Richarlison sucht Anwalt: Eskalation im Vertragspoker mit Tottenham

Richarlison hat rechtlichen Rat eingeholt, um zu prüfen, ob er seinen Vertrag bei Tottenham Hotspur auflösen und als Free Agent gehen kann. Das berichtet TeamTalk. Der brasilianische Angreifer wurde von Roberto De Zerbi aus dem Premier-League-Kader gestrichen und hält seine Situation für unhaltbar.

  • Spieler: Richarlison, brasilianischer Nationalstürmer
  • Klub: Tottenham Hotspur
  • Trainer: Roberto De Zerbi
  • Problem: Aus dem Premier-League-Kader gestrichen – frühestens im Januar wieder einsatzberechtigt
  • Aktion: Richarlison und seine Berater haben mit einem Anwaltsteam über einen möglichen Weg zur Vertragsauflösung über die FIFA gesprochen
  • Vertrag: Läuft bis zum Saisonende
  • Geprüfter Präzedenzfall: Der Fall Renan Lodi gegen Al-Hilal
  • Position der Spurs: Der Klub sieht keine Grundlage für einen Ausstieg

Die Hintergründe des Deals

Tottenham war bereit, eine Rückkehr zu Everton zu ermöglichen – die Bedingungen für eine Wiedervereinigung mit seinem Ex-Klub waren so gut wie ausgehandelt. Die Spurs wollten ihn loswerden, nachdem sie klargemacht hatten, dass er keine Rolle mehr in ihren Plänen spielt. Doch Richarlison entschied sich dagegen.

Auch ein Wechsel zum spendierfreudigen türkischen Klub Trabzonspor kam nicht zustande. Vasco da Gama bleibt interessiert und hat Gespräche über eine Rückkehr des Stürmers nach Brasilien geführt. Richarlison will jedoch zuerst als Free Agent gehen und dann möglicherweise im Januar nach einem Gastspiel bei Vasco erneut wechseln.

Tottenham akzeptiert nicht, dass er das Recht hat, den Klub zu verlassen, während der Spieler seine aktuelle Situation als unhaltbar betrachtet.

Was gesagt wurde

„Richarlison und seine Berater haben mit einem Anwaltsteam gesprochen, um zu prüfen, ob es einen Weg gibt, seinen Spurs-Vertrag über die FIFA aufzulösen.“

— Bericht von TeamTalk

„Doch Richarlison entschied, dass er nicht gehen wollte, und zahlt nun den Preis für diese Entscheidung.“

— Bericht von TeamTalk

„Tottenham ist von der Situation enorm frustriert.“

— Quelle zur internen Stimmung bei den Spurs

Das erste Zitat zeigt, dass das Lager des Spielers nicht einfach gegen den Klub Stimmung macht – es wurde bereits formell rechtliche Schritte eingeleitet. Das ist ein bedeutender Schritt über einen normalen Transferstreit hinaus und deutet auf einen Konflikt hin, der eher vor der FIFA als auf dem Premier-League-Spielplan landen könnte.

Das zweite Zitat ist der Kern der Tottenham-Position. Wenn ein machbarer Everton-Abgang auf dem Tisch lag und Richarlison ihn ablehnte, werden die Spurs argumentieren, alles Vernünftige getan zu haben, um ihm weiteres Spielen zu ermöglichen. Das dritte Zitat erklärt, warum die Sache persönlich und öffentlich geworden ist statt einer stillen Januar-Verhandlung.

Die Zahlen

  • Premier-League-Einsätze: Für Richarlison frühestens im Januar nach seiner Streichung aus dem Kader möglich
  • Vertragslaufzeit: Bis zum Ende der aktuellen Saison
  • Gescheiterte Abgänge in diesem Fenster: Zwei – Everton und Trabzonspor
  • Klubs mit Gesprächen: Everton, Trabzonspor und Vasco da Gama

Warum der Lodi-Präzedenzfall alles entscheidend ist

Das aufschlussreichste Detail des Berichts ist, dass Richarlisons Berater den Fall von Renan Lodi prüfen. Lodi hatte erfolgreich einseitig gegen Al-Hilal gehandelt, nachdem er aus dem Registrierungskader der Saudi Pro League ausgeschlossen worden war.

Lodi löste seinen Vertrag mit dem saudischen Klub im September 2025 auf, nachdem er wegen der Ausländerbeschränkungen der Liga gestrichen worden war. Er erklärte zudem, wochenlang eine einvernehmliche Lösung mit Al-Hilal gesucht, aber keine Antwort erhalten zu haben, bevor er sich entschied, seine Rechte als Arbeitnehmer durchzusetzen. Das ist die Vorlage: Ein registrierter Spieler, der durch Kaderregeln statt durch Verletzung oder Form ausgeschlossen wurde, argumentiert, dass sein Arbeitgeber ihn daran hindert, seinen Beruf auszuüben.

Die Relevanz für Richarlison ist offensichtlich, auch wenn die Umstände nicht identisch sind. Die Position des Tottenham-Angreifers soll sein, dass ein Vertrag bei einem Klub, während er gleichzeitig am Spielen gehindert wird, einer Verweigerung der Berufsausübung gleichkommen könnte. Tottenham widerspricht dem entschieden. Doch die Tatsache, dass seine Berater aktiv untersuchen, ob der Lodi-Fall einen Präzedenzfall bieten kann, deutet darauf hin, dass dies keine leere Drohung ist.

Für De Zerbi ist das fußballerische Argument einfach: Er hat einen Kader, den er nutzen will, und Richarlison gehört nicht dazu. Das rechtliche Argument ist weitaus komplizierter. Sollte die FIFA die Kaderstreichung als Einschränkung der Arbeitsfähigkeit eines Spielers betrachten, könnte jeder Trainer, der einen erfahrenen Profi aussortiert, mit einer Anfechtung rechnen. Deshalb ist der starke Widerspruch der Spurs nicht nur Sturheit – es ist Selbstschutz.

Diskussionspunkte

  • Wenn Richarlison unter De Zerbi keine Zukunft hatte, warum wurde nicht früher ein sauberer Abgang vereinbart? In Anwälte und FIFA-Szenarien abzudriften, lässt die Spurs chaotisch wirken.
  • Richarlison lehnte Everton ab. Fans können akzeptieren, dass ein Spieler um seine Karriere kämpft, aber einen Wechsel abzulehnen und dann zu behaupten, man werde an der Arbeit gehindert, ist schwer zu verkaufen.
  • Die Spurs sind frustriert, aber die Fans sind es auch. Ein erfahrener Spieler, der sich arbeitsunfähig fühlt, ist eine schreckliche Außendarstellung für die Kaderkultur, unabhängig von den rechtlichen Aussichten.
  • Tottenham muss das schnell klären: verkaufen, verleihen, Kompromiss finden, was auch immer. Jede Woche, die sich hinzieht, ist eine Woche, in der der Klub vom Spielfeld abgelenkt ist.

Wie es weitergeht

Richarlisons Vertrag läuft bis zum Saisonende, daher ist Tottenhams Hebel die Zeit – aber nur bis das Januar-Transferfenster öffnet. Der Angreifer kann bis dahin keine Premier-League-Spiele bestreiten und will als Free Agent gehen, um nach einem Gastspiel bei Vasco da Gama erneut wechseln zu können. Die Spurs müssen entscheiden, ob sie einem vorzeitigen Auflösungsversuch widerstehen oder einen Kompromiss aushandeln, bevor daraus ein formeller FIFA-Streit wird.

Häufig gestellte Fragen

Kann Richarlison seinen Tottenham-Vertrag auflösen?

Er und seine Berater haben rechtlichen Rat eingeholt, ob es einen Weg gibt, seinen Spurs-Vertrag über die FIFA aufzulösen. Tottenham akzeptiert nicht, dass er Gründe hat, den Klub zu verlassen.

Warum wurde Richarlison aus dem Premier-League-Kader von Tottenham gestrichen?

Roberto De Zerbi ließ ihn aus dem Premier-League-Kader, nachdem die Spurs klargemacht hatten, dass er keine Rolle mehr in ihren Plänen spielt. Die Streichung bedeutet, dass er frühestens im Januar in der Liga spielen kann.

Zu welchen Klubs könnte Richarlison wechseln, wenn er Tottenham verlässt?

Everton hatte die Bedingungen für eine Rückkehr so gut wie ausgehandelt, doch Richarlison entschied sich dagegen, und ein Wechsel zu Trabzonspor kam nicht zustande. Vasco da Gama bleibt interessiert und hat Gespräche geführt, obwohl Richarlison zuerst als Free Agent gehen und dann möglicherweise im Januar wechseln will.

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