Slot entlassen: FC Liverpool trennt sich von Cheftrainer nach enttäuschender Saison
Arne Slot ist als Cheftrainer des FC Liverpool entlassen worden, wie der Klub am Samstag bestätigte. Der Niederländer, der im Sommer 2024 übernommen hatte, muss nach einer turbulenten Saison gehen, in der die Reds die Erwartungen nicht erfüllten.
Slot, 46, hinterlässt Liverpool nach eigener Aussage „genau dort, wo es hingehört: bei Europas Elite“. Seine Amtszeit dauerte weniger als eine volle Spielzeit.
Wie Slots Amtszeit scheiterte
Slot kam mit einem starken Ruf von Feyenoord nach Anfield, wo er 2023 die Eredivisie gewonnen hatte. Erste Anzeichen waren vielversprechend: Liverpool gewann zehn der ersten 14 Ligaspiele unter Slot und stand im November an der Tabellenspitze.
Doch ein dramatischer Einbruch in der zweiten Saisonhälfte war teuer. Liverpool gewann nur sechs der letzten 18 Premier-League-Spiele und rutschte auf Platz fünf ab. Niederlagen gegen abstiegsbedrohte Mannschaften sowie das Aus im Carabao Cup – im Viertelfinale gegen Brighton – beschleunigten die Entscheidung des Vorstands.
Verletzungen von Schlüsselspielern wie Virgil van Dijk und Mohamed Salah offenbarten mangelnde Kaderbreite. Slots starres taktisches System wurde zudem kritisiert, da er bei Ergebniskrisen nicht anpassen konnte.
Was Slot über „Europas Elite“ sagte
In einer am Samstagabend veröffentlichten Erklärung sagte Slot: „Ich verlasse Liverpool genau dort, wo es hingehört: bei Europas Elite. Der Klub hat einen Weltklasse-Kader, ein legendäres Stadion und die besten Fans der Welt. Ich wünsche allen bei Liverpool nur Erfolg für die Zukunft.“
Die Bemerkung über Liverpools Elitestatus ist bemerkenswert, da der Klub außerhalb der Champions-League-Plätze landete. Sie greift auch eine alte Debatte über Liverpools Stellung im europäischen Fußball nach dem Triumph 2019 und dem Finale 2022 unter Jürgen Klopp auf.
Taktikanalyse: Was schief lief
Slots bevorzugtes 4-3-3-System brachte anfangs flüssigen Angriffsfußball. Durch das hohe Pressing eroberte Liverpool viele Bälle in der gegnerischen Hälfte, und die Außenverteidiger – vor allem Andy Robertson – gediehen unter seinen Anweisungen, ins Mittelfeld zu rücken.
Doch als die Verletzungen zunahmen, passte Slot das System nicht an. Das Pressing wurde löchrig und hinterließ Lücken in der Innenverteidigung. Auch bei Standards war die Mannschaft anfällig: Liverpool kassierte 14 Gegentore nach ruhenden Bällen – die meisten aller Teams in der oberen Tabellenhälfte.
Datenanalysten von StatsBomb zeigten, dass Liverpools Expected Goals (xG)-Differenz von +1,2 pro Spiel in den ersten 14 Partien auf -0,3 in den letzten 18 abfiel. Dieser Absturz ist einer der steilsten in der Premier-League-Geschichte innerhalb einer Saison.
Wie geht es weiter mit Liverpool?
- Liverpool beginnt sofort mit der Trainersuche. Xabi Alonso von Bayer Leverkusen ist der frühe Favorit bei den Buchmachern.
- Der Klub muss auch die Zukunft von Van Dijk, Salah und Trent Alexander-Arnold klären, deren Verträge noch ein Jahr laufen.
- Die Transferplanung für den Sommer wird überprüft. Ein defensiver Mittelfeldspieler und ein aufbauender Innenverteidiger haben Priorität.
Slots Zukunft: Bald wieder im Geschäft?
Slot wird wohl keine Auszeit nehmen. Sein Ruf in den Niederlanden bleibt stark, und mehrere Eredivisie-Klubs – darunter Ajax und PSV Eindhoven – könnten eine Rückkehr bieten. Eine Rückkehr zu Feyenoord gilt wegen der Umstände seines Abgangs im letzten Sommer als unwahrscheinlich.
Für Liverpool tickt die Uhr. Die Vorbereitung beginnt im Juli, und der neue Sportdirektor – derzeit nach dem Abgang von Jörg Schmadtke gesucht – wird einen kritischen Umbau überwachen. Ob Slots Nachfolger den Klub wieder unter Englands Elite etablieren kann, bleibt abzuwarten.
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