Nach einer Saison, die eher von Kampfgeist als von Glanz geprägt war, steht der FC Arsenal kurz davor, eine 22-jährige Durststrecke ohne Premier-League-Titel zu beenden. Auch wenn der Weg nicht immer schön anzusehen war, hat Mikel Artetas Mannschaft die Widerstandsfähigkeit von Meistern bewiesen und Ergebnisse eingefahren, wenn es darauf ankam.
Eine Saison des Kampfes, nicht des Glanzes
Anders als der flüssige Fußball ihrer Titelkonkurrenten basiert Arsenals Saison auf defensiver Stabilität und Heldentaten in der Schlussphase. Die Gunners holten ligaweit die meisten Punkte (10) nach Rückständen und zeigten eine „Niemals-aufgeben“-Mentalität, die echte Anwärter von Mitläufern unterscheidet. Taktische Anpassungen, darunter ein kompakteres Mittelfeld und Effizienz bei Standards, kompensierten gelegentliche kreative Schwächen.
Schlüsselmomente auf dem Weg zum Ruhm
- Januar-Widerstandskraft: Ein 1:0-Sieg gegen den FC Liverpool im Anfield dank eines Kopfballs von Gabriel Jesus in der 80. Minute hielt Arsenal in Schlagdistanz.
- März-Wende: Nach einem 0:2-Rückstand gegen den FC Chelsea 20 Minuten vor Schluss erzielte Arsenal drei Tore und sicherte sich einen wichtigen 3:2-Sieg, der Kritiker verstummen ließ.
- April-Statement: Ein dominanter 3:0-Sieg gegen Manchester City im Emirates Stadium verlagerte die Dynamik klar auf Arsenals Seite.
Artetas Meisterklasse im Management
Mikel Arteta hat Arsenal von einem Projekt zu einer Siegmaschine geformt. Seine Fähigkeit, einem jungen Kader Selbstvertrauen einzuflößen und Taktiken spontan anzupassen, war entscheidend. Mit einem xG (Expected Goals) von 68,5 – nur einen weniger als Manchester City – hat Arsenal bewiesen, dass sie auch an schwachen Tagen Chancen kreieren können. Die Defensivbilanz – 26 Gegentore in 37 Spielen – ist die beste der Liga.
Die letzten Hürden
Arsenal benötigt nur noch vier Punkte aus den verbleibenden drei Spielen, um den Titel zu sichern. Der Restplan beinhaltet einen Auswärtstrip zu Newcastle sowie Heimspiele gegen Tottenham und Brighton – Begegnungen, die historisch oft problematisch waren. Doch dieses Arsenal ist anders. Sie haben gelernt, auch schmutzig zu gewinnen, und das könnte die meisterhafteste Eigenschaft von allen sein.
Wie das Klischee sagt: Titel werden von Teams gewonnen, die einen Weg finden, wenn sie nicht auf ihrem Höhepunkt sind. Arsenal hat diese Maxime die ganze Saison über verkörpert. Jetzt fehlt nur noch der letzte Akt.