Liverpools jüngste Form war bestenfalls durchwachsen, aber was noch besorgniserregender ist, ist der offensichtliche Riss in der Rüstung der Teamharmonie. Mohamed Salahs jüngste Aktivität in den sozialen Medien hat für Aufsehen gesorgt, als der ägyptische König eine kryptische Nachricht über Glück und Spielstil postete, die viele als direkten Seitenhieb auf Trainer Arne Slot interpretieren.

In einem inzwischen gelöschten oder schnell versteckten Beitrag schrieb Salah: „Glück kommt davon, gut zu spielen und zu gewinnen, aber manchmal muss man frei sein, um sich auszudrücken. Es geht nicht nur um das System.“ Der Beitrag, der kaum eine Stunde online war, wurde von Fans gescreenshotted und verbreitete sich schnell auf Plattformen. Er kommt zu einem Zeitpunkt, an dem gemunkelt wird, dass der Stürmer mit Slots strukturiertem, ballbesitzorientiertem Ansatz nicht vollständig zufrieden ist.

Anzeichen von Uneinigkeit an der Anfield Road

Die Experten von „Match of the Day“, Mark Schwarzer und Dion Dublin, waren schnell mit Kommentaren zur Stelle. Schwarzer erklärte: „Wenn ein Spieler von Salahs Statur anfängt, mehrdeutige Nachrichten zu posten, ist das ein klares Zeichen, dass in der Umkleidekabine etwas nicht stimmt. Slots System mag taktisch fundiert sein, aber wenn die Starspieler nicht glücklich sind, ist das eine Zeitbombe.“ Dublin fügte hinzu: „Unter Klopp hätte man so etwas nie gesehen. Die Spieler haben immer an einem Strang gezogen. Jetzt fehlt ihnen die Freude am Spiel.“

Tatsächlich fällt es Liverpool schwer, in ihren Angriffsbewegungen flüssig zu sein. In den letzten drei Spielen erzielten sie nur zwei Tore aus dem Spiel heraus und waren stark auf Standards angewiesen. Das Mittelfeld, verankert durch Alexis Mac Allister und Dominik Szoboszlai, wurde zu oft umgangen, sodass Salah auf dem rechten Flügel isoliert war. Seine Frustration ist spürbar – und verständlich.

Der Slot-Effekt: Taktische Starrheit oder Evolution?

Arne Slot, der die Nachfolge des legendären Jürgen Klopp angetreten hat, hat die Aufgabe, Liverpools hochoktanigen Stil in ein kontrollierteres, ballbesitzbasiertes Spiel zu modernisieren. Viele argumentieren jedoch, dass dies auf Kosten der natürlichen Instinkte der Spieler geht. Salah, der von schnellen Übergängen und der Freiheit, sich zu bewegen, profitiert hat, sieht sich nun an Positionsdisziplin gebunden.

Statistisch gesehen ist Liverpools Expected Goals (xG) von 2,1 pro Spiel in der letzten Saison auf 1,5 in dieser Saison gesunken. Auch die Pressingintensität hat nachgelassen, mit weniger hohen Ballgewinnen, die zu klaren Chancen führen. Salah selbst steuert auf seine niedrigste Liga-Torausbeute seit seiner ersten Saison im Verein zu. Dies ist kein Ausrutscher – es ist ein systemisches Problem.

Was das für Liverpools Saison bedeutet

Wenn sich die Uneinigkeit ausbreitet, könnte Liverpool noch vor Weihnachten aus dem Rennen um die Top Vier sein. Bereits fünf Punkte hinter Tabellenführer Arsenal, kann sich Liverpool keinen internen Zwist leisten. Der Vorstand muss als Vermittler fungieren und sicherstellen, dass Slot seine Taktik anpasst, um das Beste aus seinem Star herauszuholen, oder riskieren, Salahs Engagement – und möglicherweise sein Talent – in den kommenden Transferfenstern zu verlieren.

Salah ist 32, aber er bleibt die stärkste Waffe des Vereins. Ihn glücklich zu halten, ist von größter Bedeutung. Ob Slot die philosophische Kluft zwischen seinen Methoden und den Vorlieben der Spieler überbrücken kann, wird Liverpools Saison definieren. Vorerst ist das Schweigen von den offiziellen Kanälen des Vereins ohrenbetäubend, und die Fans fragen sich: Wie zerrissen ist dieses Team wirklich?

Eines ist sicher: Wenn Salah nicht lächelt, sind Liverpools Hoffnungen auf Trophäen in dieser Saison vielleicht nur eine ferne Erinnerung.