Hull City muss bei Leicester City alles riskieren – Giles und Gelhardt gesetzt

Hull City reist am Samstag zu Leicester City – es geht ums Überleben. Trainer Ruben Jakirovic hat zwei wichtige Personalentscheidungen getroffen, die den taktischen Ansatz bestimmen: Ryan Giles und Joe Gelhardt dürfen von Beginn an ran. Das signalisiert eine offensive Ausrichtung im King Power Stadium.

Warum Hull angreifen muss

Leicester liegt auf Platz 17, nur drei Punkte über dem Abstiegsstrich. Ein Sieg für Hull würde den Rückstand auf sechs Zähler verkürzen bei noch sieben ausstehenden Spielen. Eine Niederlage hingegen würde neun Punkte Rückstand bedeuten, vermutlich das Aus. Die Foxes haben ihre letzten drei Heimspiele verloren und dabei neun Gegentore kassiert. Hull hat in vier der letzten fünf Auswärtspartien getroffen – es bietet sich eine Chance, wenn sie nach vorne pressen.

Giles ist Hulls kreativste Waffe von der linken Außenbahn, in dieser Saison bereitete er vier Tore vor. Seine Flanken werden gegen eine Leicester-Abwehr, die zu Hause nur zweimal zu null spielte, entscheidend sein. Gelhardt, von Leeds ausgeliehen, bietet Beweglichkeit zwischen den Linien – eine Waffe gegen ein Leicester-Mittelfeld, das ohne Ball oft passiv bleibt.

Taktischer Kontext: Jakirovics Risiko

Jakirovic bevorzugte zuletzt ein 4-2-3-1, doch die Aufstellung von Giles und Gelhardt deutet auf ein flüssigeres 4-3-3 oder sogar eine Raute im Mittelfeld hin. Gelhardt kann sich fallenlassen, um Überzahlen zu schaffen, während Giles außen überlappt und das Spiel in die Breite zieht. Das birgt das Risiko, bei Kontern entblößt zu werden – besonders wenn Leicesters Jamie Vardy den Raum hinter der Abwehr attackiert.

Leicesters Pressing ist inkonsistent; zu Hause lassen sie 14,2 Schüsse pro Spiel zu – sechsthöchster Wert der Liga. Hull verwandelte bislang nur 9 % seiner Auswärtschancen, aber Gelhardts Direktheit könnte diese Quote verbessern. Historisch gesehen haben Teams, die Leicester zu Hause besiegten – wie Bournemouth und Brighton – mit schnellen Außenstürmern das Mittelfeld umgangen. Giles und Gelhardt passen genau in dieses Profil.

Transfer-Hintergrund und Kaderdynamik

Giles‘ Rückkehr von seiner Leihe in Coventry im Januar war umstritten. Hull zahlte eine Ablöse, um ihn zurückzuholen, seine Form war wechselhaft. Die Entscheidung, ihn aufzustellen, ist ein Vertrauensbeweis. Gelhardt hat für Hull noch nicht getroffen, zeigte aber im Training vielversprechende Ansätze. Seine Aufstellung vor dem erfahrenen Aaron Connolly deutet darauf hin, dass Jakirovic Beweglichkeit vor Erfahrung schätzt.

Hull muss auf den verletzten Mittelfeldspieler Jean Seri verzichten, was die Ballkontrolle schwächt. Das Fehlen eines Ballgewinners im zentralen Mittelfeld könnte zum Problem werden, wenn Leicesters Kiernan Dewsbury-Hall das Spiel an sich reißt. Jakirovic muss möglicherweise während des Spiels nachjustieren, falls sein Angriffsplan scheitert.

Was das für den Abstiegskampf bedeutet

Hull steht mit 28 Punkten auf Platz 22, fünf hinter Leeds und drei Punkte von der Rettung entfernt. Leicester hat im Vergleich zu mehreren Konkurrenten ein Spiel weniger absolviert. Ein Hull-Sieg würde den Abstiegskampf zu einem echten Dreikampf zwischen Leicester, Hull und einem der Teams Luton oder Burnley machen. Eine Niederlage besiegelt wohl Hulls Abstieg noch vor Ende April.

Leicester hat noch Spiele bei Manchester City und Newcastle vor der Brust, ihr Restprogramm ist also nicht optimal. Jakirovic weiß: Jetzt muss zugeschlagen werden. Die Entscheidung, alles zu riskieren, zeigt, dass zum Überleben Mut gehört, nicht Vorsicht.

Schlüsselpunkte für Samstag

  • Hull muss das erste Tor erzielen: Nur ein Spiel gewannen sie in dieser Saison, wenn sie den Gegentreffer kassierten.
  • Leicesters Schwäche bei Standards: Sie haben zwölf Gegentore nach Standards kassiert – dritthöchster Wert der Liga. Hulls Giles tritt gefährliche Ecken.
  • Gelhardts Pressing: Seine 20 Pressing-Aktionen pro 90 Minuten könnten bei Leicesters Innenverteidigern Coady und Faes Fehler erzwingen.

Wie es für Hull weitergeht

Verliert Hull, müssten sie vier der letzten sechs Spiele gewinnen, um noch realistische Chancen zu haben – das wäre eine historische Wende. Gewinnen sie, schrumpft der Rückstand auf drei Punkte, und der psychologische Knacks bei Leicester könnte entscheidend sein. Jakirovics Aufstellung von Giles und Gelhardt ist sein letzter Trumpf. Samstag um 15 Uhr entscheidet, ob Hulls Saison enttäuschend endet oder dramatisch doch noch eine Wende nimmt.

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