Die Profit-Regeln der Premier League sind ein Ponzi-Schema für Nostalgie
Die Profit and Sustainability Rules (PSR) schützen keine Klubs. Sie schützen ein Kartell von Altbesitzern, die Marktdominanz mit moralischer Tugend verwechseln. Die 115 Anklagen gegen Man City sind ein Ablenkungsmanöver von dieser tieferen Wahrheit.
Wie es dazu kam: von Leeds zu City
Im Jahr 2002 wirtschaftete sich Leeds United in den Ruin und stieg ab. Es folgte kein Punktabzug; der Markt bestrafte den Klub. Die UEFA führte 2011 das Financial Fair Play ein, und die Premier League zog 2013 mit den PSR nach. Das erklärte Ziel war Nachhaltigkeit. Der tatsächliche Effekt war die Zementierung der Hackordnung.
Seit 2013 haben nur zwei Klubs außerhalb der traditionellen Top Sechs die Top Vier erreicht: Leicester City 2016 und Newcastle United 2023. Leicester wurde 2024 für einen PSR-Verstoß bestraft. Newcastle, mittlerweile von saudi-arabischem Kapital gestützt, wird durch Regeln eingeschränkt, die ihre Ausgaben begrenzen. Das Muster ist klar: Regeln, die einen weiteren Leeds verhindern sollten, sind zu Regeln geworden, die einen weiteren Man City verhindern sollen.
Die Argumente gegen PSR
Das PSR-Regime der Premier League dreht sich nicht um Nachhaltigkeit. Es geht darum, Platzhirsche vor Konkurrenz zu schützen. Die 115 Anklagen gegen Man City – von denen 114 finanzielle Verstöße betreffen – sind der logische Endpunkt eines Systems, das Ambition kriminalisiert und Untätigkeit belohnt.
- Everton wurden 2024 zehn Punkte abgezogen (nach Berufung auf sechs reduziert) wegen eines PSR-Verstoßes, obwohl die Überschreitung über drei Jahre nur 16,6 Millionen Pfund betrug. Clubs mit weit größeren Ressourcen – wie Chelsea, die unter Todd Boehly in zwei Jahren über eine Milliarde Pfund ausgaben – sehen sich keinen solchen Sanktionen ausgesetzt, weil sie Ablösesummen über lange Verträge abschreiben können.
- Nottingham Forest wurden vier Punkte für einen Verstoß von 34,5 Millionen Pfund abgezogen, während sich Man Citys angebliche Verstöße über ein Jahrzehnt erstrecken und Hunderte Millionen betreffen. Das Ausmaß der Bestrafung ist umgekehrt proportional zur Größe des Klubs.
- Das Handbuch der Premier League erlaubt die Umwandlung von Eigentümerdarlehen in Eigenkapital – eine Lücke, die Klubs wie Brighton und Brentford nutzten, die nun aber geschlossen wird – zu spät für diejenigen, die sie zur Etablierung nutzten.
Das System ist nicht kaputt; es funktioniert genau wie geplant. Es stellt sicher, dass die Klubs mit den größten historischen Einnahmen – Manchester United, Liverpool, Arsenal – von einem gut geführten Herausforderer niemals eingeholt werden können. Es ist eine Nostalgie-Steuer auf Ambition.
Das Gegenargument: Regeln sind notwendig
Die Verteidigung der PSR ist einfach: Ohne sie würden Klubs über ihre Verhältnisse wirtschaften und Pleite gehen. Doch die Beweise stützen dies nicht. Seit der Einführung der PSR ist kein Premier-League-Klub in die Insolvenz gegangen. Die Klubs, die in finanzielle Schwierigkeiten gerieten – Portsmouth, Bolton, Derby –, taten dies vor oder außerhalb der PSR-Ära. Die Regeln sind eine Lösung für ein Problem, das nicht mehr existiert.
Darüber hinaus zeigt der Fall Man City, dass die Regeln nicht durchsetzbar sind. Die 115 Anklagen werden seit Jahren untersucht, ohne dass eine Lösung in Sicht ist. Die Rechtskosten der Premier League steigen, und der Ausgang ist ungewiss. Ein System, das nicht durchgesetzt werden kann, ist kein System; es ist eine Geste.
Das Urteil: City wird freigesprochen, und PSR wird fallen
Meine Prognose: Manchester City wird von den schwerwiegendsten Anklagen freigesprochen oder mit einer so milden Strafe belegt, dass sie bedeutungslos ist – vielleicht eine Geldstrafe, aber kein Punktabzug. Die Premier League wird dann mit einer rechtlichen Anfechtung durch Newcastle oder einen anderen ambitionierten Klub konfrontiert, und PSR wird innerhalb von drei Jahren reformiert oder aufgegeben. Die Alternative – dass City ausgeschlossen oder schwer bestraft wird – würde einen Rechtskrieg auslösen, den die Premier League nicht gewinnen kann. Die Regeln sind bereits tot; sie zucken nur noch.
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