Arsenal feiert Premier-League-Triumph mit offener Busparade
Zum ersten Mal seit 22 Jahren ist Arsenal wieder Premier-League-Meister. Am Sonntag zogen die Mannschaft, der Trainerstab und tausende Fans durch die Straßen Nord-Londons – eine Busparade, die durch die Bezirke Islington und weiter führte.
Die Parade startete am Emirates Stadium, führte am historischen Highbury vorbei und endete am Haringey Civic Centre. Entlang der Route säumten die Fans in Rot und Weiß die Straßen und sorgten für eine Karnevalsstimmung, auf die sie zwei Jahrzehnte warten mussten.
Trainer Mikel Arteta, der im Dezember 2019 das Amt übernahm, richtete sich vom Oberdeck des Busses an die Menge. „Das ist für jeden Einzelnen von euch. Eure Unterstützung war die ganze Saison über unglaublich. Das ist erst der Anfang“, rief er ins Mikrofon und erntete laute „Arteeeeta!“-Sprechchöre.
Emotionale Szenen und Reaktionen der Spieler
Kapitän Martin Odegaard stemmte die Premier-League-Trophäe hoch über seinen Kopf, während der Bus langsam durch die Straßen rollte. „Ich habe davon geträumt, seit ich ein Kind war. Das mit den Fans zu teilen, macht es noch besonderer“, sagte er später dem Vereinsmedium.
Bukayo Saka, der seit seinem achten Lebensjahr im Verein ist, zeigte sich sichtlich gerührt. „Das ist alles. Wir haben so hart gearbeitet, und so viele Leute hier zu sehen … es ist unglaublich. Das ist der Beginn einer neuen Ära“, sagte er mit brüchiger Stimme.
Auch die Familien der Spieler waren auf dem Bus mit dabei. Untermalt wurde die Stimmung vom offiziellen Feiertitel des Vereins, „Ice, Ice Baby“ von Vanilla Ice – eine Anspielung auf den Song, der in der Saison in den Vorbereitungsvideos lief. Immer wieder skandierten die Fans „We've got our Arsenal back“.
Wie der Titel gewonnen wurde
Arsenals Titelgewinn beruhte auf einer herausragenden Ligasaison. Die Gunners gewannen 28 von 38 Partien und verloren nur vier. Die Defensive war die beste der Liga – nur 29 Gegentore. Torhüter David Raya blieb 16 Mal ohne Gegentreffer und holte sich den Golden Glove.
Der Angriff war mit 91 Toren ebenfalls eines der gefährlichsten der Premier League. Das Duo Saka und Gabriel Jesus entschied viele Spiele. Saka steuerte 16 Tore und 14 Vorlagen bei, während Mittelfeldstratege Martin Odegaard elf Assists gab und selbst achtmal traf.
Besonders stark war Arsenal nach Weihnachten: Eine 18-Spiele-Serie ohne Niederlage von Ende Dezember bis zum letzten Spieltag sicherte den Titel einen Spieltag vor Schluss. Der Höhepunkt war das 3:0 im Nord-London-Derby bei Tottenham im April – eine Leistung, die als „meisterschaftsreif“ beschrieben wurde.
Taktische Meisterleistung unter Arteta
Mikel Artetas taktische Entwicklung war der Schlüssel zum Erfolg. Vom vorsichtigen, strukturierten 4-3-3 wechselte er zu einem flexiblen, pressenden 4-2-3-1, bei dem seine Außenverteidiger ins Mittelfeld einrückten. Diese Änderung gab Arsenal die Kontrolle über Spiele, die früher eher Remis geendet hätten.
Declan Rice, im Sommer für eine klubinterne Rekordsumme von 105 Millionen Pfund von West Ham gekommen, war der Abräumer im Mittelfeld. Seine Fähigkeit, Spielzüge zu unterbrechen und Angriffe einzuleiten, machte ihn schnell zum Publikumsliebling. In der Offensive setzte Arteta auf taktische Fouls – „professionelle Fouls“, wie er es nennt – um Konter zu verhindern, ein Trick aus seiner Zeit als Co-Trainer von Pep Guardiola.
Was kommt als Nächstes für Arsenal?
Die Frage ist nun, ob Arteta auf diesem Erfolg aufbauen kann. Der Kern der Mannschaft ist jung – das Durchschnittsalter der Startelf liegt bei 25,3 Jahren, das zweitejüngste der Liga hinter Borussia Dortmund. Das deutet darauf hin, dass die Gunners jahrelang dominieren könnten, sofern sie ihre Stars halten.
Doch Herausforderer wie der FC Liverpool, Manchester City und der FC Chelsea werden alles daran setzen, sie zu entthronen. Gerüchten zufolge sucht Arsenal bereits einen Ersatz-Stürmer für den scheidenden Eddie Nketiah, und auf der linken Abwehrseite könnte Verstärkung nötig werden, falls Kieran Tierney mehr Spielzeit fordert.
Der Sommer-Transfermarkt wird entscheidend. Die Vereinsführung hat Arteta ihre Unterstützung zugesichert, doch mit der Champions League kommt ein vollerer Spielplan hinzu. Vorerst dürfen die Fans jedoch einen Titel feiern, der eine 22-jährige Durststrecke beendet hat. Wie die Parade gezeigt hat, hat sich diese Arsenal-Mannschaft bereits in die Vereinsgeschichte eingeschrieben.
Verwandte Artikel
Kategorien: Vereinsnews | LA Premier League Startseite