Die Profit & Sustainability Rules der Premier League haben nichts mit finanzieller Fairness zu tun

Everton und Nottingham Forest wurden Punkte abgezogen, weil sie gegen die Profit & Sustainability Rules (PSR) verstoßen haben. Die Liga verkauft das als Schutz der sportlichen Integrität. Unsinn. Diese Abzüge sind ein Kartell-sicherndes Instrument, das die Hierarchie einfrieren und die Unbequemen bestrafen soll.

Der PSR-Mythos: Chancengleichheit oder gläserne Decke?

Wenn Manchester City 100 Millionen Euro für einen Außenverteidiger ausgibt, heißt das 'kommerzielle Einnahmen'. Wenn Aston Villa 50 Millionen für einen Stürmer ausgibt, ist das 'verdächtig'. PSR wurde als Mittel zur Nivellierung des Spielfelds verkauft, hat aber das Gegenteil bewirkt. Zwischen 2019 und 2024 vergrößerten die sogenannten 'Big Six' ihren Einnahmevorsprung gegenüber dem Rest um 40 Prozent. PSR schließt diese Lücke nicht – es zementiert sie, indem es Verluste auf 105 Millionen Euro über drei Jahre begrenzt, eine Summe, die reiche Klubs durch höhere Umsätze wegstecken können. Für Everton, dessen Stadionneubau Geld verschlingt, war der Verstoß strukturell bedingt, nicht leichtsinnig.

Die unabhängige Kommission, die Everton bestrafte, argumentierte, der Klub habe auf künftige Einnahmen 'gesetzt'. Aber was ist das Geschäftsmodell der Premier League, wenn nicht ein Glücksspiel? Klubs leihen sich Geld gegen TV-Einnahmen, riskieren Transfersummen und hoffen, dass es aufgeht. Das Scheitern von Umsatzprognosen zu bestrafen ist, als würde man einen Spieler bestrafen, der beim Roulette verliert, während das Casino seinen Anteil behält.

Die Argumente gegen PSR: Warum es dem Fußball schadet

  • Bremst Aufsteiger aus: Seit der Verschärfung der PSR 2021 hat kein Klub außerhalb der etablierten Elite die Top Vier erreicht. Der letzte 'neue' Champions-League-Teilnehmer war Leicester 2016 – vor Einführung der PSR.
  • Bestraft Investitionen in Infrastruktur: Evertons Verluste resultierten teilweise aus dem Bau eines neuen Stadions. Die Schulden für die Arsenal-Emirates-Arena waren unter alten Regeln erlaubt, weil sie langfristig waren. Jetzt wird eine ähnliche Investition bestraft, wenn sie kurzfristig Verluste verursacht.
  • Begünstigt Selbstbedienung: Manchester Citys 'Freundschafts'-Sponsoring-Deals mit Abu-Dhabi-Firmen werden für bare Münze genommen, während Brightons echte Werbeeinnahmen hinterfragt werden. Die Regeln unterstelle n staatlich gestützten Klubs Ehrlichkeit und unternehmerisch geführten Betrug.

Die Verteidigung des Kartells: 'Aber die Klubs haben diesen Regeln zugestimmt'

Die Liga argumentiert, die Klubs hätten PSR demokratisch abgesegnet. Richtig, aber diese Abstimmung fand unter Druck statt. 2012, als das Financial Fairplay erstmals eingeführt wurde, drohten die Spitzenklubs mit einer Abspaltung. Der Rest stimmte zu, um eine Super League zu verhindern. Das Ergebnis ist ein Regelwerk, das von den Reichsten für die Reichsten geschrieben wurde. Als Manchester United einen Verlust von 200 Millionen Euro in seinen Büchern vermeldet (vor Abschreibungen), zuckt niemand mit der Wimper. Wenn Forest nach dem Aufstieg 150 Millionen für neue Spieler ausgibt – eine notwendige Investition zum Überleben – werden sie bestraft. Die Logik ist pervers: Es ist besser, durch Stagnation zu verlieren, als Geld auszugeben und die Spitze herauszufordern.

Fazit: PSR wird innerhalb von drei Jahren abgeschafft – ersetzt durch eine vereinfachte Gehaltsobergrenze

Die Widersprüche sind unhaltbar. Die juristischen Auseinandersetzungen der Premier League mit City über verbundene Parteientransaktionen (APT) werden die Fehler des Regelwerks offenlegen. Bis 2027 wird die Liga eine reine Gehaltsobergrenze einführen, die an die TV-Einnahmen gekoppelt ist – einfacher und schwerer anzufechten. Aber auch diese Obergrenze wird die Elite begünstigen, da sie die Gehaltsunterschiede auf Basis historischer Einnahmen fortschreibt. Die echte Reform – eine harte Ausgabengrenze oder eine Luxussteuer, die an unterklassige Klubs umverteilt wird – wird nie kommen, weil das Kartell sie nicht zulässt. Also erwartet mehr Punktabzüge, mehr Everton-artige Verzweiflung und mehr Klubs, die erkennen: PSR geht es nicht um Fairness, sondern darum, die Mächtigen mächtig zu halten.

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