Der Hull City wirkt plötzlich wie ein wiedergeborenes Team. Ein zweiter Sieg in Folge in der Championship, diesmal ein hart erkämpfter 1:0-Erfolg beim Coventry City, hat die Tigers weiter von den Abstiegsrängen entfernt und den mitgereisten Fans echten Grund zur Hoffnung gegeben. Liam Millars Treffer in der zweiten Halbzeit war entscheidend in der CBS Arena und bescherte Frank Lampards Team eine weitere frustrierende Niederlage – während Hulls ermutigende Serie anhält.

Millars magischer Moment

Der kanadische Internationale, der vom FC Basel ausgeliehen ist, war in einer schwierigen Saison ein Lichtblick – und sein Tor hier war ein Moment echter Klasse. Am linken Flügel erhielt Millar den Ball, zog nach innen auf den rechten Fuß und schlenzte einen herrlichen Versuch über Coventry-Schlussmann Ben Wilson hinweg ins Tor. Es war ein Treffer, der jedes Spiel entscheiden kann, und für Hull bedeutete es den dritten Sieg aus den letzten vier Ligaspielen – eine bemerkenswerte Wende nach den düsteren Tagen im Herbst.

Millars Beitrag war nicht nur das Tor. Seine Arbeitsrate, sein direktes Spiel und seine Bereitschaft, nach hinten zu arbeiten, prägten eine Demonstration von Disziplin und Einsatz. Der 24-Jährige hat nun vier Saisontore erzielt, und sein wachsender Einfluss ist ein wesentlicher Faktor für Hulls Wiedererstarken unter Chefcoach Tim Walter.

Taktische Disziplin und eine stabile Abwehr

Walter, der deutsche Taktiker, wurde oft für seine unerschütterliche Hingabe an einen hoch pressenden, ballbesitzorientierten Stil kritisiert. Doch in Coventry zeigte er Anpassungsfähigkeit. Hull stand tiefer, ließ Druck zu und schlug mit Tempo und Zielstrebigkeit im Konter. Die Viererkette, angeführt vom erfahrenen Alfie Jones und dem beeindruckenden Jacob Greaves, war über die gesamte Dauer resolut.

Coventry hatte viel Ballbesitz, erspielte sich aber kaum etwas. Die besten Chancen der Sky Blues entstanden bei Standards, doch Hulls Torwart Ryan Allsop war gegen alles bereit. Das war eine Abwehrleistung mit echtem Charakter, weit entfernt von der Mannschaft, die zu Saisonbeginn vier Gegentore zu Hause gegen Leeds United hinnehmen musste.

Eine Saison mit zwei Gesichtern für die Tigers

Es ist leicht zu vergessen, dass Hull City, der Verein, den Acun Ilıcalı vor dem finanziellen Ruin gerettet und großzügig unterstützt hat, Anfang November noch Tabellenletzter war. Das ehrgeizige Projekt des türkischen Geschäftsmanns schien zu scheitern, doch eine Serie von nur einer Niederlage aus sechs Spielen hat die Stimmung im MKM Stadium verändert.

Der jüngste Aufschwung der Tigers basiert auf einem soliden Fundament: In den letzten vier Spielen gab es drei Zu-Null-Spiele. Diese Defensivstärke, kombiniert mit der Offensivgefahr durch Millar, Jaden Philogene und den zurückgekehrten Aaron Connolly, macht sie für jede Mannschaft der Liga gefährlich. Die Verpflichtung des erfahrenen Mittelfeldspielers Jean Michael Seri im Januar hat zudem für mehr Ruhe und Qualität im Zentrum gesorgt und den jungen Spielern Raum zur Entfaltung gegeben.

Coventrys anhaltende Probleme

Für Frank Lampard wächst der Druck. Der frühere Chelsea- und Everton-Trainer hat seit seiner Übernahme Ende November nur zwei Siege gefeiert, und sein Team ist auf Platz 17 abgerutscht, nur fünf Punkte über der Abstiegszone. Lampards taktischer Ansatz wird kritisiert; Kritiker bemängeln fehlende Kreativität und das Unvermögen, das Beste aus seinen Offensivspielern herauszuholen.

Die Fans der Sky Blues, die unter Mark Robins Erfolge gewohnt waren, werden unruhig. Beim Schlusspfiff ertönten Pfiffe, und Lampard gab zu, dass seine Mannschaft "in beiden Strafräumen besser sein muss". Mit einem schwierigen Restprogramm, einschließlich Spielen gegen Top-Sechs-Teams, könnte sich Coventries Saison weiter zuspitzen, wenn die Ergebnisse nicht schnell besser werden.

Wie geht es für Hull City weiter?

Hull Citys unmittelbarer Fokus richtet sich nun auf das nächste Spiel: ein Heimspiel gegen den Abstiegskonkurrenten Sheffield Wednesday im MKM Stadium. Ein Sieg dort würde die Tigers in Reichweite des Tabellenmittelfelds bringen und weitere Belege dafür liefern, dass sie unter Ilıcalıs Eigentümerschaft auf dem Vormarsch sind. Der Ehrgeiz des Eigentümers ist klar – er will sein Team in den nächsten Saisons um den Aufstieg kämpfen sehen, und diese Form ist genau die Art von Schwung, die es braucht.

Das Transferfenster im Januar wird ebenfalls entscheidend sein. Ilıcalı hat gezeigt, dass er bereit ist, Geld auszugeben, und ein paar kluge Neuverpflichtungen im Sturm könnten Hull zu einem echten Geheimtipp für die Playoffs machen. Doch vorerst genießen die Tigers-Fans einfach die Fahrt. Ihr Team hat seine Identität wiedergefunden, und mit einem solchen Millar spricht nichts dagegen, dass sie sich in Richtung obere Tabellenhälfte vorarbeiten.

Zum hektischen Weihnachtsprogramm der Championship ist Hull City ein verwandeltes Team. Die Zweifler sind zumindest vorerst zum Schweigen gebracht. Und mit der Unterstützung eines leidenschaftlichen Eigentümers und eines Kaders, der an seinen Trainer glaubt, sieht die Zukunft an der Humberside rosig aus.

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