Liverpool verabschiedet sich mit müdem Remis von Anfield – Legenden gehen von Bord
Am Sonntag bestritt Liverpool das letzte Heimspiel der Premier-League-Saison 2025/26 und kam gegen Brentford nicht über ein 1:1 hinaus. Das Ergebnis war nebensächlich angesichts der emotionalen Verabschiedungen mehrerer Vereinslegenden, doch die Leistung warf Fragen zur Ausrichtung unter Arne Slot auf.
Hintergrund: Eine Übergangssaison endet im Mittelmaß
Liverpool ging mit nur vier Siegen aus den letzten zehn Ligaspielen in die Partie – eine Serie, die die Champions-League-Teilnahme kostete. Die Spielzeit 2025/26 war stets als Übergangsjahr nach den Abgängen von Schlüsselfiguren geplant, aber ein abschließender siebter Platz liegt weit unter den Erwartungen. Manchester United und Chelsea landeten beide vor den Reds – ein Beleg für die Größe des anstehenden Neuaufbaus.
Taktisch hatte Slot Probleme, sein aggressives Pressing-System konstant durchzusetzen. Gegen Brentford verzeichnete Liverpool bei 14 Torschüssen nur drei aufs Tor – ein wiederkehrendes Problem dieser Saison. Der Expected-Goals-Wert (xG) von 1,2 war der niedrigste zu Hause seit März.
Auswirkungen: Abschiede überschatten taktische Mängel
Die Partie stand ganz im Zeichen der scheidenden Spieler. Kapitän Virgil van Dijk, Mohamed Salah und Trent Alexander-Arnold bestritten ihr letztes Heimspiel für den Klub. Salah erzielte per spätem Ausgleich den Punktgewinn. Sein 22. Ligator der Saison war ein letztes Aufblitzen seiner Klasse, doch seine Zukunft bleibt ungeklärt.
- Van Dijks Führungsstärke wird kaum zu ersetzen sein. Liverpool kassierte 47 Gegentore – die schlechteste Bilanz seit 2015/16.
- Mohamed Salahs 22 Tore und zehn Vorlagen machten 37 Prozent aller Liverpooler Ligatreffer aus. Kein anderer Spieler erreichte zweistellige Werte.
- Alexander-Arnolds Abgang hinterlässt eine kreative Lücke. Seine zwölf Assists waren teamintern Bestwert und bedeuteten ligaweit Platz vier.
Mit 56 Punkten erzielte Liverpool die niedrigste Ausbeute einer vollen Saison seit 2015/16. Zum Vergleich: Das sind 26 Zähler weniger als in der Meistersaison 2019/20. Der Vorstand steht vor einem entscheidenden Sommer mit begrenzten Mitteln und einem aufgeblähten Kader, der einer grundlegenden Überholung bedarf.
Ausblick: Ein unsicherer Sommer-Umbau
Das letzte Saisonspiel bestreitet Liverpool auswärts beim FC Southampton – ein bedeutungsloses Match ohne Vorbereitungswert für die nächste Spielzeit. Der Klub muss einen neuen Innenverteidiger, Rechtsverteidiger und möglicherweise einen Stürmer verpflichten, falls Darwin Núñez verkauft wird. Sportdirektor Richard Hughes wurde mit der Kaderüberholung beauftragt, doch ohne Champions-League-Einnahmen sind die finanziellen Spielräume eng. Die scheidenden Legenden hinterlassen ein Erbe, das schwer zu reproduzieren sein wird. Doch die Darbietung gegen Brentford zeigte, dass Sentimentalität allein die tiefgreifenden Probleme nicht überdecken kann. Slot benötigt in diesem Sommer mindestens vier neue Stammkräfte, um überhaupt um einen Platz unter den ersten Vier kämpfen zu können.
Verwandte Artikel
Kategorien: Spielberichte | LA Premier League Home