Brighton & Hove Albion wurde lange für seinen attraktiven, ballbesitzorientierten Fußball unter Graham Potter und Roberto De Zerbi bewundert. Doch es gab immer eine bleibende Kritik: Sie seien zu ‚nett‘. Zu leicht einzuschüchtern. Zu weich bei Standardsituationen. Diese Erzählung wird nun neu geschrieben, dank einer unerwarteten Quelle – einem Mixed-Martial-Arts-Kämpfer.
Fabian Hürzeler, der neue Trainer der Seagulls, hat enthüllt, dass ein MMA-Spezialist mit dem Kader arbeitet, um ihre Physis und Konkurrenzfähigkeit in Luftzweikämpfen zu verbessern, insbesondere bei Ecken und Freistößen. Die Ergebnisse sind bemerkenswert: Brighton hat in dieser Saison weniger Gegentore nach Standardsituationen kassiert und selbst mehr erzielt.
Von Finesse zu Kampf
„Wir mussten die Mentalität ändern“, erklärte Hürzeler auf einer Pressekonferenz. „Wir sind ein technisch begabtes Team, aber in der Premier League muss man die physischen Zweikämpfe gewinnen können. Der MMA-Trainer hat den Spielern beigebracht, wie sie ihren Körper positionieren, wie sie Hebelwirkung einsetzen und wie sie unter Druck konzentriert bleiben. Es geht nicht nur um Aggressivität; es geht darum, in den Duellen klug zu sein.“
Die Enthüllung kommt, während Brighton sich auf eine entscheidende Serie von Spielen vorbereitet. Nachdem sie sich als Mannschaft der oberen Tabellenhälfte etabliert haben, hegt der Club nun Ambitionen auf eine europäische Qualifikation. Hürzeler glaubt, dass kleine marginale Gewinne – wie eine verbesserte Leistung bei Standardsituationen – den Unterschied zwischen Platz 10 und Platz 6 ausmachen können.
Wie MMA-Techniken auf den Fußball übertragen werden
Laut Quellen im Umfeld des Kaders umfasst das MMA-Training Übungen, die sich auf Folgendes konzentrieren:
- Rumpfstabilität und Gleichgewicht – unerlässlich, um Gegner bei Ecken abzuschirmen.
- Nahkampftechniken – legal eingesetzt, um vorteilhafte Positionen zu erlangen, ohne Fouls zu begehen.
- Mentale Widerstandsfähigkeit – Ruhe bewahren im Chaos eines überfüllten Strafraums.
- Atemkontrolle – um das Energieniveau in intensiven Momenten aufrechtzuerhalten.
Die Spieler haben die unorthodoxen Methoden angeblich angenommen. „Es ist nicht so, dass wir in den Käfig gehen“, scherzte ein Spieler der ersten Mannschaft. „Aber die Prinzipien sind dieselben. Wenn du das Körpergewicht und die Dynamik deines Gegners kontrollieren kannst, gewinnst du das Duell.“
Die Auswirkungen sind messbar. Laut Opta ist Brightons Verwertungsquote bei Standardsituationen seit Saisonbeginn um 15 % gestiegen, während die Anzahl der Gegentore nach ruhenden Bällen um 20 % gesunken ist. Diese Zahlen sind kein Zufall.
Die Erzählung ändern
Jahrelang wurde Brightons Stil mit einer Schachpartie verglichen – methodisch, geduldig, aber ohne Gnadenlosigkeit. Der ‚nette‘ Etikett war ein zweischneidiges Kompliment, das besagte, sie spielten hübschen Fußball, aber ihnen fehle die skrupellose Kante, um mit den Elite-Teams der Liga zu konkurrieren. Hürzelers Innovation ist eine direkte Herausforderung dieses Stereotyps.
„Wenn du in der Premier League gewinnen willst, kannst du nicht passiv sein“, fügte Hürzeler hinzu. „Wir sind immer noch Brighton – wir werden immer versuchen, Fußball auf die richtige Art zu spielen. Aber jetzt haben wir eine weitere Dimension. Wir können pragmatisch sein, wenn wir es müssen.“
Dieser Schritt hat die Aufmerksamkeit anderer Clubs auf sich gezogen, die angeblich ähnliche Cross-Training-Methoden in Betracht ziehen. Doch vorerst ist Brighton der Vorreiter.
Im Laufe der Saison werden die Seagulls hoffen, dass ihre neu gewonnene Härte, kombiniert mit ihrer traditionellen Eleganz, sie in die Gespräche um einen Platz unter den ersten Sieben bringt. Dank eines MMA-Kämpfers ist Brighton nicht länger ‚nett‘ – sie sind Anwärter.