Tottenhams Chef räumt ein: „Reset“ nach enttäuschender Saison nötig

Tottenham Hotspurs Geschäftsführer hat eingeräumt, dass der Verein nach einer Saison, die weit hinter den Erwartungen zurückblieb, einen deutlichen Neuanfang vollzieht. In einem exklusiven Interview skizzierte er die Transfer-Prioritäten des Klubs für das Sommerfenster.

Hintergrund: Eine Saison voller Turbulenzen und Umbruch

Tottenham beendete die Premier League auf Platz acht, der schlechtesten Platzierung seit 2008/09. Der Verein kassierte 58 Gegentore – der höchste Wert in einer 38-Spiele-Saison seit 2007/08. Ange Postecoglous hohe Verteidigungslinie wurde immer wieder ausgenutzt, und das Team verlor vier seiner letzten fünf Spiele.

Der Chef verwies auf Verletzungen von Schlüsselspielern wie James Maddison und Micky van de Ven, räumte aber ein, dass dem Kader Tiefe und Balance fehlten. „Wir brauchen einen strukturellen Reset“, sagte er. „Es geht nicht um ein oder zwei Neuzugänge. Es geht darum, einen Kader aufzubauen, der auf mehreren Ebenen konkurrieren kann.“

Tottenham gab in den letzten beiden Fenstern netto 231 Millionen Pfund aus, dennoch bleibt der Kader unausgewogen. Ohne Maddison fehlt es im Mittelfeld an Kreativität, und die Abwehr ist löchrig. Statistiken zeigen, dass Spurs in den letzten zehn Spielen nur 1,8 Großchancen pro Spiel kreierte – Rang 14 in der Liga.

Transfer-Prioritäten: Stürmer, kreativer Mittelfeldspieler und Innenverteidiger

Der Chef bestätigte drei Prioritäten: einen torgefährlichen Stürmer, einen kreativen Mittelfeldspieler und einen linksfüßigen Innenverteidiger. Tottenham sucht einen Neuner, der 20+ Tore pro Saison erzielt, mit Ivan Toney und Jonathan David als Kandidaten.

  • Stürmer: Spurs erzielten 55 Tore in der Liga (sechstbester Wert), waren aber stark von Son Heung-min (17 Tore) abhängig. Ein Vollstrecker ist essenziell.
  • Kreativer Mittelfeldspieler: James Maddisons Verletzung offenbarte den Mangel an Alternativen. Der Klub will einen Spieler mit 10+ Vorlagen pro Saison.
  • Linksfüßiger Innenverteidiger: Zur Konkurrenz für van de Ven und für ein flexibleres Abwehrsystem.

Der Chef betonte, dass der Verein nicht überbezahlen werde, und verwies auf frühere Fehler. „Wir haben aus Fehlern auf dem Transfermarkt gelernt. Wert und Passgenauigkeit sind entscheidend.“

Auswirkungen auf dem Platz und taktische Passform

Ein neuer Stürmer würde Postecoglous Angriffssystem stärken, das auf schnellen Umschaltbewegungen und breiten Überladungen basiert. In der letzten Saison startete Tottenham durchschnittlich 6,3 Konter pro Spiel (drittbester Wert), die Abschlussquote war mit 8,7 % jedoch dürftig.

Ein kreativer Mittelfeldspieler würde die Last auf Maddison verringern und Rotation auf der Zehner-Position ermöglichen. Ohne ihn gewann Spurs nur 28 % der Spiele, mit ihm 55 %.

Defensiv würde ein linksfüßiger Innenverteidiger es van de Ven ermöglichen, bei Bedarf auf die rechte Seite zu rücken. Tottenham kassierte 12 Tore aus Flanken des gegnerischen rechten Flügels.

Was als Nächstes für Tottenham im Sommer ansteht

Der Reset wird Spielerverkäufe zur Finanzierung neuer Zugänge umfassen. Richarlison, Emerson Royal und Pierre-Emile Højbjerg sollen den Verein verlassen. Tottenham will die Geschäfte vor der Saisonvorbereitung frühzeitig abschließen, mit Priorität auf der Stürmerposition. Der Verein erwartet die erste Verpflichtung bis Mitte Juli. Scheitert die Behebung dieser Baustellen, droht ein weiterer Mittelfeldplatz.

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