Mateo Kovacic ist der wichtigste Manchester City Spieler, über den niemand spricht.
In einer Ära des statistischen Fetischismus entzieht sich der kroatische Mittelfeldspieler jeder Bewertung. Noch nie erzielte er zweistellige Torbeteiligungen in einer Premier-League-Saison, doch Pep Guardiola lässt ihn in den wichtigsten Spielen von Beginn an spielen. Das hat einen Grund: Kovacic ist ein struktureller Schwamm, der Druck absorbiert und das Spiel mit einer stillen Intelligenz verteilt, die den Highlight-Reeln entgeht.
Taktische Rolle: Das Metronom, das Citys Puls stabil hält
Als Rodri in der vergangenen Saison fünf Spiele verpasste, verlor City nur eines. Das liegt auch daran, dass Kovacic mit einem anderen, aber ebenso effektiven Profil in die Schaltzentrale rückte. Anders als Rodris überwältigende Physis nutzt Kovacic enge Ballkontrolle und schnelle Entscheidungen, um Pressing zu entkommen. Laut Opta brachte er 2024/25 92 % seiner Pässe unter Druck an – der beste Wert unter Premier-League-Mittelfeldspielern mit über 500 Minuten. Das ist kein Zufall.
Vergleichen wir ihn mit anderen „unterschätzten“ Mittelfeldspielern. Declan Rice bietet Power und Antrieb, aber sein Passspiel auf engem Raum ist risikoscheu. Bruno Guimarães erzeugt Chaos für Newcastle; Kovacic schafft Ordnung. Er ist der einzige Mittelfeldspieler der Liga, der den Ball in der eigenen Hälfte aus der Drehung annehmen und zuverlässig durch zwei Abwehrreihen nach vorne spielen kann. Diese Eigenschaft ist es, nicht Tore, weshalb Guardiola ihm vertraut.
Der Fall für Kovacics Unverzichtbarkeit
- Champions-League-Finale 2023: Gegen Inter Mailand in der Startelf, 89 % Passquote in einem Spiel, in dem City Kontrolle brauchte. Seine 13 Balleroberungen waren mehr als jeder Teamkollege.
- Elitäre Pressresistenz: Seit seinem Wechsel zu City wird er nur 1,1 Mal pro 90 Minuten enteignet – der niedrigste Wert unter den Stammkräften der Top-Sechs der Liga.
- Positionelle Disziplin: Er spielte auf dem linken, rechten und zentralen Mittelfeld, ohne Leistungseinbußen. Mit 31 ist er Guardiolas taktischer Joker, der ohne Aufsehen in jede Lücke schlüpfen kann.
Das Gegenargument: „Er trägt nicht genug bei“ – und warum das am Punkt vorbeigeht
Kritiker verweisen auf seinen Karriereschnitt von 2,3 Toren pro Saison. Sie stellen fest, dass Phil Foden oder Kevin De Bruyne geniale Momente produzieren. Das ist, als würde man einem Innenverteidiger vorwerfen, nicht genug zu treffen. Kovacics Aufgabe ist es, sicherzustellen, dass die Maschine nicht stockt. In entscheidenden Spielen, wenn City auf eine tief stehende Abwehr oder ein hohes Pressing trifft, macht seine Fähigkeit, den Ball anzunehmen, zu drehen und weiterzuleiten, den Unterschied zwischen sterbem Ballbesitz und gefährlichen Angriffen.
Nehmen wir das 2:1 gegen Arsenal im März. Artetas Team presste aggressiv und zwang Ederson zu langen Bällen. Kovacic rückte tiefer, bot sich als sichere Anspielstation an und spielte elf Pässe im letzten Drittel – mehr als jeder andere City-Mittelfeldspieler. Es war nicht spektakulär; es war strukturell. Ohne ihn hätte Arsenals Pressing zu Ballverlusten und Gegentoren geführt.
Fazit: Bis April 2026 wird Kovacic unter Guardiola mehr Premier-League-Spiele bestritten haben als jeder andere City-Mittelfeldspieler und den Mythos widerlegen, dass er nur eine Rotationsoption sei.
Mit De Bruynes chronischen Verletzungen und Bernardo Silvas ungewisser Zukunft wird Kovacics Verlässlichkeit noch entscheidender. Sein Vertrag läuft bis 2027, und Guardiola hat ihn bereits als „perfekten Spieler für unser System“ bezeichnet. Es ist zu erwarten, dass er Rodris Einsatzzeiten in der nächsten Saison übertrifft, wenn der Spanier unter internationaler Belastung leidet. Kovacic ist nicht nur ein unbesungener Held; er ist das strukturelle Rückgrat einer Dynastie. Achten Sie auf seine Pässe, nicht auf seine Tore.
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