Die Zweifler sagten, Acun Ilicali sei nur ein Entertainer, ein türkischer Medienmogul mit mehr Flair als Fußballverstand. Sie spotteten, als er versprach, Hull City innerhalb von zwei Jahren nach der Übernahme im Januar 2022 in die Premier League zu führen. Sie verdrehten die Augen angesichts seiner Wirbelsturm-Transferfenster und seiner Vorliebe für Dramatik. Doch hier sind wir, und die Tigers trotzen den Kritikern und stehen am Rande eines Blockbuster-Achtelfinals im FA Cup gegen Manchester United im MKM Stadium – eine Begegnung, die wie eine Belohnung für den Ehrgeiz und das Chaos wirkt, das Ilicali nach East Yorkshire gebracht hat.

Vom Chaos zu Anwärtern

Ilicalis Amtszeit war alles andere als langweilig. Von dem Moment, als er durch die Türen kam, flankiert von Vizepräsident Tan Kesler und einer Vision, Hull City zu einer globalen Marke zu machen, befand sich der Klub auf einer Achterbahnfahrt. Es gab elf Neuzugänge in einem einzigen Fenster, ein Karussell der Trainer (Shota Arveladze, Liam Rosenior und nun Tim Walter) und eine Social-Media-Präsenz, die die meisten Premier-League-Klubs in den Schatten stellt. Doch hinter dem Glanz steckt eine Methode. Der türkische Eigentümer hat massiv in den Kader, die Akademie und die Infrastruktur investiert, mit einem klaren Fokus auf nachhaltiges Wachstum.

Kritiker haben auf die Mittelfeldplatzierung in der Championship als Beleg dafür verwiesen, dass das Projekt ins Stocken geraten sei. Doch Ilicalis Vision war nie auf sofortige Befriedigung ausgerichtet. Es geht darum, einen Klub aufzubauen, der auf höchstem Niveau mithalten kann, und der FA-Cup-Lauf – der Hull gegen Birmingham City und Southampton erfolgreich sah – ist ein Beweis für den Fortschritt. Der 2:1-Sieg gegen den Premier-League-Verein Southampton in der vierten Runde war besonders süß, eine Leistung, die das taktische Geschick von Walter und die Widerstandsfähigkeit eines Kaders zeigte, der sich weigert, sich von der Ligaposition definieren zu lassen.

Der Walter-Effekt

Tim Walter, der im Sommer verpflichtete deutsche Trainer, hat Hull City eine unverwechselbare Identität verliehen. Sein hoch pressender, auf Ballbesitz basierender Stil – ein Markenzeichen seiner Zeit beim Hamburger SV – brauchte Zeit, um sich einzuspielen, aber die Anzeichen sind zunehmend ermutigend. Die Tigers sind nicht länger ein Team, das tief steht und auf das Beste hofft; sie sind proaktiv, aggressiv und mutig im Ballbesitz. Die Achse im Mittelfeld mit Jean Michael Seri und Regis Le Bris bildet die Plattform, während die Schnelligkeit von Jaden Philogene und die List von Ozan Tufan – ein türkischer Nationalspieler, der auf Ilicalis Drängen verpflichtet wurde – dem Angriff eine spürbare Durchschlagskraft verleihen.

Gegen Manchester United wird Walter von seinen Spielern das Beste abverlangen müssen. Die Red Devils, trotz ihrer eigenen Unbeständigkeit, verfügen über Weltklasse-Talente wie Bruno Fernandes und Marcus Rashford. Doch Hull City hat gezeigt, dass sie mit den Großen mithalten können. Die Abwehrstabilität von Alfie Jones und Sean McLoughlin, angeführt vom erfahrenen Ryan Allsop im Tor, wird entscheidend sein, wenn die Tigers eine Überraschung landen wollen.

Ein Abend für die Gläubigen

Das MKM Stadium, bei älteren Fans liebevoll als "The Circle" bekannt, wird an diesem Abend ein Hexenkessel sein. Die Fans von Hull City haben Jahre der Mittelmäßigkeit ertragen, von der finanziellen Misswirtschaft der Ära Assem Allam bis zum Beinahe-Abstieg in die League One. Ilicali hat die Flamme neu entfacht, und die Atmosphäre verspricht elektrisierend zu sein. Die berühmten schwarz-bernsteinfarbenen Streifen der Tigers werden in voller Stärke vertreten sein, und das Brüllen des KCOM (wie es einst hieß) wird an die reiche Geschichte des Klubs erinnern – eine Geschichte, die einen berühmten FA-Cup-Lauf im Jahr 1930 umfasst, als man das Halbfinale erreichte, und in jüngerer Zeit einen denkwürdigen Premier-League-Aufenthalt unter Steve Bruce.

Ilicali versteht die Romantik des Pokals. Er hat leidenschaftlich über seine Liebe zum englischen Fußball gesprochen, und der FA Cup hat einen besonderen Platz in seinem Herzen. "Das ist es, wovon Träume gemacht sind", sagte er in einem kürzlichen Interview. "Manchester United in unserem Stadion – dafür haben wir den Klub gekauft." Seine Begeisterung ist ansteckend und hat auf Spieler und Fans übergegriffen.

Die türkische Verbindung

Es gibt eine deutliche türkische Note in Hull Citys Wiederbelebung. Ilicali, der auch einen Anteil am türkischen Giganten Fenerbahce hält, hat seine Verbindungen genutzt, um Spieler wie Tufan und Abdulkadir Omur zu holen, während das Scouting-Netzwerk des Klubs auf die türkische Super Lig ausgeweitet wurde. Dies hat nicht nur den Kader verbessert, sondern auch eine neue Fanbasis in der Türkei erschlossen, mit Hull-City-Fanartikeln in Istanbul und Ankara. Der Ehrgeiz des Eigentümers ist es, die Tigers zu einer globalen Marke zu machen, und das Spiel gegen Manchester United ist eine perfekte Plattform, um das zu zeigen.

Ein Blick in die Zukunft

Unabhängig vom Ergebnis gegen Manchester United bewegt sich Hull City in die richtige Richtung. Ilicalis langfristige Vision ist klar: Premier-League-Fußball, europäische Nächte und ein Stadion, das den Ehrgeiz des Klubs widerspiegelt. Es gibt Pläne zur Erweiterung des MKM Stadium, und das Trainingsgelände wird auf den neuesten Stand gebracht. Die Reise ist noch lange nicht zu Ende, aber das Ziel ist in Sicht.

Für den Moment genießen die Tigers die Rolle des Außenseiters. Sie haben die Kritiker schon einmal widerlegt und werden es wieder tun. Ein Sieg gegen Manchester United wäre das größte Ergebnis in der modernen Geschichte des Klubs und würde eine Botschaft an die Fußballwelt senden: Hull City ist zurück – und sie sind hier, um zu bleiben. Während sich das MKM Stadium darauf vorbereitet, das Theater der Träume zu beherbergen, ist eines sicher: Acun Ilicalis Hull City wird nicht leise in die Nacht verschwinden.

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