Agbonlahor verlangt radikalen Tottenham-Umbau nach Klassenerhalt

Gabby Agbonlahor hat Tottenham Hotspur aufgefordert, drei Spieler sofort zu verkaufen. Der Klassenerhalt sei ein Weckruf, kein Grund zum Feiern. Der frühere Aston-Villa-Stürmer meint, der Kader sei für Roberto De Zerbis System ungeeignet.

Hintergrund: Tottenhams schwere Saison

Spurs beendeten die Premier League auf Platz 15, nur zwei Punkte über den Abstiegsrängen. Sie gewannen nur 10 von 38 Spielen und kassierten 68 Gegentore – die schlechteste Defensivbilanz seit über einem Jahrzehnt. De Zerbi wurde im März verpflichtet, konnte den Absturz aber nicht stoppen. Der Klassenerhalt gelang erst am letzten Spieltag mit einem 2:1-Sieg gegen das bereits abgestiegene Sheffield United.

Die zugrundeliegenden Zahlen waren alarmierend: Ein Expected Goals Against (xGA) von 71,4 war der drittschlechteste Wert der Liga. Nur Burnley und Luton ließen hochkarätigere Chancen zu. Tottenhams Pressing-Intensität fiel von 8,9 Pässen pro Defensivaktion (PPDA) unter Ange Postecoglou auf 11,3 unter De Zerbi – ein Zeichen für mangelnde Struktur.

Finanziell verbuchte der Club Verluste von 86 Millionen Pfund für die Saison 2023/24, auch wegen der gescheiterten Stadionerweiterung für 200 Millionen. Ohne europäisches Fußball sinken die Einnahmen weiter, Spielerverkäufe sind nötig, um die Bücher auszugleichen.

Agbonlahors Drei zum Verkauf: Richarlison, Bissouma und Royal

Agbonlahor nannte drei Spieler, die sofort gehen müssen. Erstens Richarlison, der für 60 Millionen von Everton kam, aber nur fünf Liga-Tore erzielte – bei elf Treffern in 52 Spielen für Spurs. Sein xG von 8,2 zeigt deutliche Unterperformance. Der Brasilianer verdient 200.000 Pfund pro Woche und ist damit einer der teuersten nicht-leistungsgerechten Spieler im Kader.

Zweitens Yves Bissouma, 2022 für 30 Millionen von Brighton verpflichtet, konnte sich nicht an De Zerbis Anforderungen für schnelles Passspiel anpassen. Seine Passquote von 83 % ist ordentlich, doch seine progressiven Pässe pro 90 Minuten (4,7) rangieren nur auf Platz 34 unter den Mittelfeldspielern der Premier League. Mit 28 sinkt sein Wiederverkaufswert.

Drittens Emerson Royal, der rechte Verteidiger, der für 25 Millionen von Barcelona kam, wurde regelmäßig entblößt. Er verlor 1,8 Mal pro Spiel den Ball und schloss nur 56 % seiner Dribblings erfolgreich ab. Mit Djed Spence, der von einer Leihe zurückkehrt, und Pedro Porro ist Royal überflüssig.

Agbonlahor argumentiert, dass das Behalten dieser Spieler die Entwicklung jüngerer Talente wie Pape Matar Sarr und Destiny Udogie blockiert und eine Verlierermentalität zementiert. "In einem Abstiegskampf kann man sich keine Passagiere leisten", sagte er bei talkSPORT.

Transfermarkt-Kontext und FPL-Auswirkungen

Tottenham steht ein schwieriger Sommer bevor. Der Club muss durch Verkäufe Geld einnehmen, um die Profit and Sustainability Rules (PSR) einzuhalten – nur 12 Millionen unter dem Verlustlimit von 105 Millionen in drei Jahren. Der Verkauf aller drei würde schätzungsweise 75 Millionen Ablöse einbringen und 15 Millionen Jahresgehalt sparen.

Richarlisons Abgang wäre für Fantasy-Premier-League-Manager bedeutend. Derzeit in 3,2 % der Teams, würde sein Preis von 7,0 Mio. auf 6,5 Mio. fallen, wenn er geht. Potenzielle Ersatzspieler wie Jonathan David oder Victor Osimhen wären teurer (8,0 Mio.+) und damit weniger attraktiv. Everton wird als interessiert an einer Rückholaktion genannt, aber nur bei Gehaltsbeteiligung.

  • Richarlison: 5 Tore, 3 Vorlagen in 28 Starts – FPL-Punkte pro Spiel: 3,1
  • Bissouma: 0 Tore, 1 Vorlage in 24 Starts – FPL-Punkte pro Spiel: 2,4
  • Emerson Royal: 2 Tore, 0 Vorlagen in 18 Starts – FPL-Punkte pro Spiel: 2,8

Wie geht es weiter für Spurs und De Zerbi?

De Zerbi steht vor einem kritischen Umbau mit begrenzten Mitteln. Erst verkaufen, dann kaufen. Prioritäten sind ein Mittelstürmer, ein defensiver Mittelfeldspieler und ein Linksverteidiger. Sportdirektor Johan Lange arbeitet bereits an drei Deals, aber die Verhandlungen hängen von Abgängen ab. Wenn Tottenham diese drei nicht verkauft, droht ein weiterer Abstiegskampf. Die Kabinenkultur, von Club-Insidern als "fragil" beschrieben, braucht einen Neustart – beginnend mit dem Abgang von Agbonlahors Trio.

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