Financial Fair Play ist eine Steuer für die Armen – die Reichen sind befreit

Die Gewinn- und Nachhaltigkeitsregeln der Premier League dienen nicht der Fairness – sie sind ein Mechanismus der etablierten Elite, um ihre Dominanz zu zementieren. Everton kassierte einen Zehn-Punkte-Abzug, weil es über drei Jahre 19,5 Millionen Pfund zu viel ausgegeben hatte. Manchester City hingegen stehen 115 angebliche Verstöße über ein Jahrzehnt zur Last, doch die Citizens bleiben ungeschoren. Die Botschaft ist klar: Wer die Hierarchie infrage stellt, wird bestraft; wer zu ihr gehört, genießt Immunität.

Der Präzedenzfall ist vernichtend

Evertons Fall ist lehrreich. Der Klub baute ein neues Stadion am Bramley-Moore Dock, investierte in Infrastruktur, die langfristig Einnahmen generieren soll. Die Ausgabenüberschreitung war großteils eine Wette auf zukünftiges Wachstum – genau die Art von Investition, die die Regeln angeblich fördern sollen. Doch Everton wurde hart bestraft. Zum Vergleich: Manchester City soll Zahlungen von Sponsoren verschleiert und Verträge manipuliert haben. Kein Punktabzug. Kein Transferverbot. Nur eine geflüsterte Untersuchung, die nie endet.

Nottingham Forest droht ein ähnliches Schicksal wegen einer Überschreitung von sechs Millionen Pfund. Chelsea hingegen gab über eine Milliarde Pfund in zwei Jahren aus und umgeht die Regeln durch Abschreibungen über acht Jahre. Die Regeln sind ein Witz, wenn kreative Buchhaltung sie aushebeln kann, während ein ehrlicher Rechenfehler den Ruin bringt.

Das Argument: Finanzregeln schützen den Status quo

  • Citys 115 Anklagepunkte: Keine Lösung in Sicht. Der Premier League fehlt der Mut, ihren Vorzeigeklub zu bestrafen.
  • Evertons zehn Punkte: Eine unverhältnismäßige Strafe für einen abstiegsbedrohten Klub, während City ungestört um Titel spielt.
  • Abschreibungsschlupfloch: Chelseas Achtjahresverträge sind eine klare Ausnutzung der Regeln, doch es gibt keine Konsequenzen.

Das System soll nicht finanzielles Doping verhindern – es soll soziale Mobilität unterbinden. Klubs, die die etablierte Ordnung herausfordern, werden niedergeknüppelt, während die Spitzenklubs eine Unschuldsvermutung genießen, die nie endet.

Das Gegenargument: Regeln müssen durchgesetzt werden, City wird sich verantworten müssen

Verteidiger des Systems argumentieren, jeder Fall werde einzeln beurteilt, und Citys Komplexität erfordere Zeit. Sie verweisen auf die unabhängige Kommission als Sicherheitsinstanz. Doch das ist vorgeschoben. Die Regeln der Premier League erlauben beschleunigte Anhörungen, doch Citys Fall zieht sich hin. Je länger es dauert, desto mehr sieht es nach Vertuschung aus. Wären die Vorwürfe haltlos, hätte City sich öffentlich gewehrt. Stattdessen setzt der Klub auf juristische Hinhaltetaktik.

Zudem sind die Strafen für Regelverstöße inkonsistent. Everton verlor zehn Punkte für einen relativ kleinen Verstoß. City kam 2014 mit einer Geldstrafe von 49 Millionen Pfund und einer Ausgabenobergrenze davon – ein Klaps auf die Hand. Die Botschaft: Große Klubs können sich freikaufen.

Prognose: Innerhalb von 18 Monaten wird Manchester City keinen Punktabzug erhalten

Erwarten Sie, dass City mit einer Geldstrafe davonkommt – wahrscheinlich zwischen 20 und 30 Millionen Pfund – und einer geringfügigen Einschränkung künftiger Ausgaben. Die 115 Anklagepunkte werden aus formalen Gründen reduziert, und die Premier League wird den Sieg für sich beanspruchen. Everton hingegen bleibt im Abstiegskampf, und Nottingham Forest werden Punkte abgezogen. Die Reichen kaufen sich weiterhin Straffreiheit, und die Regeln bestrafen weiterhin die Ambitionierten. Das ist das dunkelste Geheimnis der Premier League – und es verschwindet nicht.

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