Drei Premier-League-Giganten buhlen um Sporting-Star

Manchester United, Arsenal und Chelsea haben alle Kontakt zu Sporting Lissabon aufgenommen wegen eines möglichen 70-Millionen-Euro-Wechsels von Linksverteidiger Maximiliano Araujo. Das berichten mehrere Medien übereinstimmend. Der 24-jährige Uruguayer hat sich nach einer starken Saison in Lissabon zu einem der begehrtesten Verteidiger Europas entwickelt.

Araujos Aufstieg: Von Montevideo zum Must-Have

Araujo wechselte 2021 vom uruguayischen Klub Montevideo City Torque zu Sporting und reifte dort zu einem modernen Außenverteidiger, der sowohl in einer Viererkette als auch als Schienenspieler eingesetzt werden kann. In dieser Saison verbuchte er sechs Vorlagen in der Primeira Liga und kommt auf 2,8 Dribblings pro Spiel (Top 10 % unter Europas Außenverteidigern). Seine 1,9 Tacklings und 1,3 abgefangene Bälle pro Partie unterstreichen seine Zuverlässigkeit in der Defensive.

Mit 1,85 m Körpergröße vereint Araujo Physis mit technischer Versiertheit am Ball. Er stand in 21 von 25 Ligaspielen für Sporting in der Startelf. Der Klub liegt auf Platz zwei, fünf Punkte hinter Benfica, aber mit einem Spiel weniger. Seine Vielseitigkeit macht ihn zu einer attraktiven Option für Klubs, die entweder einen Linksverteidiger oder einen linken Innenverteidiger in einer Dreierkette suchen.

Taktische Passform bei den drei Klubs

Manchester United

Erik ten Hags Team hat sich stark auf Luke Shaw verlassen, der in dieser Saison in allen Wettbewerben 38 Spiele absolvierte. Shaws Verletzungsanfälligkeit – er verpasste zwölf Partien in der Spielzeit 2023/24 – offenbart mangelnde Tiefe im Kader. Diogo Dalot half zwar auf links aus, ist aber Rechtsfuß, was das taktische Gleichgewicht beeinträchtigt. Araujo würde echte Konkurrenz bieten und es Dalot ermöglichen, sich auf die rechte Seite zu konzentrieren. Ten Hags System verlangt nach offensivfreudigen Außenverteidigern; Araujos 43 progressive Läufe pro 90 Minuten (Top 5 % in Portugal) passen perfekt. Allerdings könnte Uniteds 70-Millionen-Euro-Investition an Financial Fairplay-Grenzen stoßen, nachdem der Klub in den letzten beiden Transferperioden über 400 Millionen Euro ausgegeben hat.

Arsenal

Mikel Arteta sucht offen einen Linksverteidiger, der Oleksandr Zinchenko ernsthaft herausfordert. Der Ukrainer ist spielerisch stark, aber defensiv anfällig – Arsenal kassierte in den letzten zehn Spielen acht Gegentore aus Angriffen über die linke Seite. Araujo bietet mehr defensive Stabilität (3,7 Klärungen pro 90 Minuten vs. Zinchenkos 1,8), ohne die Offensive zu vernachlässigen. Er würde in Artetas 2-3-5-Aufbauschema wohl als invertierter Außenverteidiger agieren, wobei seine Fähigkeit, ins Mittelfeld zu ziehen, Überzahlsituationen schaffen kann. Die Gunners haben sechs ihrer letzten acht Ligaspiele gewonnen und liegen zwei Punkte hinter Spitzenreiter Liverpool; mehr Tiefe im Kader könnte im Titelkampf entscheidend sein.

Chelsea

Die Blues beobachten Araujo Berichten zufolge seit Monaten als Alternative zu Linksverteidiger Marc Cucurella, der nicht konstant überzeugen konnte. Chelsea hat unter Todd Boehly bereits über 600 Millionen Euro ausgegeben, bleibt aber aktiv. Araujo würde in Mauricio Pochettinos aggressives Pressing-System passen: Sein beherztes Zweikampfverhalten (2,1 Fouls pro 90 Minuten zeigen seine Engagement) und seine Geschwindigkeit (Top-Speed 33,6 km/h) könnten helfen, Chelseas schwache Umschaltbewegungen zu verbessern – die Blues haben in dieser Saison bereits zwölf Gegentore nach Kontern kassiert. Allerdings wirft Chelseas chaotischer Kaderaufbau (fünf Linksverteidiger im Profikader) Fragen nach der Balance auf.

Finanzieller und FPL-Kontext

  • Eine Ablöse von 70 Millionen Euro würde Araujo zum teuersten Linksverteidiger der Premier-League-Geschichte machen – noch vor Harry Maguire (78 Mio. für einen Innenverteidiger), aber nicht ganz auf Niveau der 80 Mio. für Abwehrspieler. Vergleichbare Transfers sind Ben Chilwell (50 Mio.) und Marc Cucurella (60 Mio.).
  • In der Fantasy Premier League würde Araujo bei einem Wechsel zu einem Topklub voraussichtlich mit 6,5 Mio. bewertet werden. In der portugiesischen Liga erzielt er durchschnittlich 3,1 Punkte pro Spiel; seine Offensivstärke lässt in einer vollen Saison über 120 Punkte möglich erscheinen. Direkte Fixtures: Falls er zu Arsenal wechselt, wären die Auftaktspiele gegen Chelsea (H) und Wolves (A) durchaus erfolgversprechend.

Wie geht es weiter?

Sporting Lissabon rechnet im Januar mit Angeboten, bevorzugt aber einen Verkauf im Sommer. Da drei Premier-League-Klubs Interesse zeigen, könnte ein Bieterkrieg den Preis auf über 75 Millionen Euro treiben. Uniteds Bedarf ist aufgrund von Shaws Verletzung am dringendsten, aber Arsenals Titelambitionen und Chelseas Verzweiflung nach defensiver Stabilität könnten diese Personalie zur bestimmenden Transfer-Saga des Fensters machen. Formelle Angebote werden in den nächsten zwei Wochen erwartet.

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