Tottenhams Klassenerhalt: Erleichterung, aber keine Erlösung

Die Tottenham Hotspur haben am letzten Spieltag mit einem 1:0-Sieg gegen den FC Everton den Klassenerhalt perfekt gemacht. Doch die Erleichterung kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass diese Saison für einen Verein von ihrem Anspruch eine einzige Blamage war.

Eine desaströse Saison in Zahlen

Die Spurs beendeten die Saison auf Platz 17 mit 38 Punkten – die schlechteste Ausbeute in der höchsten Spielklasse seit 2003/04. Nur zehn Siege in 38 Spielen stehen 20 Niederlagen gegenüber – so viele wie seit 2011/12 nicht mehr.

Die Tordifferenz von -28 war die schlechteste der Liga. Nur der Letzte West Ham kassierte mehr Gegentore (79 zu 72). Im Tottenham Hotspur Stadium gelangen den Spurs nur fünf Siege – ein schwacher Abglanz der Festung, die sie einst waren.

Wie konnte es so weit kommen?

Der Niedergang begann mit dem Abgang von Harry Kane zu Bayern München im August 2024. Der Klub schaffte es nicht, seine 30 Saisontore adäquat zu ersetzen. Richarlison (7 Tore) und Son Heung-min (8) konnten die Lücke nicht schließen.

Defensiv wurde die offensive Spielweise von Trainer Ange Postecoglou immer wieder bestraft. Die Spurs kassierten in elf Spielen drei oder mehr Gegentore, darunter ein 1:6-Debakel in Newcastle.

Verletzungen von Schlüsselspielern wie James Maddison und Cristian Romero brachten zusätzliche Probleme. Doch die schwache Kaderplanung und mangelnde Breite waren strukturelle Probleme.

Was der Klassenerhalt für die Zukunft bedeutet

Der Verbleib in der Liga sichert geschätzte 200 Millionen Pfund an Einnahmen, doch der Verein muss ohne europäische Wettbewerbe neu aufbauen. Postecoglous Job ist vorerst sicher, aber er benötigt einen umfassenden Umbau.

Die Transferziele werden wohl eher aus der zweiten Reihe kommen, mit Fokus auf Premier-League-Erfahrung. Zudem muss die Gehaltsliste verschlankt werden – mehrere Spitzenverdiener wie Pierre-Emile Hojbjerg könnten den Verein verlassen.

Für die Fans ist der Sommer ein Scheideweg. Der Vorstand muss entscheiden, ob er an Postecoglous System festhält oder auf einen pragmatischeren Ansatz umschwenkt.

Kein Grund zum Feiern

Der Klassenerhalt ist kein Erfolg für einen Verein, der einst im Champions-League-Finale stand. Die Jubelszenen auf dem Platz wirkten hohl angesichts einer Saison, die für die stolze Fangemeinde eine Schande war.

Die harte Arbeit beginnt jetzt. Wenn Tottenham aus dieser Demütigung nicht lernt, könnte es beim nächsten Mal noch schlimmer kommen.

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