Arsenals Mittelfeld-Puzzle hat ein vergessenes Teil
Thomas Partey wurde von Experten, Fans und sogar der eigenen Scouting-Abteilung bereits abgeschrieben. Doch seine jüngsten Leistungen offenbaren etwas weitaus Wertvolleres: einen taktischen Schlüssel, der Arsenals stärkste Version freischaltet.
Der Geist von Artetas ursprünglichem Plan
Mikel Artetas frühes System basierte auf Partey als alleinigem Sechser – ein Spieler, der unter Druck Bälle abholen, Linien durchbrechen und Räume abdecken kann. Ende 2022 erreichte dieses System seinen Höhepunkt, bevor Verletzungen es zerstörten. Seitdem hat Arsenal auf eine strukturierte, box-orientierte Mittelfeldformation mit Rice und Ødegaard umgestellt. Doch die Spielflüssigkeit hat gelitten.
Daten zeigen: Mit Partey in der Startelf steigt Arsenals Passquote im letzten Drittel um 4 Prozent, die progressiven Ballvorstöße nehmen um 18 Prozent zu. Noch wichtiger: Die defensive Grundordnung verschiebt sich – Partey lässt sich zwischen die Innenverteidiger fallen, sodass die Außenverteidiger höher schieben können und Arteta die Überzahlsituationen bekommt, die er braucht.
Das Argument für Partey als heimlichen Helden
- Seine Fähigkeit, Druck schon im Keim zu ersticken – kein anderer Arsenal-Mittelfeldspieler schafft mehr linienbrechende Pässe unter Bedrängnis.
- Die taktische Flexibilität: Er kann als tiefer Spielmacher agieren, als Box-to-Box-Störer oder sogar als Außenverteidiger im Ballbesitz, wodurch White nach innen rücken kann.
- Die psychologische Wirkung: Seine Präsenz erlaubt Rice, nach vorne zu roamen, wo seine Antritte noch gefährlicher werden.
Das ist nicht der Partey von 2023 – langsam und zögerlich. Das ist die Version vor der Verletzung: schärfer, entschlossener. Seine Balleroberungen haben sich seit Oktober verdoppelt, seine durchschnittliche Ballkontaktzeit ist gesunken – ein Zeichen für einen Spieler, der genau weiß, was er tun will, bevor er den Ball bekommt.
Aber ist er nicht verletzungsanfällig und über dem Zenit?
Das Gegenargument ist offensichtlich: Partey ist nicht fit zu kriegen, und seine besten Tage sind vorbei. Doch der Trugschluss liegt darin, seine Verletzungshistorie als Dauerzustand und nicht als statistische Anomalie zu betrachten. Sein jüngster Ausfall war eine Leistenverletzung, die nichts mit seinen früheren Oberschenkelproblemen zu tun hatte. Die moderne Sportmedizin kann solche Risiken managen. Und was das Alter betrifft: 31 ist keine Schallmauer für einen Mittelfeldspieler, der von Intelligenz und nicht von Tempo lebt. Man sehe sich Rodri, Jorginho oder Kroos an – alle spielen in ähnlichen Rollen noch mit Mitte 30 auf hohem Niveau.
Zudem zwingt Arsenals aktuelles System Rice in eine tiefere Rolle, die seine Offensivqualitäten erstickt. Gegen tiefstehende Top-Mannschaften fehlt Arsenal ein Spieler, der Gegner aus der Ordnung locken und den Ball durch die Gänge fädeln kann. Partey ist dieser Spieler mit seiner Mischung aus Stärke und Übersicht. Seine 2,3 Torschussvorlagen pro 90 Minuten in den letzten fünf Starts sind ein Wert, den nur Ødegaard übertrifft.
Prognose: Partey startet im Titel-Endspurt und Arsenal gewinnt mit drei Punkten Vorsprung
Bis März wird Thomas Partey zwölf Premier-League-Spiele in Folge bestritten haben. Seine Präsenz wird Rice erlauben, in den letzten zehn Partien fünf Tore zu erzielen – darunter ein entscheidender Treffer gegen Manchester City im Etihad. Am letzten Spieltag wird Arsenal die Meisterschale in den Himmel stemmen, und die Erzählung wird endlich den Ghanaer in den Mittelpunkt rücken, dessen Wiederbelebung dies möglich gemacht hat.
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