Juventus hat Vicario ins Visier genommen
Juventus Turin lenkt offenbar das Interesse auf Tottenham Hotspur-Torwart Guglielmo Vicario, nachdem die Bemühungen um Liverpool-Schlussmann Alisson Becker ins Stocken geraten sind. Die Serie-A-Giganten sind auf der Suche nach einer neuen Nummer eins und haben den italienischen Keeper ins Visier genommen.
Hintergrund: Torwartsituation bei Juventus
Juventus sucht seit dem Abgang von Wojciech Szczesny im Jahr 2024 einen langfristigen Nachfolger. Aktuelle Optionen wie Mattia Perin und Carlo Pinsoglio konnten sich nicht als unumstrittene Stammkräfte etablieren. Die Klubführung erachtet einen erstklassigen Torwart als essenziell für den Neuaufbau unter Trainer Thiago Motta, der auf ballbesitzorientierten Fußball mit einem mitspielenden Keeper setzt.
Alisson, 32, war die Wunschlösung von Juventus, doch Liverpools Verkaufszurückhaltung und das hohe Gehalt des Brasilianers erschweren die Verhandlungen. Berichten zufolge verlangen die Reds über 50 Millionen Euro – eine Summe, die Juve aufgrund finanzieller Zwänge und der Gehaltsobergrenze in der Serie A nicht zahlen will. Dies veranlasst die Bianconeri, nach Alternativen zu suchen.
Vicario, 28, wechselte 2023 für 18 Millionen Euro von Empoli zu Tottenham und überzeugte in Nordlondon. Bekannt für seine Reflexe, Spieleröffnung und Strafraumbeherrschung, entspricht er dem Profil eines modernen Torwarts. In der Premier-League-Saison 2024/25 hielt er zehnmal die Null und wies eine Fangquote von 75,4 Prozent auf – einer der besten Werte der Liga. Tottenhams schwankende Form führte jedoch zu einem Mittelfeldplatz, und der Klub könnte bei einem lukrativen Angebot gesprächsbereit sein.
Auswirkungen auf Tottenham und Juventus
Sollte Vicario gehen, müsste Tottenham einen Ersatzkeeper finden, der in Postecoglous System mit hoher Abwehrlinie und Ballbesitz passt. Der Australier schätzt Torhüter, die hinter der Abwehr auslaufen und präzise unter Druck zuspielen. Spurs wurden mit Sunderland-Keeper Anthony Patterson und Fenerbahçes Dominik Livakovic in Verbindung gebracht, doch keiner hat Vicarios Premier-League-Erfahrung.
Für Juventus wäre Vicario eine verlässliche, in der Serie A erprobte Option ohne finanzielle Eskapaden. Seine Kenntnis des italienischen Fußballs durch Stationen bei Empoli, Perugia und Venezia würde die Eingewöhnungszeit minimieren. Juves Abwehr war letzte Saison solide (38 Gegentore in 38 Spielen), doch der Spielaufbau wirkte oft nervös. Vicarios Ballruhe könnte Abhilfe schaffen.
- Fantasy Premier League (FPL): Vicario kostet aktuell 5,0 Mio. Pfund und ist nur bei 8,2% der Manager im Kader. Ein Wechsel zu Juventus würde ihn aus der Premier League nehmen und für FPL irrelevant machen. Potenzielle Spurs-Ersatzleute wie Fraser Forster böten nicht denselben Wert.
- Titelrennen/Abstiegskampf: Tottenham ist nicht im Titelrennen, kämpft aber um europäische Plätze. Ein Verlust Vicarios könnte die Chancen auf einen Top-Sechs-Platz gefährden, während Juve nach Platz drei in der Vorsaison den Scudetto angreifen will. Ein neuer Keeper könnte entscheidend sein.
- Historischer Vergleich: Die Situation erinnert an 2017, als Juve Wojciech Szczesny vom FC Arsenal holte, nachdem der Wechsel von Gianluigi Donnarumma gescheitert war. Dieser Transfer war erfolgreich – Szczesny gewann mehrere Meistertitel. Vicario könnte einen ähnlichen Weg gehen.
Wie es weitergeht: Das Transferfenster
Juventus soll ein Angebot von 25-30 Millionen Euro vorbereiten – eine Summe, die Tottenham schwer ablehnen kann, zumal Vicario vor zwei Jahren nur 18 Millionen kostete. Doch Spurs könnten auf einen höheren Preis pochen, angesichts des Alters und des noch drei Jahre laufenden Vertrags. Entscheidend wird sein, ob Juve durch Spielerverkäufe Geld freimachen kann. Eine Einigung wird vor dem Trainingsstart im Juli erwartet.
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