehrarbeit und mangelnder Chancenverwertung führte zum dritten Spiel in Folge ohne Sieg. Die weiße Weste mag Mut machen, doch die Offensivleistung gibt weiterhin Anlass zur Sorge. In den ersten drei Ligaspielen erzielte Villa nur einen Treffer – einer der schwächsten Werte der Liga.
Trainer Unai Emery, in seiner dritten vollen Saison im Amt, steht für organisierte und taktisch flexible Mannschaften. Gegen Hull ließ er im 4-3-3 spielen, mit weit aufrückenden Außenverteidigern für mehr Breite. Doch der letzte Pass kam zu selten an. Der Abgang von Ollie Watkins zu Arsenal im Sommer hat eine schmerzliche Lücke im Sturmzentrum hinterlassen.
Die Statistik spricht eine deutliche Sprache: Villa gab 14 Torschüsse ab, nur drei davon aufs Tor. Hull dagegen lauerte tief in der eigenen Hälfte und lauerte auf Konter, erspielte sich insgesamt nur vier Abschlüsse. Die Defensivorganisation der Hausherren, angeführt von Innenverteidiger Ryan Porteous, frustrierte Villa über die gesamte Spieldauer.
Taktische und personelle Baustellen
Emerys taktische Umstellung auf einen geduldigen, ballbesitzorientierten Stil hat bisher nicht gefruchtet. Das Mittelfeldtrio mit Douglas Luiz, Youri Tielemans und Neuzugang Amadou Onana fand kaum Räume zwischen den Linien. Ohne einen natürlichen Spielmacher auf der Zehnerposition wirkte Villas Offensivspiel ideenlos.
Auch die Form der Schlüsselspieler gibt Anlass zur Sorge. Marcus Rashford, im Sommer für 85 Millionen Pfund von Manchester United gekommen, wartet weiter auf seinen ersten Treffer für den neuen Klub. Gegen Hull zeigte er zwar energische Läufe, traf aber im Abschluss oft die falschen Entscheidungen. Fantasy-Premier-League-Manager, die schwer auf den englischen Nationalstürmer gesetzt haben, zeigten sich enttäuscht von seinem Schnitt von 1,9 Punkten pro Spiel.
In der Abwehr präsentierte sich Villa indes stabil. Das Duo Pau Torres und Ezri Konsa kassierte in drei Spielen nur drei Gegentore – nur Manchester City und Liverpool sind besser. Doch die mangelnde Torgefahr neutralisiert die defensive Stabilität.
Abstiegskampf oder Europapokal?
Die frühe Tabelle ist für Villas Fans keine leichte Kost. Mit nur zwei Punkten aus neun möglichen steht das Team auf Platz 16, nur einen Punkt vor der Abstiegszone. Es ist sicher zu früh für endgültige Schlüsse, doch der Start ist eine deutliche Untertreibung angesichts des Potenzials im Kader.
- Villa wartet nun in sieben der letzten neun Premier-League-Spiele auf einen Sieg (Stand: Ende letzter Saison).
- In diesem Zeitraum gelang nur ein Treffer – beim 1:2 in Ipswich Town im April.
- Der letzte Ligasieg 2025 war ein 2:0 gegen Arsenal im März – das scheint inzwischen eine ferne Erinnerung.
Die Länderspielpause gibt Emery zwei Wochen Zeit, die Probleme zu beheben. Schlüsselspieler wie Jacob Ramsey und Leon Bailey sollen zurückkehren und mehr Kreativität bringen. Der Trainer muss zudem entscheiden, ob er weiter auf eine alleinige Spitze setzt oder auf ein 4-4-2 umstellt, um Rashford zu entlasten, der derzeit oft auf sich allein gestellt ist.
Was kommt? Villa vor entscheidender Phase
Aston Villas nächste Aufgabe ist ein Heimspiel gegen Leicester City, das nach durchwachsenem Start auf Platz 13 liegt. Danach folgen Auswärtsspiele bei Chelsea und ein Duell mit Brighton & Hove Albion. Das Leicester-Spiel ist eine goldene Gelegenheit für den ersten Sieg; weniger wäre eine weitere Last auf Emery und sein Team.
Hull hingegen freut sich über einen Punkt gegen eine der stärkeren Mannschaften der Liga. Trainer Liam Rosenior hat seiner Elf eine eisenharte Mentalität eingeimpft, die Leistungen übertreffen die Erwartungen. Als Nächstes geht es gegen Sheffield United – ein Gegner, gegen den man den ersten Saisonsieg anpeilt.
Die kommenden Wochen werden über die Saison von Villa entscheiden. Da das Transferfenster bis Januar geschlossen ist, muss Emery aus seinem vorhandenen Kader mehr herausholen. Das Talent ist da, doch das Selbstvertrauen scheint fragil. Wenn Villa den Abwärtstrend nicht bald stoppt, wird der Druck von außen wachsen. Für nun gilt: Ein Sieg ist im nächsten Spiel Pflicht.
Während sich die Liga allmählich sortiert, darf Villa nicht weiter abrutschen. Die Konkurrenz um die Europapokalplätze sammelt bereits Punkte. Mit einem schwierigen Restprogramm wächst der Druck. Es ist Zeit, dass der teuer zusammengestellte Kader von Villa liefert.
Weitere Artikel
Kategorien: Spielberichte | LA Premier League Startseite