Szoboszlais später Elfmeter kaschiert Liverpools Malaise im St. James' Park
Dominik Szoboszlai rettete Liverpool mit einem Elfmeter in der Nachspielzeit ein dramatisches 2:2 bei Newcastle United, doch das Ergebnis kaschierte eine unterdurchschnittliche Leistung, während Andoni Iraolas Amtszeit mit einem Punkt begann, anstatt mit dem Sieg, den seine neue Mannschaft verdient hätte.
Punkt gewonnen oder zwei verloren? Leistungsanalyse
Liverpools Leistung war weit vom gewohnten Standard entfernt. Sie kämpften, um klare Torchancen zu kreieren, ihr Offensivspiel wirkte uninspiriert und ohne Durchschlagskraft. Newcastle hingegen wirkte schärfer und besser organisiert, ging zweimal in Führung und wurde nur durch Szoboszlais Strafstoß tief in der Nachspielzeit um einen berühmten Sieg gebracht.
Iraola, frisch als Cheftrainer von Newcastle ernannt, dürfte von der Vorstellung seiner Mannschaft ermutigt sein. Sie pressten aggressiv, spielten schnelle Pässe und öffneten Liverpools Abwehr mehrfach. Der Punkt verlängert Liverpools Ungeschlagen-Serie, tut aber wenig, um Kritiker zu beschwichtigen, die an ihren Titelambitionen zweifeln.
Taktischer Kampf: Pressing und Umschaltspiel
Iraolas Einfluss war in Newcastles Hochpressen deutlich zu erkennen, das Liverpools Rhythmus durchgehend störte. Das Mittelfeld der Magpies, angeführt von Bruno Guimarães und Joelinton, ließ Liverpool keine Zeit am Ball und erzwang Fehler. Liverpools üblicher Spielaufbau von hinten wurde erstickt, Alisson musste oft lange Bälle schlagen, die Newcastles Abwehr problemlos klärte.
Liverpool vermisste die Kreativität eines voll fiten Thiago Alcântara, ihr Mittelfeld verband sich nicht effizient mit der Offensive. Mohamed Salah war über weite Strecken isoliert, und Darwin Núñez' Bewegungen schufen nicht die Räume, die er braucht. Die Einwechslung von Harvey Elliott brachte etwas Energie, aber es war zu wenig, zu spät.
Statistischer Überblick: Ballbesitz ohne Durchschlagskraft
Liverpool hatte 63 % Ballbesitz, schoss aber nur 11 Mal, davon vier aufs Tor. Newcastle hingegen kam auf 14 Versuche, sieben davon testeten Alisson. Das xG-Modell hätte die Gastgeber bevorzugt, deren Chancen von höherer Qualität waren. Liverpools Überabhängigkeit von Standardsituationen war offensichtlich, ihr Ausgleich fiel per Elfmeter nach einer Ecke.
Defensiv wurde Liverpools hohe Linie immer wieder entblößt, Callum Wilson und Miguel Almirón sorgten für ständige Probleme. Der Mangel an einem natürlichen defensiven Mittelfeldspieler führte zu Lücken zwischen den Linien, sodass Newcastels Angreifer auf die Abwehr zulaufen konnten.
Auswirkungen auf die Saison: Titelrennen und Trainer-Druck
Dieses Remis lässt Liverpool vier Punkte hinter Tabellenführer Manchester City zurück, die ein Spiel weniger haben. Da jeder Punktverlust teuer ist, wird Jürgen Klopp die Unfähigkeit seiner Mannschaft, Spiele zu Ende zu bringen, beunruhigen. Die Reds haben nun vier der letzten sechs Spiele in allen Wettbewerben unentschieden gespielt – ein beunruhigender Trend.
Für Newcastle bringt dieser Punkt den Sprung in die obere Tabellenhälfte und bietet Iraola eine solide Basis zum Aufbauen. Seine Ernennung hat Optimismus bei den Fans ausgelöst, und diese Leistung deutet darauf hin, dass seine Philosophie schnell greift.
- Liverpool hat in 15 Ligaspielen bereits 15 Gegentore kassiert – ein deutlicher Anstieg im Vergleich zur Defensivbilanz der letzten Saison.
- Szoboszlais Elfmeter war sein fünftes Saisontor und macht ihn zum zweitbesten Torschützen hinter Salah.
- Newcastles xG von 2,1 war der höchste Wert in einem Heimspiel in dieser Saison und unterstreicht ihre Offensivgefahr.
Fantasy Premier League: Punkte und Aussichten
Für FPL-Manager war Szoboszlai (7,5 Mio.) eine beliebte Kapitänswahl, und seine 6 Punkte waren eine moderate Ausbeute. Seine zugrunde liegenden Zahlen bleiben jedoch stark, mit mehr Schüssen im Strafraum als jeder andere Mittelfeldspieler. Newcastles Verteidiger, insbesondere Kieran Trippier (6,0 Mio.) und Sven Botman (4,5 Mio.), brachten ordentliche Punkte, aber ihre kommenden Spiele gegen Manchester City und Arsenal machen Zu-null-Spiele unwahrscheinlich.
Salah, bei über 60 % der Manager im Kader, blieb zum dritten Mal in Folge ohne Scorerpunkt, was seine 8 Millionen Besitzer beunruhigen dürfte. Mit schweren Spielen gegen Arsenal und Brighton in den nächsten Wochen, erwägen einige vielleicht Alternativen wie Jarrod Bowen oder Bukayo Saka.
Trainersicht: Wie geht es weiter?
Jürgen Klopp steht eine entscheidende Woche bevor: Am Mittwoch geht es in der Champions League zu Porto, am Wochenende folgt das schwere Ligaspiel gegen Arsenal an der Anfield Road. Die defensiven Schwächen müssen behoben werden, möglicherweise rotiert er die Mannschaft. Die Rückkehr von Ibrahima Konaté von seiner Verletzung sollte helfen, aber die Balance im Mittelfeld bleibt ein Kopfzerbrechen.
Iraola hingegen wird positive Aspekte aus diesem Auftritt ziehen, weiß aber, dass seine Mannschaft Remis in Siege umwandeln muss. Die kommenden Spiele gegen Burnley und Sheffield United bieten die Gelegenheit, in der Tabelle zu klettern. Mit seinem Pressing-Stil werden sie zuversichtlich sein, schwächeren Gegnern ihren Stempel aufzudrücken.
Dieses Spiel wird man wegen Szoboszlais späten Heldentaten in Erinnerung behalten, doch die eigentliche Geschichte ist, dass Liverpool weit von seiner Bestform entfernt ist, während Newcastle einen Trainer gefunden hat, dessen Methoden bereits Früchte tragen. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob dieser Punkt für den einen oder anderen Verein ein Wendepunkt ist.
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