Vor etwas mehr als einem Jahr wurde Hull City nach einer desaströsen Abstiegssaison als "schlechteste Mannschaft der Premier-League-Geschichte" bezeichnet. Heute, in der Gegenwart, glänzen die Tigers mit einem perfekten Start in die Championship-Saison. Die Erzählung hat sich komplett gedreht, und die Fans im MKM Stadium wagen wieder zu träumen.
Antwort auf die Kritiker
Der Spruch aus dem BBC-Artikel – "Nicht schlecht für die schlechteste Mannschaft der Premier-League-Geschichte" – bringt den Trotz perfekt auf den Punkt, der den Verein durchdringt. Als Acun Ilıcalı die Übernahme übernahm, versprach er eine glorreiche Zukunft, aber selbst er hätte sich keinen besseren Start ausmalen können. Unter der Leitung des neuen Cheftrainers Tim Walter haben die Tigers ihre ersten drei Ligaspiele gewonnen, acht Tore erzielt und nur zwei Gegentore kassiert. Das ist ein krasser Gegensatz zu den schwachen, ideenlosen Auftritten, die sie in der Saison 2022/23 absteigen ließen.
Taktische Entwicklung unter Tim Walter
Walter, der deutsche Taktiker, bekannt für sein intensives Pressing und seinen Ballbesitz-Fußball, hat eine klare Identität vermittelt. Die Tigers pressen nun hoch, spielen mutig aus der Abwehr und greifen zielstrebig an. Das Mittelfeldtrio mit Jean Michael Seri, Regan Slater und dem beeindruckenden Fabio Carvalho – ausgeliehen vom FC Liverpool – harmoniert perfekt. Carvalho entpuppt sich als Offenbarung: zwei Tore und eine Vorlage in den ersten drei Spielen. Auch die Offensive um den körperlich starken Liam Delap hat ihren Rhythmus gefunden, der Manchester-City-Leihspieler erzielte bereits sein erstes Tor.
Historischer Kontext und Widerstandsfähigkeit
Dieser furiose Start erinnert an die Saison 2013/14, als Hull City mit zwei Auftaktsiegen in der Premier League startete und am Ende einen respektablen 16. Platz belegte. Doch relevanter ist die Fähigkeit des Klubs, sich zurückzukämpfen. Nach dem Abstieg 2015 gelang unter Steve Bruce der sofortige Wiederaufstieg. Nach dem erneuten Abstieg 2017 kämpfte man zwar in der Championship, hat sich aber schrittweise wieder aufgebaut. Der aktuelle Kader ist zwar jung, hat aber eine Widerstandsfähigkeit, die in dieser berüchtigten Premier-League-Saison gefehlt hat. Das 4:0 gegen Nottingham Forest zum Auftakt war ein Statement; der hart erkämpfte 2:1-Sieg in Middlesbrough zeigte Charakter; und der 2:0-Erfolg gegen Sheffield Wednesday im MKM Stadium demonstrierte taktische Reife.
Schlüsselspieler und Kaderbreite
Während Carvalho die Schlagzeilen beherrscht, sind die defensiven Leistungen von Jacob Greaves und Alfie Jones ebenso entscheidend. Torhüter Ryan Allsop hielt wichtige Bälle, und die Außenverteidiger Lewie Coyle und Ryan Giles sorgen für Breite und Tempo. Walters Rotationspolitik hält den Kader frisch, wobei Einwechselspieler wie Jaden Philogene und Scott Twine Akzente setzen. Diese Tiefe wird über die lange Saison mit 46 Spielen entscheidend sein. Die ersten Anzeichen deuten darauf hin, dass Hull die Qualität hat, um einen Aufstiegskampf zu führen – weit entfernt von der Mannschaft, die in 38 Premier-League-Spielen nur 27 Punkte holte.
Ausblick: Den Schwung bewahren
Während die Länderspielpause eine Verschnaufpause bietet, thront Hull City an der Tabellenspitze. Die Herausforderung besteht nun darin, diesen Schwung beizubehalten. Die kommenden Spiele gegen Aufstiegskandidaten wie Coventry City und Leeds United werden Härtegrade sein. Aber mit Rückenwind und Unterstützung der Fans sind die Tigers nicht länger das Gespött der Liga. Ilıcalıs Vision nimmt Gestalt an, und der Stempel der "schlechtesten Mannschaft der Geschichte" wird mit jedem Sieg ein Stück mehr begraben. Wenn Walters Elf so weitermacht, ist eine Rückkehr in die Premier League – diesmal mit einem Team, das mithalten kann – nicht unmöglich.
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