Das US-Eigentümermodell ist ein Parasit

Premier-League-Klubs im Besitz amerikanischer Investmentfonds sind keine Fußballvereine mehr. Sie sind reine Einnahmequellen, und die Zahlen beweisen es. Seit 2021 hat Manchester United 163 Millionen Pfund Zinsen für die fremdfinanzierte Übernahme durch die Glazers gezahlt. Arsenals Familie Kroenke kassierte 2023 eine Dividende von 557 Millionen Pfund. Chelsea hat unter Clearlake Capital 1,5 Milliarden Pfund an Transfers abgeschrieben und dabei das Eigengewächs verkauft: die Cobham-Absolventen.

Schulden sind kein Bug, sondern ein Feature

US-Eigentümer strukturieren ihre Käufe so, dass die Schulden auf den Verein abgewälzt werden. Das ist kein Risiko, sondern eine Steuer auf die Institution. Als die Glazers 2005 525 Millionen Pfund für den Kauf von Manchester United borgten, machten sie den Verein haftbar. Bis 2022 hatte United über eine Milliarde Pfund an Zinsen und Gebühren gezahlt. Vergleichen Sie das mit Bayern München, das schuldenfrei ist und zu 75 % den Fans gehört. Die Profitability and Sustainability Rules (PSR) der Premier League bestrafen Ausgaben für Gehälter, aber nicht Schuldenbedienung. Das ist eine Eigentümerlücke, die den Wettbewerb verzerrt.

Der Dividendenabfluss und die FFP-Farce

Die Daten sind vernichtend. In den letzten fünf Jahren haben Premier-League-Klubs 1,2 Milliarden Pfund an Dividenden an Aktionäre gezahlt, fast alle US-Amerikaner. Währenddessen wurden Klubs wie Everton und Leicester wegen überhöhter Transferausgaben mit Punktabzügen bestraft. Das PSR-System der Premier League behandelt Gehaltsinflation als Bedrohung, ignoriert aber das Geld, das dem System entzogen wird. Hier sind die schlimmsten Übeltäter:

  • Manchester United: 163 Mio. £ Zinsen (2021-2024), während 1,3 Mrd. £ für Spieler ausgegeben wurden, ohne die Liga zu gewinnen.
  • Arsenal: 557 Mio. £ Dividende an Kroenke (2023), während die Ticketpreise um 6 % stiegen.
  • Chelsea: 1,5 Mrd. £ abgeschriebene Transfergebühren, wobei 200 Mio. £ durch Akademieverkäufe finanziert wurden.
  • Liverpool: Fenway Sports Group kassierte 2022 110 Mio. £ Dividende, dann wurden die Dauerkarten erhöht.

Das sind keine Eigentümer, die investieren – sie schröpfen. Und die Finanzregeln der Premier League ermöglichen es.

Das Gegenargument: Privatinvestitionen bringen Wachstum

Die Standardverteidigung: US-Eigentümer haben die Premier League globalisiert und die TV-Einnahmen auf 10 Mrd. £ getrieben. Sie professionalisieren das Geschäft. Manchester Uniteds kommerzielle Einnahmen stiegen von 65 Mio. £ (2005) auf 650 Mio. £ (2024). Liverpools kommerzielles Wachstum unter FSG ist beeindruckend. Ohne US-Kapital wäre die Liga nicht so reich. Aber dieses Argument verwechselt Korrelation mit Kausalität. Die globale Anziehungskraft der Premier League beruht auf sportlicher Ausgeglichenheit, nicht auf Eigentümertaktiken. Die TV-Rechte stiegen wegen des Produkts, nicht wegen der Eigentümer. Tatsächlich haben die Glazers' Schulden Uniteds Konkurrenzfähigkeit behindert, und Chelseas Clearlake-Eigentum hat sie zu einer Leihspielerfabrik gemacht. Das wahre Wachstum kommt von der natürlichen Popularität der Liga, nicht von Finanzmanipulation.

Die FFP-Heuchelei

FFP wurde verkauft, um Vereine vor der Pleite zu bewahren. Stattdessen schützt es den Status quo. Vereine, die für Spielergehälter ausgeben, werden bestraft, während Vereine, die Schulden bedienen, belohnt werden. Das Ergebnis: ein Zweiklassensystem, in dem US-geführte Klubs Schulden für Transfers nutzen können, während Klubs wie Everton, die historisch innerhalb ihrer Verhältnisse lebten, für eine 20-Millionen-Überschreitung sanktioniert werden. Die neuen Nachhaltigkeitsregeln der Premier League deckeln Gehälter bei 85 % der Einnahmen, ignorieren aber Dividenden und Zinszahlungen. Das ist ein Sicherheitsnetz für fremdfinanzierte Eigentümer. Eine konkrete Prognose: Bis 2026 werden mindestens drei US-geführte Klubs die PSR-Grenzen für Spielerausgaben überschreiten, während sie Dividenden zahlen – und sie werden einer Strafe entgehen, weil die Regeln die Eigentümerabschöpfung nicht berücksichtigen.

Das Urteil: Ein absehbarer Crash

Innerhalb von drei Spielzeiten wird ein großer US-geführter Premier-League-Klub in eine schwere Finanzkrise geraten, wenn die Zinsen steigen und das TV-Wachstum nachlässt. Der Verein wird gezwungen sein, seine Starspieler zu verkaufen, Schulden nicht zu bedienen oder in eine europäische Super League abzuspringen. Meine konkrete Prognose: Manchester United wird innerhalb von zwei Spielzeiten gegen PSR verstoßen, weil die Glazers' Schuldenlast das Zins-Einnahmen-Verhältnis über 20 % drückt und eine Liquiditätskrise auslöst. Die Premier League wird dann gezwungen sein, ihre Eigentümerregeln umzuschreiben – aber erst, nachdem der Schaden angerichtet ist.

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