Liverpools 415-Millionen-Offensive: Die Noten der Neuzugänge 2025/26

Liverpool pulverisierte im vergangenen Sommer den britischen Transferrekord und investierte 415 Millionen Pfund in sechs Neuzugänge. Nach dem Saisonende ziehen wir Bilanz: ein detaillierter Blick auf Taktik, Statistiken und die finanziellePerformance der neuen Stars.

Defensive: Licht und Schatten

Für die Innenverteidigung gab Liverpool 120 Millionen Pfund aus. Mit 70 Millionen war Benoît Badiashile von Monaco der teurere Transfer. Der Franzose stammte sofort in die Startelf und bildete ein Duo mit Virgil van Dijk. In 28 Liga-Spielen gelangen ihm durchschnittlich 4,2 Klärungen pro Partie, und er gewann 68% seiner Kopfballduelle. Seine Abspielgenauigkeit war mit 82% jedoch schwankend. FPL-Manager, die ihn für 5,5 Millionen kauften, erlebten bescheidene 108 Punkte.

Der zweite Abwehrmann, Jérémy Frick vom SC Freiburg, kostete 50 Millionen. In der Premier League tat er sich anfangs schwer: zwei schwere Fehler, die in den ersten fünf Spielen zu Gegentoren führten. Nach einer Verschnaufpause auf der Bank steigerte er sich und hielt in den letzten vier Partien dreimal die Null. Taktisch verbesserte er Liverpools Fähigkeit, hoch zu verteidigen, aber seine Schnelligkeit bleibt ein Manko.

Zum Vergleich: Manchester City gab 2023 80 Millionen für Josko Gvardiol aus, der sofort einschlug. Liverpools Defensiv-Neuzugänge hinterließen einen durchwachsenen ersten Eindruck. Die Ablöse für Badiashile ist vergleichbar mit Harry Maguires 2019, die Konstanz fehlte jedoch bislang.

Mittelfeld-Umbau: Der Motorraum neu aufgestellt

180 Millionen Pfund investierte Liverpool in drei Mittelfeldspieler, um die alternden Beine zu ersetzen. Der Top-Transfer Jude Bellingham kam für 130 Millionen von Real Madrid. Er erzielte 12 Tore und 9 Vorlagen in allen Wettbewerben, bei einer Passquote von 88%. Seine Box-to-Box-Energie belebte das Pressing der Reds – mit ihm auf dem Feld erzwangen sie fünf Hochgewinne mehr pro Spiel. FPL-Besitzer, die 11,0 Millionen zahlten, wurden mit 214 Punkten belohnt.

Die anderen Neuzugänge, Gabri Veiga (35 Mio. von Celta Vigo) und Khephren Thuram (15 Mio. von Nizza), hatten unterschiedliche Schicksale. Veiga startete stark mit einem Tor zum Einstand, fiel aber nach einer Oberschenkelverletzung im Oktober zurück. Thuram, eine günstige Rotation, bestritt 18 Spiele, aber etablierte sich nie in der Startelf. Historisch gesehen brauchen solche teuren Mittelfeldinvestitionen oft eine Saison, um zu harmonieren – ähnlich wie Manchester Uniteds 60-Millionen-Deal für Casemiro 2022, der sich im zweiten Jahr auszahlte.

Statistisch steigerte Liverpools Mittelfeld die Torbeteiligung aus dem Mittelfeld um 15 % im Vergleich zur Vorsaison. Die Pressing-Effizienz verbesserte sich, das Team belegte ligaweit Rang drei bei Pressing-Aktionen pro 90 Minuten (145).

Sturm: Torausbeute enttäuscht

Die letzten 115 Millionen Pfund flossen in die Offensive. Der bekannteste Name war Khvicha Kvaratskhelia, für 90 Millionen von Neapel geholt. Der Georgier erzielte 8 Ligatore und 6 Vorlagen – ordentlich, aber nicht die erhofften Explosionen. Seine Dribbelquote (54%) war stark, aber er nahm oft zu viele Kontakte und störte den Spielfluss. Sein FPL-Preis von 9,5 Millionen machte ihn zum Luxusgut, doch mit nur 150 Punkten enttäuschte er.

Der zweite Stürmer, Matías Soule von Juventus, kostete 25 Millionen. Als Einwechselspieler erzielte er 3 Tore in 400 Minuten – ein Tor alle 133 Minuten, respektabel. Dennoch verdrängte er nie die Nachfolger von Mohamed Salah aus der Startelf.

Für die Meisterschaft reichte es nicht: Liverpool beendete die Saison zwölf Punkte hinter Meister Manchester City, obwohl sich das Torverhältnis um acht verbesserte. Die Neuzugänge brachten Tiefe, aber nicht die entscheidende Klasse, um Guardiolas Team zu entthronen.

Ausblick: Zweite Chance für die teuren Verstärkungen

Die zweite Saison wird für einige Neuzugänge entscheidend. Badiashile und Frick müssen eine eingespielte Partnerschaft bilden, Kvaratskhelia seine Effizienz verbessern. Liverpool hat bereits einen Gewinn erzielt, indem es Jérémy Frick im Januar für 60 Millionen an Newcastle verkaufte und so die Kosten etwas senkte. Der verbliebene Kader muss 2026/27 den Titel angreifen, sonst wird die 415-Millionen-Aktion als Fehlschlag gewertet.

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