Eddie Howe verlässt Newcastle United

Eddie Howe hat seinen Posten als Cheftrainer von Newcastle United aufgegeben und damit eine Ära am St. James' Park beendet. Der Klub hat den in Saudi-Arabien tätigen Matthias Jaissle als Topkandidaten für die Nachfolge ins Auge gefasst.

Der Abgang markiert einen tiefgreifenden Einschnitt für Newcastle. Unter Howe gewann der Klub mit dem Carabao Cup 2025 die erste Trophäe seit Jahrzehnten. Sein Weggang hinterlässt sowohl taktisch als auch emotional eine Lücke bei den Fans, die den ehemaligen Bournemouth-Coach sehr schätzten.

Hintergrund und Kontext

Howe übernahm Newcastle im November 2021, als der Klub auf Platz 19 der Premier League stand. Er orchestrierte eine bemerkenswerte Wende, führte das Team innerhalb von 18 Monaten in die Top Vier und beendete eine 56-jährige Durststrecke ohne Titel. Sein aggressives Pressing und offensiver Stil wurden zum Markenzeichen der neuen Ära unter saudischer Führung.

Die Saison 2025/26 verlief jedoch weniger konstant. Newcastle steht aktuell auf Rang acht, mit nur drei Siegen aus den letzten zehn Ligaspielen. Die Trennung erfolgte nach fünf Niederlagen in sieben Partien, darunter ein schockierendes FA-Cup-Aus gegen den Zweitligisten Luton Town.

Matthias Jaissle, ein 37-jähriger deutscher Trainer, coacht aktuell Al Ahli in der Saudi Pro League. Zuvor führte er Red Bull Salzburg zu zwei österreichischen Meistertiteln und genießt einen Ruf als Talentförderer. Seine Verpflichtung würde die Transferstrategie Newcastles fortsetzen, die auf junge, dynamische Spieler setzt.

Auswirkungen und Analyse

Howes Abgang hinterlässt ein taktisches Vakuum. Sein 4-3-3-System basierte auf hoch aufrückenden Außenverteidigern und aus dem Mittelfeld nachrückenden Spielern. Der nächste Trainer könnte auf einen ballbesitzorientierteren Stil setzen. Jaissles Salzburger Mannschaften hatten im Schnitt 62 Prozent Ballbesitz und pressten aggressiv – ein Stil, der zum Kaderprofil Newcastles passt.

Statistisch gesehen liegt Newcastle in dieser Saison bei den erwarteten Toren (xG) auf Rang sechs, aber bei Gegentoren aus Standardsituationen auf Platz 13 – eine Schwäche, die Howe nie vollständig beheben konnte. Ohne den verletzungsbedingt ausgefallenen Mittelfeldmotor Bruno Guimarães (12 Spiele Pause) verschlechterte sich die Defensivbilanz erheblich.

  • Newcastle hat in 18 Ligaspielen dieser Saison nur drei Mal zu null gespielt, in der Vorsaison waren es zum gleichen Zeitpunkt neun.
  • Ohne Howes Führung könnte die Moral im Team sinken. Mehrere Spieler, darunter Alexander Isak und Sven Botman, haben Howe öffentlich für ihre Entwicklung gedankt.
  • Jaissles Al-Ahli-Team kassierte in 34 Spielen der saudischen Liga nur 18 Gegentore, was darauf hindeutet, dass er Newcastles Abwehr stabilisieren könnte.

Der Zeitpunkt ist heikel, da das Wintertransferfenster bevorsteht. Newcastle wurde mit mehreren Mittelfeldkandidaten in Verbindung gebracht, aber ein Trainerwechsel könnte die Transferprioritäten verschieben.

Wie geht es weiter für Newcastle?

Newcastle steht vor einer entscheidenden Phase: Am nächsten Wochenende empfängt man den Siebten Brighton, dann geht es zum Vierten Aston Villa. Weitere Ausrutscher könnten das Team näher an die Abstiegszone als an die europäischen Plätze bringen. Der Vorstand erwartet eine sofortige Reaktion.

Jaissles Ernennung könnte in den nächsten Tagen offiziell bestätigt werden. Er übernimmt einen Kader mit Champions-League-Ambitionen und eine Fangemeinde, die weitere Fortschritte erwartet. Die Aufgabe ist es, auf Howes Fundament aufzubauen, ohne die Identität zu verlieren, die Newcastle wieder konkurrenzfähig gemacht hat.

Für Howe steht wohl eine kurze Pause an, bevor er ins Trainergeschäft zurückkehrt. Sein Ansehen ist weiterhin hoch, und sowohl Premier-League-Klubs als auch internationale Vereine haben bereits Interesse bekundet.

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