Handball wird zur Lizenz zum Betrug

Die absurdeste Regel im englischen Fußball belohnt Verteidiger für gezieltes Betrug. Wenn ein Spieler einen Schuss absichtlich mit dem Arm blocken kann und straffrei bleibt, weil sein Arm 'in einer natürlichen Position' war, sind die Gesetze zur Parodie der Gerechtigkeit verkommen. Die Premier League schützt zynisches Spiel.

Die Entwicklung einer Farce

Vor zwanzig Jahren bedeutete jedes Handspiel, das eine Torchance vereitelte, eine rote Karte und einen Freistoß. Simpel. Jetzt haben wir einen 47-Wörter-Absatz im Regelwerk, der einen Hochschulabschluss in Gymnastik erfordert, um interpretiert zu werden. In der Saison 2023/24 wurden 27 Handelfmeter verhängt, unzählige weitere blieben unbestraft, weil der Schiedsrichter entschied, der Arm sei 'in einer natürlichen Position' gewesen oder der Ball habe eine illegale Distanz zurückgelegt.

Man denke an den berüchtigten Vorfall im April 2024, als ein Crystal-Palace-Verteidiger die Arme klar ausbreitete, um einen Schuss auf der Linie zu blocken. Kein Elfmeter. Die Begründung? Sein Arm sei 'zum Auffangen bereit' gewesen – als ob nicht genau das jeder Verteidiger tut, wenn er weiß, dass er geschlagen ist. Die Regel ist ein Geschenk an defensiv Schwache.

Warum die Regel kaputt ist

Das aktuelle Handspiel-Gesetz scheitert, weil es versucht, die Absicht zu beurteilen, was unmöglich zu beweisen ist. Statt das Ergebnis zu bestrafen – ein Handspiel, das das Spiel beeinflusst – wird die Körperhaltung des Verteidigers beurteilt. Das schafft einen perversen Anreiz: Verteidiger planen aktiv, ihre Arme in Positionen zu bringen, die als 'natürlich' gelten, selbst wenn sie einen Schuss blocken.

  • Ein Verteidiger, der den Arm schwingt, um eine Flanke zu blocken, kassiert einen Elfmeter; einer, der mit ausgebreiteten Armen stillsteht, geht leer aus, selbst wenn der Effekt identisch ist.
  • Arsenals Ben White hat die 'Schulter-zurück-Arm-aus'-Pose perfektioniert, die Bestrafung vermeidet und trotzdem Schüsse blockt.
  • Die 'Abpraller'-Ausnahme bedeutet, dass ein Ball, der nach Abprall vom eigenen Oberschenkel den Arm trifft, nicht bestraft wird – das ermutigt zu noch zynischerem Verteidigen.

Die Daten sind vernichtend: 2023/24 führten nur 34% der Handspiel-Vorfälle, die einen Schuss aufs Tor blockten, zu einem Elfmeter. Das heißt, in 66% der Fälle kommen Verteidiger ungestraft davon, ein Tor illegal zu verhindern. Keine andere Sportart würde eine so niedrige Erfolgsquote bei der Durchsetzung ihrer Grundregeln tolerieren.

Das Gegenargument hält nicht stand

Die übliche Verteidigung der Regel ist, dass 'Spieler wissen müssen, wohin mit ihren Armen' und dass wir 'natürliche' Bewegungen nicht bestrafen dürfen. Aber das ist ein Strohmann. Niemand verlangt, jede versehentliche Berührung der Hand zu ahnden. Das Problem ist, dass die Regel absichtliche Aktionen ausdrücklich ausnimmt, wenn sie 'natürlich' aussehen. Ein Verteidiger, der mit ausgebreiteten Armen springt, um sich größer zu machen, bewegt sich nicht natürlich – er maximiert seine Chance, den Ball zu blocken, im Wissen, dass die Regel seinen Zynismus schützt.

Und die Idee, dass VAR das Problem löst, ist zum Lachen. VAR prüft Handspiel-Vorfälle, wendet aber dieselbe verdrehte Logik an. Im August 2024 handle ein Manchester-City-Verteidiger im Strafraum bei einer Ecke; VAR brauchte drei Minuten, um zu entscheiden, dass es kein Elfmeter sei, weil sein Arm 'in einer natürlichen Position' war. Die Wiederholungen zeigten seinen Arm waagerecht auf Schulterhöhe. Die Erklärung der Schiedsrichter: Er habe den Arm zur Balance benutzt – eine Behauptung, die der Physik widerspricht.

Showdown in dieser Saison

Die Premier League muss die 'natürliche Position'-Ausnahme streichen. Stattdessen sollte jedes Handspiel, das direkt einen Torschuss oder einen klaren Pass verhindert, ein Elfmeter sein, unabhängig von der Absicht. Der International Football Association Board wird das Gesetz 2025 überprüfen; erwarten Sie einen großen Aufschrei von Vereinen, die von der aktuellen Unklarheit profitieren. Meine Prognose: Bis Januar 2025 werden mindestens drei Spiele durch ein Handspiel entschieden, das alle außer dem Schiedsrichter als dreisten Betrug sehen, und die Liga wird gezwungen sein, eine temporäre Regeländerung in der Saison einzuführen. Wenn nicht, geht die Farce weiter.

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